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EUR/USD wird erstmals in 14 Monaten über $1,50 gehandelt Drucken E-Mail
Montag, 26. Oktober 2009 um 22:47 Uhr

Der US-Dollar verzeichnete bereits heute Morgen im Asienhandel erneute Kursverluste gegenüber EUR und Yen, nachdem in einer offiziellen Zeitung der chinesischen Zentralbank darauf hingewiesen wurde, dass die Volksrepublik China ihre USD-Währungsreserven einschränken müsse. Investoren zeigten sich besorgt um die Stellung des USD als weltweite Reservewährung. Analysten rechnen mit weiteren Kursverlusten für den US-Dollar, insbesondere gegenüber dem risikoreichen EUR, der aktuell von steigenden Aktienkursen profitiert.

Gemischte Ergebnisse für US-Dollar gegen Hauptwährungen

Der US-Dollar zeigte sich in der vergangenen Handelswoche äußerst volatil. Dabei erreichte der USD ein 14-monatiges Rekordtief zum EUR. Das Währungspaar EUR/USD konnte die Marke von $1,50 überwinden. Zum Yen wiederum gewann der Dollar an Boden. Zum Britischen Pfund wurden Kursschwankungen beobachtet.


Die Dollar-Volatilität lässt sich überwiegend auf die gemischten Konjunkturdaten der Wirtschaftsnationen zurückführen. Positive Resultate gab in der letzten Woche der US-Sektor Wohnungswesen aus, der sich letzten Endes zu erholen scheint. Die Verkäufe bestehender Häuser, die 75% am US-Häusermarkt ausmachen, sind im Monat September auf saisonbereinigte 5,57 Mio. Einheiten gestiegen. Im August belief sich die Zahl noch auf 5,37 Mio. Darüber hinaus blieb der Indikator der Baugenehmigungen, der die US- von Wohnhäusern umfasst, im September auf unverändertem hohem Niveau.

Enttäuschend wiederum fiel der Erzeugerpreisindex als Inflationsindikator aus, der einen 0,6%-igen Rückgang der Preise im Monat September verdeutlichte. Angesichts des gescheiterten Anstiegs der ohnehin niedrigen Inflationsrate in den USA, mutmaßen die Marktteilnehmer erneut über das Tempo der Wirtschaftserholung in den Staaten. Auch die Arbeitsmarktdaten in den Vereinigten Staaten bleiben weiterhin schwach. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche auf 531.000 Anträge, was die höchste Zahl innerhalb der letzten drei Wochen markiert.

Auch in dieser Woche stehen wieder wichtige Veröffentlichungen aus der US-Wirtschaft auf der Agenda. Von größter Bedeutung sind das Verbrauchervertrauen am Dienstag, die Auftragseingänge langlebiger Güter, Verkäufe von Neubauten am Mittwoch sowie die Arbeitsmarktdaten am Donnerstag. Die Ergebnisse dieser Indizes werden den Ton für den USD-Trend dieser Woche angeben. Anleger sollten die Resultate nicht aus den Augen verlieren.

EUR weiterhin stark gegenüber Hauptwährungen

Die momentan bedeutendsten Tendenzen im Devisenhandel sind die des EUR. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte in der vergangenen Woche gegenüber dem USD bei einem 14-monatigen Rekordhoch. Das Währungspaar EUR/USD erreichte die Marke von 1,5055. Zum japanischen Yen wurde ebenfalls ein stark zinsbullischer Trend deutlich, der das Währungspaar EUR/JPY bis über die Marke von 138,0 brachte.

Hauptursache für diese positive Entwicklung des EUR schienen in der vergangenen Woche die viel versprechenden Konjunkturdaten aus Deutschland gewesen zu sein, die deutlichen Anzeichen einer konjunkturelle Erholung gleichkamen. Der Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, der ifo-Geschäftsklimaindex, der das monatliche Ergebnis einer Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen in Bezug auf die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage sowie die Erwartungen für die nächsten 6 Monate ausgibt, blieb zum dritten Monat in Folge bei dem Niveau von über 90 Punkten. Dabei wurde ein neues Rekordhoch der letzten 13 Monate erreicht. Deutschlands Unternehmer scheinen davon überzeugt zu sein, dass die Rezession mittlerweile zum Ende gekommen ist. Des Weiteren wurden in der vergangenen Handelswoche gleich mehrere wirtschaftliche Indikatoren bei positiven Ergebnissen ausgegeben. Da Deutschland als stärkste Wirtschaftsnation der Eurozone gilt, kann eine solche Entwicklung großen Einfluss auf den EUR nehmen.

Dieser EUR-Aufwärtstrend scheint sich zusätzlich auf den derzeit äußerst schwachen und unbeständigen US-Dollar zurückführen zu lassen. Die US-Währung setzt ihre Talfahrt gegenüber den übrigen Hauptwährungen derzeit aufgrund der unklaren Wirtschaftslage in den USA fort. Solange dieser USD-Trend bestehen bleibt, wird auch der EUR seine Aufwärtstendenzen höchstwahrscheinlich aufrechterhalten können.

