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US-Dollar und Yen ziehen vor G20-Gipfel an Drucken E-Mail
Freitag, 25. September 2009 um 22:07 Uhr

Im Vorfeld des G20-Gipfels und in Folge enttäuschender Daten aus dem US-Wohnungswesen, beendet der US-Dollar seinen zweiwöchigen Abwärtstrend gegenüber dem EUR. USD und JPY profitieren von einer jüngsten Zunahme von Risikoaversion, die sich unter den Marktteilnehmern angesichts des bevorstehenden G20-Gipfeltreffens ausbreitet. Bei dem gestern in Pittsburgh eröffneten Finanzgipfel sollen die Staats- und Regierungschefs der weltgrößten Volkswirtschaften über schärfere Kontrollen der Banken- und Finanzmärkte beraten. Der seit Mittwoch rückläufige Ölpreis verschärfte seine Abwärtstendenzen gestern, nachdem die Aktienmärkte Verluste verzeichneten und der US-Dollarkurs wiederum stieg. Dies setzte den Rohstoffmarkt zusätzlich unter Druck.

Risikorückkehr bringt US-Dollar wieder auf die Füße

Der US-Dollar konnte sich gestern gegenüber den Gegenwährungen endlich wieder behaupten. Enttäuschende Zahlen des US-Wohnungsbauwesens sowie fallende Aktienkurse drosselten die Risikobereitschaft der Investoren.

In den USA waren die Verkäufe bestehender Häuser im Monat August überraschend gesunken und enttäuschten die Erwartungen der Experten stark. Lediglich 5,1 Millionen Häuser wurden verkauft. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 5,3 Millionen Einheiten gerechnet. Dementsprechend verlagerten Händler ihre Anlagen von risikoreichen Währungen auf Long-USD-Positionen.

Auffallend volatil zeigte sich der Handel gestern insgesamt. EUR/USD kletterte in den frühen europäischen Handelsstunden auf ein Tageshoch von 1,4789. Zum Ende des Handels schloss das Währungspaar bei 1,4650 von zuvor 1,4721. Der vorausgegangene Kursanstieg des EUR wurde auf rückläufige US-Arbeitslosenanträge zurückgeführt. Dieser Trend hob sich jedoch schnell mit Veröffentlichung der enttäuschenden Daten des US-Wohnungswesens wieder auf. Zum japanischen Yen verbuchte die US-amerikanische Währung leichte Verluste, da Anleger nach der weniger riskanten Währung suchten. Dieses Paar notierte bei 90,82 von zuvor 91,30.

Am heutigen Handelstag können Forex-Händler mit weiterer USD-Volatilität rechnen. Die Gruppe der 20 (G20) trifft heute zum zweiten Tag ihres Gipfels zusammen. Jegliche Aussagen der Staats- und Regierungschefs könnten die Märkte schnell in Bewegung setzen. Händler sollten demnach aufmerksam bleiben. Darüber hinaus werden um 16:00 Uhr die Zahlen zu den US-Neubauverkäufen im Monat August ausgegeben. Sollte das Ergebnis ähnlich den gestrigen Verkäufen bestehender Häuser ausfallen, könnte sich der Abwärtstrend für EUR/USD zum zweiten Tag in Folge fortsetzen und die Woche um die Marke von 1,4550 beendet werden.

Pfund bricht angesichts BoE-Stellungnahme ein

Äußerungen des britischen Notenbankgouverneur Mervyn King sorgten gestern für einen deutlichen Kurssturz des Britischen Pfunds weltweit. In einem Zeitungsinterview hatte King auf die positive Wirkung des schwachen Pfund Sterlings für Englands Wirtschaftserholung hingewiesen. Nun gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die BoE eine Pfund-Schwäche bevorzuge. Eine schwächere Währung könnte dem Export Großbritanniens unter die Arme greifen, so die BoE, da durch die abgewertete Währung Ausfuhren billiger werden, was deren Absatzchancen erhöht.

Anschließend begannen Händler augenblicklich dem Pfund den Rücken zu kehren. GBP/USD fiel bis auf 1,5947 von zuvor 1,6353, was einem Tagesverlust von 2,5% entsprach. Der EUR stieg ebenfalls um 2% zum Pfund in die Höhe, so dass EUR/GBP bei 0,9816 von zuvor 0,9004 schloss. GBP/AUD rutschte von 1,8803 auf 1,8467 ab.

Sollte die BoE ihr Pfund tatsächlich bei Abwärtstendenzen bevorzugen, könnte sich hier eine Gelegenheit für diejenigen Händler bieten, die der Ansicht sind, dass die britische Währung derzeit nicht geeignet bewertet ist. Möglicherweise sieht die BoE hier eine Möglichkeit zur weiteren Abschwächung des Pfunds. Wird die Bank zukünftige Maßnahmen ergreifen, um künstlich die Geldinflation im Land zu bremsen?

Yen steigt aufgrund negativer US-Daten

Während der Aufwärtstrend der risikoreichen Währungen aktuell zum Stillstand gekommen ist, verstärkt sich die Nachfrage nach dem japanischen Yen. Dabei trugen die enttäuschenden Zahlen des US-Wohnungswesens am gestrigen Handelstag entscheidend zu vorgenannter Entwicklung bei. Diese Tendenz setzt sich auch heute unvermindert fort. USD/JPY steigt mit risikoreichen Anlagestrategien und fällt angesichts einer nachlassenden Risikobereitschaft. Dies wurde insbesondere gestern deutlich, als das Währungspaar USD/JPY von zuvor 91,30 auf 90,82 abrutschte.

JPY-Anleger sollten heutige US-Indikatoren nicht aus den Augen verlieren, da diese voraussichtlich die Yen-Tendenzen bestimmen werden. Sollte sich der negative Nachrichtentrend auch heute fortsetzen, könnten weitere gewinnträchtige Währungen Verluste verzeichnen. USD/JPY fällt dann möglicherweise sogar bis unter die Unterstützungsmarke von 90,00.

Konjunkturdaten mindern Ölnachfrage

Der Ölpreis geriet gestern deutlich unter Druck. Ursache hierfür waren enttäuschende Daten aus dem US-Wohnungswesen sowie ein fester US-Dollar. Anleger verstanden die Entwicklungen als einen Rückgang wirtschaftlichen Wachstums sowie einer nachhaltigen Konjunkturerholung und somit einer Nachfragereduzierung des Rohstoffs. Rohöl fiel dabei unter die bedeutende Unterstützungsmarke von $66 pro Barrel und notierte zu Handelsschuss bei $65,85 von zuvor $68,36.

Damit fiel der Ölpreis gestern um 3,6% und verzeichnete zum zweiten Tag in Folge einen Rückschlag. Die Wertbestimmung des Rohstoffs scheint aktuell primär von konjunkturellen Daten abzuhängen. In diesem Fall sollten Händler keinesfalls die heutigen US-Veröffentlichungen zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für August sowie die US-Neubauverkäufe für August aus den Augen verlieren. Bis zum Ende des Tages könnte Rohöl noch die $65-Marke erreichen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 02. Oktober 2009 um 22:11 Uhr
 

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