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GBP-Volatilität vor Zinsentscheid Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. September 2009 um 21:56 Uhr

Bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptgegenwährungen zeigt sich das Britische Pfund mittlerweile verstärkt volatil. Um 13:00 Uhr wird die Bank of England (BoE) ihren Zinsbeschluss im Anschluss an die Sitzung des geldpolitischen Rats bekannt geben.

USD fällt in diesem Jahr um 3,7% zum EUR

Der Dollar-Index erreichte gestern ein neues Rekordtief. Äußerst niedrige Kreditzinsen veranlassten die Händler dazu, ihre Dollar-Anlagen abzustoßen und gewinnträchtigere Investitionen zu tätigen.

Der Dollar-Index, der den Kursverlauf der US-amerikanischen Währung im Vergleich zu den Währungen der sechs wichtigsten US-Handelspartner darstellt, stand gestern bei 77,002, nachdem dieser zuvor im Tagesverlauf um 0,7% auf 76,803 abgerutscht war und damit das niedrigste Niveau seit dem 26. September 2008 markierte.

Der USD erfährt weiterhin Abwärtsdruck. Viele Marktteilnehmer glauben an ein baldiges Ende des globalen Wirtschaftsabschwungs und setzten daher vermehrt auf gewinnträchtige und risikoreiche Anlagen zu Lasten von Dollar-Investitionen. Gleichzeitig vermuten Experten, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in absehbarer Zeit anheben wird. Während das Konjunkturprogramm der Regierung den USA aus der Rezession hilft, wurden begleitend große Mengen an Dollar in die Wirtschaft gepumpt, die Arbeitslosenrate steigt jedoch kontinuierlich.

Diese USD-Mengen, bei einer äußerst niedrigen Rendite für auf US-Dollar lautende Vermögenswerte, die sich durch das tiefe Zinsniveau ergeben, lassen den USD in einem uninteressanten Licht für Investoren erscheinen, die derweilen den JPY zur bevorzugten Carry Trade-Währung wählen.

Um 14:30 Uhr werden heute zwei überaus wichtige US-Indikatoren veröffentlicht: die US-Handelsbilanz für Juli sowie die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der Woche. Analysten gehen von einer leichten Verbesserung bezüglich der Arbeitslosenrate aus. Sollte das Ergebnis enttäuschen, könnten jüngste Dollar-Verluste wieder ausgeglichen werden.

EUR bleibt mit über $1,4500 in Schwung

Der EUR konnte am Mittwoch sein Momentum halten, nachdem einen Tag zuvor die obere Grenze der Handelsspanne von $1,4450, in denen sich die europäische Währung in den Sommermonaten bewegte, schließlich überwunden wurde. Nachfolgend wurde der EUR bei über $1,45 gehandelt, nachdem die Gemeinschaftswährung kurzfristig bis auf $1,46 kletterte und damit ein Rekordhoch in über neun Monaten markierte.

Zu später Handelsstunde notierte der EUR bei $1,4553. Zu Handelsschluss am Dienstag schloss die Währung noch bei $1,4499. Zum Yen wurde der EUR bei 134,02 Yen, von zuvor 133,73 Yen gehandelt. Das Britische Pfund wiederum notierte bei $1,6532, von zuvor $1,6499.
Derzeit profitiert der EUR deutlich von der Annahme der Marktteilnehmer, nach der sich die Konjunkturlage in der Eurozone in einem schnelleren Tempo erhole, als die der USA. Indes scheint der EUR darüber hinaus eine beliebte gewinnträchtige Alternative zum USD geworden zu sein.

Heute erwarten die Marktteilnehmer die für 13:00 Uhr angesetzte Bekanntgabe Großbritanniens zum Zinsbeschluss des geldpolitischen Rats. Obwohl eine Änderung des Zinssatzes unwahrscheinlich ist, bleibt die Ankündigung mit ihrem Einfluss auf den GBP von großer Bedeutung. Die im vergangenen Monat getroffene Entscheidung der Regierung, die Sonderpolitik der quantitativen Lockerung in England fortzuführen, brachte den GBP aus dem Gleichgewicht gegenüber seinen Gegenwährungen. Wird sich eine solche Entwicklung heute wiederholen?

Yen auf 7-Monatshoch zum USD

Japans Währung kletterte gestern gegenüber dem US-Dollar um 0,8% in die Höhe und wurde bei 91,61, dem höchsten Niveau sein dem 17. Februar, gehandelt. Zum EUR rutschte der Yen jedoch um 0,2% ab und notierte hier bei 133,98 pro EUR. Eine Unterstützung der asiatischen Währung ergibt sich aktuell aus dem Austausch-Effekt zwischen USD und JPY als bevorzugte Carry Trades-Währung.

Gleichwohl sind diese neuen Höchststände voraussichtlich nicht beständig, da die Bank of Japan (BOJ) ihre Landeswährung in der Regel nicht unkontrolliert in die Höhe klettern lässt, ohne dass sich eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftslage abzeichnet. Von diesem Tatbestand ist Japan jedoch noch weit entfernt.

Da Japan heute keine bedeutenden Indizes veröffentlicht, werden die kurzfristigen Tendenzen des Yen voraussichtlich von Konjunkturdaten aus den USA und Europa bestimmt werden.

OPEC-Quoten unverändert

Der Ölpreis setzte seinen Aufwärtstrend zum vierten Tag in Folge auch gestern fort. Das Barrel Rohöl zur Auslieferung im Oktober stieg heute im frühen Morgenhandel um 31 US-Cent auf $71,67 pro Barrel an der New Yorker Terminbörse für Energie und Edelmetalle in Nordamerika (NYMEX) an.

Den Ölpreis stützte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit ihrem Entscheid, ihre Förderquoten unverändert zu belassen. Erwartungen zufolge, soll sich der Preis angesichts einer globalen Wirtschafterholung um die Marke $71 pro Barrel einpendeln. Allem Anschein nach sind sowohl Verbraucher als auch Erdölproduzenten mit einer Handelsspanne von $65 bis $75 pro Barrel aktuell zufrieden. Der Abwärtstrend des US-Dollar treibt den Ölpreis wiederholt in die Höhe, da das in Dollar bepreiste Rohöl für Anleger von Fremdwährungen günstiger ist. Darüber hinaus dient Öl, einigen Marktteilnehmern zufolge, als Absicherung gegen eine befürchtete Inflation durch den schwachen Dollar.

Zur heutigen Veröffentlichung der US-Rohöllagerbestände der Woche erwarten Experten einen erneuten Rückgang um 1,5 Mio. Barrel, was einer Abnahme zum dritten Mal in vier Wochen gleichkommen würde. Sollte das Ergebnis positiv überraschen, könnten sich weitere Aufwärtstendenzen für Rohöl ergeben.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. September 2009 um 22:00 Uhr
 

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