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Trotz jüngster Sorgen um Haushaltsdefizite sowie Inflationsangst, scheint der Markt überraschend ruhig zu sein. Der USD befindet sich weiterhin auf dem absteigenden Ast und spiegelt einerseits einen Vertrauensverlust in die US-amerikanische Wirtschaft, andererseits eine erhöhte Risikobereitschaft der Investoren wider, die derzeit US-Staatsanleihen abstoßen. Unweigerlich stützen die Abwärtstendenzen des USD die Energiepreise und fördern das Exportwachstum weltweit. Eine konjunkturelle Erholung scheint im Gange, dennoch ist Vorsicht geboten: der Weg zu wirtschaftlichem Aufschwung könnte lang und beschwerlich sein. US-Dollar fällt aufgrund Marktoptimismus Der US-Dollar näherte sich im gestrigen Handel einem neuen Jahrestief gegenüber den Hauptgegenwährungen. Der derzeitige globale Wirtschaftsoptimismus verringerte die Attraktivität des Dollars als Safe-Haven-Währung.
Bis Handelsschluss verlor der USD gegenüber dem EUR an Boden und drückte das oft gehandelte Währungspaar bis auf 1,4730. Eine ähnliche Entwicklung war gegenüber dem GBP zu beobachten. Hier schloss der USD bei 1,6492.
Im vergangenen Monat verkauften Investoren vermehrt USD-Anlagen. Die Hoffnungen der Händler auf eine gesamtwirtschaftliche Erholung schmälern die Nachfrage nach „sicheren“ Anlagen. Der Ausblick auf geringe US-Renditen und ein sich steigerndes US-Haushaltsdefizit schürt darüber hinaus den USD-Verkauf. Des Weiteren legen Investoren aktuell vermehrt in Aktien und Rohstoffe an, nachdem der am Mittwoch veröffentlichte US-Verbraucherpreisindex sowie die jüngsten Daten zur Industrieproduktion über den Erwartungen lagen und die Marktteilnehmer ermutigten. In seiner gestrigen Rede auf der IAA erklärte US-Notenbank-Präsident Ben Bernanke die US-Rezession für höchstwahrscheinlich beendet und warnte gleichzeitig vor einer langsamen Konjunkturerholung.
Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer die für heute angesetzten US-Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie zu den Baugenehmigungen für den Monat August, die voraussichtlich großen Einfluss auf die US-amerikanische Währung nehmen werden. Die Ergebnisse könnten überraschend ausfallen, während unklar bleibt, welche Richtung der Dollar einschlagen wird. Viele Anleger sind in Bezug auf die heutigen Marktreaktionen unsicher. Sollte das Ergebnis enttäuschen, könnte sich erneute Risikoaversion einstellen, den Ankauf von US-Bundesanleihen antreiben und letzten Endes dem US-Dollar neuen Aufschwung verleihen. Ein Resultat, das die Prognosen der Experten übertrifft, könnte als Zeichen relativer wirtschaftlicher Stärke der USA gedeutet werden und dem Dollar Auftrieb geben. Indes könnte sich die Risikobereitschaft unter den Investoren steigern und demzufolge Rohstoff-Anlagen sowie gewinnträchtige Währungen zu Lasten des US-Dollars stützen. EUR profitiert von schwachem Dollar Der EUR verzeichnete im gestrigen Handel gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen Kursgewinne. Die steigenden Aktien- und Rohstoffkurse veranlassten Anleger, sich an risikoreiche Währungen heranzuwagen. Die Gemeinschaftswährung der 16 Nationen baute ihren Kursanstieg aus und näherte sich mit einer Notierung um 1,4714 einem neuen Jahreshoch gegenüber dem US-Dollar. Auch zum CHF ergab sich für den EUR ein ähnlicher Verlauf. Das Währungspaar kletterte bis zum Ende des Tages von 1,5150 auf 1,5195.
