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US-Dollar gibt nach und Rohstoffe auf neuem Höchststand Drucken E-Mail
Mittwoch, 14. Oktober 2009 um 21:57 Uhr

Während der US-Dollar gestern gegenüber einigen Hauptgegenwährungen bis auf Tiefstände fiel, erreichte der Goldpreis am Dienstag ein neues Rekordhoch. Auch der Ölpreis zog deutlich an. Oftmals stehen USD und Rohstoffkurse in umgekehrter Korrelation zueinander. Gerade Gold und Öl werden in US-Dollar bepreist und gelten selbst als „Hard Assets“ und gute Alternative zu Währungsanlagen. Im Vorfeld der im späteren Tagesverlauf zu veröffentlichen US-Einzelhandelsumsätze sowie dem Protokoll der Sitzung des US-Offenmarktausschusses, mutmaßen Investoren, wann die US-Notenbank ihre lockere Währungspolitik straffen und somit weiterer Druck auf der US-amerikanischen Währung lasten wird.

US-Dollar nahe 14-Monatstief - Investoren bevorzugen Gold-Anlagen

Der US-Dollar wurde nahe eines 14-Monatstiefs zum EUR gehandelt, nachdem sich gestern die Nachfrage nach gewinnträchtigen Anlagen -angesichts wiederholter Anzeichen einer globalen Konjunkturerholung- verstärkt hatte.

Der US-Dollar rutschte zunächst bis auf ein Tagestief um die Marke von $1,4786 und schloss letztendlich bei einem neuen Rekordtief seit August 2008 von $1,4828.

Der USD verlor am Dienstag gegenüber einer Reihe von Hauptwährungen. Händler bevorzugen unterdessen Gold-Anlagen, ein Rohstoff, der zu den beständigsten Investitionen zählt. Analysten werteten den verstärkten Gold-Handel als Versuch der Investoren, einen Schutz gegen die inflationären Tendenzen zu schaffen. Insgesamt wurde der starke Kursabfall des USD im Laufe des Tages durch wiederum fallende Kurse an den US-Aktienmärkten ausgeglichen. Summiert man die staatlichen Hilfspakete von 2008/2009, so könnte Inflation, laut Marktteilnehmer, zu einem besorgniserregendem Problem werden. Ökonomen wiederum warnen vielmehr vor der Deflation. Darüber hinaus berichte Analysten von der Umschichtung der Devisenreserven in US-Dollar durch wichtige Zentralbanken, was die bereits seit einigen Jahren befürchtete Entwicklung bestätigt.

Der US-Dollar wird seinen Abwärtstrend heute möglicherweise fortsetzen. Der für erwartete Bericht zum Einzelhandelsumsatz in den USA wird zeigen, wie groß die Nachfrage nach der Safe-Haven-Währung momentan ist.

EUR erreicht Rekordhoch

Der EUR kletterte bis nahe der Marke von $1,49 zum USD und markierte somit das höchste Level seit August 2008, das kurz vor der Pleite von Lehman Brothers erreicht wurde, noch bevor die Welt, ausgelöst von den Folgen der Hochzinspolitik der Notenbanken, in eine Rezession taumelte.

Die europäische Gemeinschaftswährung verbuchte weitere Kursgewinne aufgrund von Anlegersorgen, nach denen ein schwacher US-Arbeitsmarkt sowie eine schleppende Wirtschaftserholung die Leitzinssätze noch weit bis ins Jahr 2010 hinein nahe der 0%-Rate halten werden.

Das Britische Pfund rutschte gestern zum EUR fast bis auf ein neues Rekordtief der letzten 6 Monate ab. Gleichzeitig markierte die Inflationsrate in Großbritannien im September den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Zum EUR fiel das Pfund Sterling heute zum ersten Mal seit dem 27. März wieder auf 94 Pence pro EUR. Leichte Aufwärtstendenzen zeichnen sich jedoch bereits wieder ab.

Zum USD erholte sich der GBP von seinem niedrigsten Stand seit Mai und kletterte hier um 0,6% auf $1,59. Die GBP-Verluste könnten jedoch in naher Zukunft ein Ende finden. Einige Indikatoren geben bereits jetzt Anzeichen einer Konjunkturerholung aus, seitdem die Leitzinsrate bei 0,5% liegt und die Bank of England (BoE) ihre Staatsanleihenkäufe ausgeweitet hat, um das Zinsniveau zu stabilisieren.

Yen steigt während Aktienkurse fallen

Der JPY verzeichnete gestern Kursgewinne gegenüber dem EUR und US-Dollar, als rückläufige Erzeugerpreise sowie Verluste an den asiatischen Aktienmärkten, Händler dazu veranlassten auf Japans „Zufluchtswährung“ zurück zu greifen. Zum EUR notierte der Yen von zuvor 133,26 EUR bei 132,85 EUR. Die japanische Währung wurde des Weiteren bei 89,36 Dollar von zuvor 89,71 Dollar gehandelt.

Darüber hinaus fielen die Erzeugerpreise in Japan im September zum 9. Monat in Folge, da die Ölpreise gegenüber dem Vorjahr zurückgehen und die Nachfrage nach Rohstoffen im Verhältnis stark abnimmt. Die Preisveränderung gewerblicher Produkte sowie der Energie- und Wasserversorgung, die im Inland abgesetzt werden, belief sich laut Bank of Japan (BoJ) im vergangenen Monat auf 7,9%. Der kontinuierliche 11%-ige Kursanstieg des Yen gegenüber dem US-Dollar auf die letzten 6 Monate bezogen, trug ebenfalls, angesichts dahinschwindender Importpreise, zur Abnahme der Preise bei. Die neue Regierung in Japan hat Landwirten bereits Entschädigungszahlungen angeboten, sollten die Preise niedriger als die Produktionskosten ausfallen.

Rohöl steigt auf $75 angesichts OPEC-Prognose

Zum 5. Tag in Folge stiegen die Ölpreise gestern wieder und notierten um die Marke von $75 pro Barrel. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose für die Rohölnachfrage im laufenden und kommenden Jahr angehoben. Dementsprechend kletterte der Rohstoff in seinem Kurs um 1,2% in die Höhe und reagierte somit insbesondere auf die OPEC-Prognose im Bezug auf die Rohölnachfrage für 2010 in vielen Schwellenländern.

Die deutlichen Kursverluste des USD, der gestern bis auf ein neues 14-Monatstief abstürzte, stützte den USD-denominierten Rohstoff zusätzlich. Analysten schließen nicht aus, dass der Ölpreis -sollten die Aktienmärkte weiterhin steigen und der US-Dollar sich abschwächen- das Rekordhoch des Jahres von $75 pro Barrel bereits in den kommenden Tagen übersteigen wird.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 19. Oktober 2009 um 22:01 Uhr
 

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