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US-Dollar vor Fed-Sitzung vorläufig steigend Drucken E-Mail
Montag, 21. September 2009 um 21:32 Uhr

Die zunehmenden Sorgen über das wachsende US-Finanzloch und niedrige Zinssätze veranlassten Händler, sich in diesem Monat verstärkt auf risikoreiche Investitionen wie Aktien, Rohstoffe sowie gewinnbringende Währungen zu konzentrieren und Dollar-Anlagen abzustoßen. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) wird seinen Zinssatz voraussichtlich konstant halten. Der Markt verlangt jedoch bereits nach Orientierungshilfen: Wir die Fed ihre expansive Währungspolitik über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten?

US-Dollar steigt aufgrund Konjunkturoptimismus

In der vergangenen Woche ergab sich für den US-Dollar ein recht volatiler Handel. Zum EUR verbuchte der Dollar Kursverluste, während gegenüber Yen und insbesondere Britischem Pfund Gewinne zu beobachten waren.

Über 400 Punkte legte die US-Währung zum GBP zu. Im heutigen frühen Morgenhandel setzte der US-Dollar den Auftrieb der vergangenen Woche bei leichten Aufwärtstendenzen fort. Im Vorfeld der bevorstehenden US-Notenbank-Sitzung sowie einem erneuten Gipfeltreffen der G20 gehen Händler Short-Positionen ein.

Die Dollar-Volatilität lässt sich überwiegend auf gemischte Konjunkturdaten aus den USA zurückführen. Zum einen liefert der Einzelhandel weiterhin positive Umsatzzahlen. Dies bedeutet, dass der monatliche Gesamtumsatz im US-Einzelhandel aktuell steigt und die US-Verbraucher derzeit bereit sind, mehr Geld auszugeben. Des Weiteren legte der Verbraucherpreisindex in der letzten Woche um 0,4% zu und bestätigte demnach eine steigende Inflationsrate in den USA. Diese Entwicklung könnte sich nachhaltig auf den US-Dollar auswirken, da ein Anstieg der Inflation gewöhnlich zu einer Anhebung der Leitzinsrate führt, was den Dollar wiederum beispiellos stützen könnte.

Andererseits enttäuschte der TIC-Bericht die Prognosen, die sich auf 65,3 Mrd. USD beliefen. Das endgültige Ergebnis des grenzüberschreitenden Kauf- und Verkaufs langfristiger Wertpapiere umfasste lediglich 15,3 Mrd. USD. Allem Anschein nach zählte dieser Index in der vergangenen Woche zu eine der Hauptursachen für die Kursverluste gegenüber dem EUR.

In der anstehenden Woche wird wieder eine Reihe wichtiger Indikatoren aus der US-Wirtschaft erwartet. Wichtigster Index ist das für Mittwoch, 20:15 Uhr angesetzte Protokoll des Offenmarktausschusses. Analysten erwarten keine Veränderung der Zinsrate, mutmaßen jedoch über einen möglichen Strategiewandel in Bezug auf den Kauf von US-Staatsanleihen. Anleger sollten das Protokoll am Mittwoch aufmerksam verfolgen.

EUR entfernt sich von Jahres-Rekordniveau und GBP verliert

Der EUR gab im Laufe des Freitagshandels zum US-Dollar um 2% nach und notierte bei $1,4688. Als solide Unterstützungsmarke gilt das Level um $1,4640. Zum Yen blieb die europäische Währung stabil bei 134,35 Yen. Mit Kursverlusten gegenüber dem US-Dollar reagierte der EUR auf das Ergebnis des EU-Sondergipfels am Donnerstagabend in Brüssel, bei dem sich die EU für eine tiefgreifende Reform des internationalen Finanzsystems aussprach. Als Maßnahmen sollen dabei unter anderem weitere staatliche Konjunkturprogramme sowie eine niedrige Zinspolitik ihre Anwendung finden.

