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US-Dollar auf 2009-Jahrestief Drucken E-Mail
Dienstag, 15. September 2009 um 22:03 Uhr

Der US-Dollar verzeichnete gestern deutliche Kursverluste gegenüber dem EUR, konnte jedoch an Boden gegenüber anderen Hauptgegenwährungen gewinnen. Händler hatten ihr Augenmerk am Montag auf die Fundamentaldaten dieser Woche gelegt. Des Weiteren lösten EUR und Yen auf technischer Ebene Investitionen aus. Die Marktausrichtung verlagert sich aktuell in Richtung US-Indizes, von denen gleich eine ganze Reihe sowohl heute, am Dienstag, als auch am Donnerstag veröffentlicht wird. Sie werden bestimmen, ob der Dollar seinen Abwärtstrend fortsetzt oder dieser vorübergehend unterbrochen wird.

Dollar fällt auf Jahrestief gegenüber EUR

Im gestrigen Montagshandel rutschte der US-Dollar zum EUR auf ein neues Jahrestief. Gegenüber anderen Hauptwährungen konnten jedoch Kursgewinne beobachtet werden, nachdem der USD zunächst zum frühen Morgenhandel, angesichts hoher Kursschwankungen, deutliche Abwärtstendenzen erkennen ließ.

Hauptursache für die bärischen USD-Tendenzen zum EUR war ein wesentlicher Kursanstieg an den US-Aktienmärkten, überwiegend von Industrie- und Finanztitel ausgelöst. Dies veranlasste die Anleger wiederum, in Währungen und Rohstoffe anzulegen, die höhere Erträge abwerfen.

GBP/USD schloss zum Ende des Handelstages um 70 Punkte höher bei 1,4614 und lag dabei geringfügig über der gestrigen Notierung bei 1,4652. Auch US-Präsident Obamas Grundsatzrede zur Finanzmarktreform gestern, ein Jahr nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, brachte dem USD Aufschwung. USD/JPY beendete den Handelstag bei 91,10 und markierte hier einen ersten Anstieg in zehn Tagen. Insgesamt konnten am Montag nennenswerten USD-Kursgewinne nicht wahrgenommen werden, da keine Fundamentaldaten aus den USA veröffentlicht wurden.

Ganz im Gegensatz zum heutigen Handelstag - um 14:30 Uhr werden gleich zwei bedeutende US-Indikatoren ausgegeben: die US-Erzeugerpreise für August sowie der US-Einzelhandelsumsatz für August. Sollten die Ergebnisse dieser Indizes die Erwartungen übertreffen, wird der US-Dollar möglicherweise Unterstützung finden. In einem umgekehrten Fall, könnten sich für die US-amerikanische Währung zum zweiten Tag in Folge Kursverluste gegenüber dem EUR ergeben. Um 16:00 Uhr erwartet die Marktteilnehmer eine Ansprache zur US-Wirtschaftslage von US-Finanzminister Timothy Geithner. Jegliche Hinweise auf eine Leitzinsänderung könnten hohe Kursschwankungen für den USD auslösen, nach denen sich die Tendenzen zur Wochenmitte bestimmen lassen.

EUR steigt trotz schlechter Fundamentaldaten

In der Eurozone ist die Industrieproduktion auch im Juli leicht gesunken und verdeutlichte ein weiteres Mal, dass die erhoffte Stabilisierung im Bereich Produktion nur schwerfällig in Gang kommt. Dabei verringerte sich die industrielle Erzeugung saisonbereinigt um 0,3% im Vergleich zum Vormonat, was die Experten befürchten ließ, dass EZB-Chef Jean-Claude Trichet eine Leitzinsanhebung letztendlich später als geplant umsetzen könnte. Insgesamt führte dies am gestrigen Handelstag zu einem EUR-Ankauf als Safe-Haven-Anlage.

Deutliche Kursgewinne verzeichnete der EUR damit gegenüber dem US-Dollar. EUR/USD kletterte dementsprechend bis auf ein neues Jahreshoch bei 1,4614. Auch zum GBP legte der EUR um 50 Punkte zu, als Investoren im gestrigen Handel die Gemeinschaftswährung dem Britischen Pfund gegenüber bevorzugten. Allem Anschein nach zeigte sich der EUR am Devisenmarkt entgegengesetzt dem mangelnden Vertrauen in Europa zinsbullisch. Des Weiteren markierte der EUR wieder erste Aufwärtstendenzen gegenüber dem JPY seit vergangenem Mittwoch. Das Währungspaar schloss hier merklich höher mit 133,20.

Wichtigster Indikator der Eurozone heute sind die für 11:00 Uhr angesetzten ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland für den Monat September. Dieser Index wird heute erwartungsgemäß zur Hauptquelle für EUR-Kursschwankungen im frühen Handel werden. Der Indikator gibt die Differenz der positiven und negativen Erwartungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung für die kommenden sechs Monate innerhalb Deutschlands an. Aus England werden um 10:30 Uhr die Verbraucherpreise für den Monat August erwartet sowie um 10:45 Uhr der Inflationsbericht. Positive Ergebnisse könnten den GBP noch heute erkennbar in die Höhe treiben. Hier konnte die Britische Währung einen Großteil der zuvor entstandenen Verluste gegenüber den Hauptwährungen ausgleichen.

Yen rutscht gegenüber Hauptwährungen ab

Am Montag ergaben sich für den Yen Kursverluste gegenüber den Hauptwährungen. Die japanische Währung konnte ihre jüngsten Kursgewinne nicht weiter ausbauen. Noch in den vergangenen Tagen verzeichnete der JPY äußerst zinsbullische Tendenzen gegenüber den Gegenwährungen. Dementsprechend ergab sich gestern eine Kurskorrektur des bereits überbewerteten JPY. Darüber hinaus kehrten viele Investoren am Montag dem JPY den Rücken zu und hielten Ausschau nach gewinnträchtigeren Währungen und Rohstoff-Anlagen.

Insgesamt rutschte der Yen gestern um 70 Punkte zum USD auf die Marke von 95,10 ab. Zum GBP ergab sich ein Verlust von 110 Punkten und eine Notierung bei 151,33. Das Währungspaar EUR/JPY legte bis Handelsschluss um 175 Punkte zu und steht aktuell bei 133,20. Heute wird der JPY voraussichtlich auf Wirtschaftsdaten der führenden Industrienationen reagieren. Sollten diese eine Markterholung widerspiegeln, kann sich die rückläufige Kurskorrektur des Yen heute fortsetzen.

Rohölpreis stabil unter $69 pro Barrel

Gestern schloss der Ölpreis um 1% bzw. 55 US-Cents höher bei $69,05. Im Laufe des Handelstages ergaben sich zunächst überwiegend Abwärtstendenzen. Der schwache USD stützte den Rohstoff am Montag, als Investoren nach Investitionsalternativen für höhere Erträge strebten. Darüber hinaus stärkte US-Präsident Obamas Grundsatzrede zur Finanzmarktregulierung das Vertrauen der Anleger in die US-Konjunktur.

Händler erwarten auch heute wieder einen volatilen Börsengang für Rohöl. Auf weitere USD-Abwärtstendenzen wird der Rohstoff vermutlich zinsbullisch reagieren. Dies könnte gleichermaßen der Fall sein, sollten die Kurse an den Aktienmärkten weiterhin steigen. Rohöl-Anlagen könnten sich dementsprechend für Händler heute auszahlen.

 

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