Der EUR stand am gestrigen Handelstag wiederholt unter dem Einfluss steigender globaler Aktienmärkte sowie eines bärischen US-Dollar. Der deutliche Kursanstieg an den US-Aktienmärkten veranlasste die Investoren im Mittwochshandel dazu, sich an Titel mit Rohstoffbezug sowie gewinnträchtigen Positionen zu orientieren, und wieder vermehrt in EUR anzulegen.
Das Pfund Sterling erweiterte seine Kursverluste gegenüber EUR und JPY am gestrigen Handelstag, nachdem die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ihren höchsten Stand seit 1995 erreichte. Der Stellenabbau vollzieht sich dabei in Wirtschaftszweigen vom Bankwesen bis zur Baubranche und schürt die Besorgnis um das Erholungstempo der britischen Wirtschaft. Der GBP rutschte um 0,8% zum EUR ab und wurde bei 0,8920 gehandelt.
Wichtigster Index der Eurozone wird heute aus England veröffentlicht: der Einzelhandelsumsatz für August um 10:30 Uhr. Experten erwarten rückläufige Zahlen im Vergleich zu ihrer Vormessung. Anleger sollten ihr Augenmerk heute insbesondere auf diese Bekanntgabe richten. Übertrifft das Ergebnis die Erwartungen, könnte dies den GBP kurzfristig wieder in die Höhe treiben. Darüber hinaus sollten Händler die für 11:00 Uhr angesetzte Veröffentlichung der Handelsbilanz für die Eurozone (nicht-saisonbereinigt) des Monats Juli aufmerksam verfolgen, deren Ergebnis die kommenden Tendenzen des EUR und dessen Crosse am heutigen Handelstag bestimmen könnte. USD/JPY erreicht 7-Monatshoch Der Yen schloss am gestrigen Handelstag bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen. Dabei blieb Japans Währung überwiegend unverändert gegenüber dem EUR und notierte hier um die Marke von 133,70. Zum US-Dollar markierte der japanische Yen mit einem 7-Monatshoch deutlich zinsbullische Tendenzen. Japans neuer Finanzminister Hirohisa Fujii deutete zuvor an, dass ein stärkerer Yen der Volkswirtschaft Vorteile bringen könnte.
Heute werden die japanischen Märkte starken Einfluss auf den JYP gegenüber den Hauptgegenwährungen haben - Japan veröffentlicht die Overnight Call Rate, den aktuellen Leitzinssatz für Übernachtkredite an Finanzinstitutionen. Japans Zinsrate wird voraussichtlich unverändert bleiben, Anleger sollten jedoch auf die dem Entscheid folgenden Pressekonferenz der Bank of Japan achten, um die Prognosen für Japans wirtschaftliche Zukunft zu erfahren. Einige Anleger gehen davon aus, dass ein zinsbullischer Konjunkturausblick der Notenbank, ein Anzeichen für ein rosigeres Finanzklima in Japan sein könnte. Ölpreis steigt angesichts aussichtsreicher Lagerbestände Die Rohölpreise verzeichneten einen weiteren Tag voller Kursgewinne. Der unter den Händlern beliebte Rohstoff kletterte im gestrigen Handel bis über $72,80 pro Barrel. Damit ergab sich zum zweiten Tag in Folge ein Plus für die Ölpreise. Eine der Ursachen für diese Entwicklung ist der momentan schwache US-Dollar, der Investoren dazu veranlasste, sich Rohstoff-Anlagen wie Rohöl zuzuwenden.
Zusätzlich könnte der Preis seinen zinsbullischen Trend, angesichts der über den Erwartungen rückläufigen US-Rohöllagerbestände, fortsetzen. Dementsprechend steigt die Nachfrage aufgrund von Marktoptimismus sowie ersten Anzeichen eines Wirtschaftswachstums. Insgesamt gehen Experten davon aus, dass der Ölpreis in naher Zukunft weiterhin Unterstützung findet und sich die Aufwärtstendenzen für den Rohstoff zunächst fortsetzen werden. |