Das Pfund Sterling setzte seinen Abwärtstrend um weitere 90 Pence fort und erreichte ein neues 4-Monatstief zum EUR. Zuvor wurde berichtet, dass die UK strengere Bedingungen als bisher erwartet in Bezug auf die Teilveräußerung der Staatsbeteiligung an der Großbank Lloyds Banking Group festgelegt hat. Dementsprechend rutschte der GBP auf 90,53 Pence pro EUR von zuvor 90,40 Pence am 18. September. Im Handelsverlauf erreichte Englands Währung zwischenzeitlich die Marke von 90,67 Pence, was als niedrigstes Niveau seit dem 24. April gilt. Experten gehen davon aus, dass die Bank of England ihren Leitzins weiterhin niedrig halten wird, was zusätzliche Kursverluste des Pfund Sterling gegenüber US-Dollar und EUR bedeuten könnte.

Für die kommende Woche, insbesondere am Mittwoch, werden auch aus der Eurozone wichtige Konjunkturdaten erwartet. Zur Wochenmitte geben Frankreich sowie Deutschland wichtige Fundamentaldaten aus, die den EUR-Trend in dieser Woche bestimmen werden. Händler sollten alle für Mittwoch avisierten Veröffentlichungen im Auge behalten. Jegliche Überraschungen könnten den EUR antreiben oder im umgekehrten Fall Kursverluste auslösen.

Yen verliert an Stärke gegenüber Hauptwährungen

In der letzten Woche setzte der Yen seinen Abwärtstrend gegenüber den Hauptgegenwährungen fort. Dabei verlor der JPY über 100 Punkte zum US-Dollar und drückte das Währungspaar USD/JPY auf die Marke von 91,50. Ähnliche Tendenzen ergaben sich auch gegenüber dem EUR.

Während der japanische Yen seit Anfang August, angesichts des Wahlkampfsiegs der Demokratischen Partei, gegenüber 15 der 16 meistgehandelten Währungen an Boden gewinnen konnte, prognostizieren Analysten mittlerweile einen 5,7%-igen Rückgang zum USD sowie 1,2%-ige Verluste gegenüber dem EUR bis zum Ende des Jahres. Die Wirtschaft im Lande sei zu schwach, um eine höhere Rate zu stützen, so Experten.

Wichtigster Indikator aus Japan in dieser Woche ist der Bericht zur Handelsbilanz, der für Donnerstag, 01:50 Uhr angesetzt ist. Dieser gibt die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen im Monat August aus und gilt als einer der verlässlichsten Richtwerte für den japanischen Export. Ergebnisse, die über den Erwartungen liegen, liefern ein Potenzial zur Unterstützung des Yen.

Rohöl rutscht aufgrund stabilem US-Dollar ab

Der Ölpreis fällt zum 3. Tag in Folge. Anleger suchen aktuell nach Hinweisen für eine globale Wirtschaftserholung. Bislang verzeichnete Rohöl in diesem Jahr einen Anstieg von 61%. Weiterer Abwärtsdruck ergab sich mit der Bekanntgabe des Raffineriebetreibers Sinopec, Asiens Ölriese und Chinas zweitgrößtes Mineralölunternehmen, dass die rückläufige Nachfrage nach Diesel in China die Konjunkturerholung verzögere.

Um 3,9% schloss der Ölpreis in der vergangenen Woche fester, nachdem sich die Aktien an der Wall Street erholten und der US-Dollar erneut deutlich abrutschte. Dem vorausgegangen war der wöchentliche Bericht der US-Öllagerbestände, der einen deutlichen Rückgang darlegte. Obwohl die Rohölpreise in diesem Quartal bislang um nur 3% anstiegen - nachdem diese im bereits zweiten Jahresquartal um 40% in die Höhe schossen - gehen Experten in den kommenden Wochen, angesichts einer zunehmenden Wirtschaftserholung sowie einem steigenden Bedarf in den Wintermonaten, von einem Aufwärtstrend für den Rohstoff aus.

In dieser Woche sollten Rohöl-Händler auf Indikatoren aus den USA und der Eurozone sowie auf die globalen Aktienmärkte achten, nach denen sich der Rohöl-Handel richten wird. Zusätzlich ist und bleibt der Bericht der US-Rohöllagerbestände am Mittwoch von Bedeutung, der stets seinen Einfluss auf die Ölpreise nimmt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 22. September 2009 um 21:35 Uhr
 

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