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US-Arbeitslosenanträge bestimmen heutigen Devisenhandel Drucken E-Mail
Donnerstag, 15. Oktober 2009 um 21:59 Uhr

Um 14:30 Uhr werden heute sowohl die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der Woche, als auch die US-Verbraucherpreise für September veröffentlicht. Sollten sich auch an diesem Handelstag erneut positive Wirtschaftsdaten aus den USA, Großbritannien und Europa, verbunden mit einem deutlichen Anstieg an den Aktienmärkten ergeben, könnte dies die Marktteilnehmer erneut dazu veranlassen, ihre Save-Haven-Währungen abzustoßen, um sich auf gewinnträchtige und risikoreiche Anlagen zu konzentrieren. Viele glauben an ein sich näherndes nachhaltiges Ende der globalen Rezession. Zusätzliche könnten die Ölpreise heute die Marke von $77 pro Barrel erreichen.

US-Dollar fällt auf 14-Monatstief

Gestern erreichte der US-Dollar ein neues 14-Monatstief gegenüber den Hauptwährungen, nachdem die US-amerikanische Bank J.P. Morgan Chase ihren Nettogewinn im 3. Quartal kräftig steigern konnte und die Aktienmärkte sowie Rohstoffkurse anzogen und den Optimismus unter den Marktteilnehmern neu entfachten.

Bis Handelsschluss verlor der USD gegenüber dem EUR an Boden und drückte das oft gehandelte Währungspaar bis auf 1,4959. Eine ähnliche Entwicklung war gegenüber dem GBP zu beobachten. Hier schloss der USD bei 1,6054.

Viele Händler hielten sich im Vorfeld der Bilanzsaison in den USA zurück. Der USD rutschte angesichts der deutlichen Gewinnsteigerung von JP Morgan Chase und einem die Erwartungen übertreffenden Ergebnis je Intel Corp Aktie im späten Dienstagshandel heftig ab. Während sich die Anlegerstimmung aufhellte, verlagerten Investoren ihre Positionen bereits auf gewinnträchtigere sowie risikoreiche Vermögenswerte.
Weiterer Abwärtsdruck ergab sich für den USD aus den Erwartungen der Analysten, nach denen die US-Zinssätze noch einige Zeit auf niedrigstem Niveau gehalten werden sollen. Ursache hierfür waren die Worte des Vizepräsidenten der US-Notenbank, Donald Kohn, der am Dienstag erklärt hatte, dass er keine rasche Konjunkturerholung in den USA erwarte. Die niedrigen Zinsraten mindern die Attraktivität von USD-Anlagen und senken die Nachfrage nach der US-Währung.

Wichtigsten Veröffentlichungen aus der US-Wirtschaft heute: die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche) und die US-Verbraucherpreise für September. Beide Indikatoren werden um 14:30 Uhr ausgegeben. Der jeweilige Bericht nimmt in der Regel großen Einfluss auf den USD-Kurs. Anleger sollten die Märkte heute gut im Auge behalten. Hier könnten sich hervorragende Gelegenheiten bieten, aus den Kursschwankungen Kapital zu schlagen, die sich voraussichtlich nach Veröffentlichung der vorgenannten Indizes ergeben werden.

EUR steigt aufgrund gesteigertem Optimismus

Das letzte Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank bescherte dem EUR neue Aufwärtstendenzen gegenüber dem US-Dollar. Die Fed geht davon aus, dass die Gefahr einer erhöhten Inflation weiterhin nicht gegeben sei. Der EUR kletterte zum USD auf ein neues 14-Monatshoch und erreichte dabei die Marke von 1,4950 sowie den höchsten Stand seit August 2008. Zum JPY zog die europäische Gemeinschaftswährung um rund 100 Punkte an und schloss zu Handelsende bei 133,75.

Einen weiteren wichtigen Indikator stellte gestern der Bericht zu den europäischen Industrieaufträgen dar. Die Industrieproduktion ist im Monat August zum vierten Monat in Folge gestiegen. Dabei belief sich der Anstieg auf 0,9 %. Im Vormonat lag dieser bei 0,2 %.

Die wirtschaftliche Zuversicht in der Eurozone kletterte im vergangenen Monat auf ein 1-Jahreshoch, nachdem die Wirtschaftsleistung in den Bereichen Produktion und Dienstleistung stärker expandierte als zunächst erwartet. Die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern hat sich in der Eurozone im Vergleich zur Vormessung deutlich verbessert.

Die Konjunkturerwartungen für die Wirtschaft der Eurozone hatten sich gerade in den letzten Wochen positiv entwickelt, nachdem überraschend optimistische Daten die Markterwartungen wiederholt übertrafen. Für den EUR werden trotz Volatilität der Nicht-EUR-Crosse erste Zeichen von Stabilität deutlich. Für Anleger ist es momentan von größter Bedeutung, die Zeichen der Wirtschaftsindikatoren aus den USA, Europa und Japan richtig zu deuten, um Investitionen korrekt zu bestimmen.

Yen fällt auf breiter Front

Japans Yen verzeichnete am Mittwoch heftige Kursverluste gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen, nachdem die Bank of Japan (BoJ) trotz besserer Konjunkturaussichten nach Druck der Regierung ihre lockeren Geldpolitik aufrechterhält. Bis Handelsschluss rutschte der JPY zum EUR auf die Marke von 133,75 ab. Eine ähnliche Kursentwicklung konnte gegenüber dem GBP beobachtet werden. Hier schloss der Yen bei 143,65.

Ob und wann die japanische Zentralbank ihre Programme zur Verbesserung der Liquiditätsversorgung beenden werde, wurde jedoch bei der gestrigen Pressekonferenz der BoJ nicht klar. BoJ-Gouverneur Masaaki Shirakawa erklärte, dass die Erfordernis zur Beibehaltung der finanzpolitischen Maßnahmen bereits abgenommen habe und die Beendigung eine Frage der Zeit sei. Eine Entscheidung zu den Kaufprogrammen der Unternehmensanleihen könnte bei der nächsten Sitzung der Bank im Oktober getroffen werden.

Rohöl bei über $75 pro Barrel

Die Rohölpreise kletterten gestern bis über $75 pro Barrel. Diese Marke gilt als neues Rekordhoch des letzten Jahres. Marktteilnehmer nehmen die Hoffnung wieder auf, dass die anstehende Weihnachtssaison auch den Verbrauch an Benzin steigern könnte. Weitere Unterstützung ergab sich am Mittwoch für den Ölpreis aus dem US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA), der erstmals seit über einem Jahr wieder über die 10.000-Punkte Marke gestiegen war.

Insbesondere der erhöhte Bedarf an hedge-basierten Rohöl-Investments unter den Händlern bescherte dem USD jüngst Abwärtsdruck. Rohöl-Händler sollten die für heute erwarteten wöchentlichen Zahlen der US-Rohöllagerbestände im Auge behalten, die um 17:00 Uhr ausgegeben werden. Sollte der USD-Kurs heute anhaltend abrutschen, könnte Rohöl noch vor dem Wochenende die Marke von $80 pro Barrel erreichen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 21. Oktober 2009 um 22:03 Uhr
 

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