Auch die Eurozone veröffentlicht in dieser Woche einige interessante Indizes. Händler sollten Fundamentaldaten, insbesondere der deutschen und französischen Wirtschaft aufmerksam verfolgen, die stets großen Einfluss auf den EUR nehmen. Als wichtigste Datenveröffentlichung aus der Eurozone gilt in dieser Woche das für Mittwoch erwartete Ergebnis des vorläufigen deutschen BIP. Positive Zahlen könnten dem EUR weiteren Aufschwung verleihen.

Kann der Yen noch tiefer rutschen?

In der vergangenen Wochen zählte der Yen zu einer der sichersten Investitionen auf dem Markt. Trotz leichter zinsbullischer Kurskorrekturen, stellte auch die letzte Handelswoche keine Ausnahme dar. Japans Yen setzt seine deutlichen Kursverluste fort und das in der Hauptsache gegenüber dem US-Dollar und EUR.

Hauptursache für den schwachen Yen scheint wiederholt die Währungspolitik der Bank of Japan (BoJ) zu sein. Der Zentralbank zufolge bleibt ein äußerst schwacher Yen nach wie vor von Vorteil für den Inselstaat. Japans Wirtschaft stützt sich im großen Maße auf ihre Exportaktivität. Dementsprechender Nutzen ergibt sich für die japanischen Exporteure. Dafür hält die BoJ ihren geldpolitischen Schlüsselsatz auf niedrigstem Niveau bei 0,10%. Dies ist die niedrigste Rate weltweit.

Jedoch haben die Richtlinien der BoJ ihr Ziel möglicherweise vorübergehend verfehlt. Die in der vergangenen Woche veröffentlichte Handelsbilanz wies mit 520,643 Mrd. Yen einen im Vergleich zum Vorjahr höheren Überschuss von 472,3% aus. Aktuell scheint sich Japans Export zu erholen und verzeichnet wieder Ergebnisse, die noch vor der Rezession zu beobachten waren. Analysten gehen von einem Fortbestehen des Yen-Abwärtstrends im Besonderen gegenüber dem US-Dollar aus.

Wie üblich stehen auch in dieser Woche einige wichtige Indizes auf der japanischen Wirtschaftsagenda. Bedeutendster unter ihnen ist die am Freitag erwartete Veröffentlichung der Overnight Call Rate. Die Overnight Call Rate ist der wichtigste Leitzins der Bank of Japan. Experten erwarteten den Referenzzinssatz der BoJ unverändert bei 0,10%. Sollte die BoJ jedoch mit einer Zinsänderung überraschen und den Zinssatz anheben, könnten sich heftige Trendwenden auf dem Devisenmarkt abzeichnen.

Weitere Abwärtstendenzen für Rohöl?

Der Ölkurs stieg in der vergangenen Woche überwiegend an. Das Barrel Rohöl erreichte dabei kurz vor dem Wochenende die Marke von nahezu $82 pro Barrel. Aktuell wird das Barrel wieder bei unter $80 gehandelt.

Die deutlichen Aufwärtstendenzen der ersten Wochenhälfte hatten überwiegend den schwachen US-Dollar zur Ursache. Da Rohöl in USD bepreist wird, steigt der Preis des Rohstoffs in der Regel angesichts eines schwachen Dollar-Kurses. Im weiteren Wochenverlauf ergaben sich jedoch plötzliche Kursstürze. Auslöser für diesen Abwärtstrend scheinen die sich verstärkenden Sorgen um die globale Wirtschaftserholung sowie die Konjunkturerholung in den USA zu sein. Gegenwärtigen Erwartungen zufolge soll wirtschaftlicher Aufschwung in den USA die Nachfrage nach Öl erhöhen.

Angesichts der negativen US-Konjunkturdaten der vergangenen Woche, kamen unter den Marktteilnehmern Zweifel über den Glauben an eine Wirtschaftserholung auf. Investoren mutmaßen bereits, dass der Bedarf an Rohöl vorerst zur ersten Jahreshälfte 2010 nicht steigen wird. Sollten die Anleger weiterhin zweifeln, bleiben die Ölpreise voraussichtlich unter der Marke von $80 pro Barrel.

In der anstehenden Woche sollten Händler ihr Augenmerk auf wichtige Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone richten. Diese scheinen derzeit den größten Einfluss auf den Ölkurs zu nehmen. Zusätzlich ist und bleibt der Bericht der US-Rohöllagerbestände am Mittwoch von enormer Bedeutung, der oft direkte Wirkung auf den Rohölhandel zeigt. 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 31. Oktober 2009 um 22:51 Uhr
 

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