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Ölpreise überraschend zinsbullisch während USD nachgibt Drucken E-Mail
Mittwoch, 09. September 2009 um 22:21 Uhr

Bei der derzeit hohen Marktvolatilität ergeben sich für einige Währungen und Rohstoffe neue Rekordkurse, die bereits seit dem vergangenen Jahr nicht erreicht wurden. Beispielsweise fiel der USD am gestrigen Handelstag fast auf sein niedrigstes Niveau innerhalb eines Jahres, nachdem die Kurse an den globalen Aktienbörsen anstiegen. Auch der Goldpreis überrascht jüngst die Märkte mit einem kontinuierlichen Aufwärtstrend: Zum ersten Mal seit März 2008 stieg der Rohstoff bis über die Marke von $1000. Diese derartigen Kurserholungen schaffen einen berechenbareren Devisenmarkt, aus denen Anleger Profit schlagen können.

Dollar auf 2009-Jahrestief

Der US-Dollar fiel am Dienstag fast bis auf ein neues Jahrestief gegenüber dem EUR. Insgesamt verlor die US-Währung gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen angesichts einer gesteigerten Risikobereitschaft seitens der Anleger.

Diese wurde ferner von positiv ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland und Großbritannien gestützt. In Krisenzeiten wird der US-Dollar von den Marktteilnehmern in der Regel als Safe-Haven-Währung betrachtet, die mit Anzeichen weltwirtschaftlichen Aufschwungs Abwärtstendenzen einschlägt.

Der schwächelnde Dollar ergab sich gestern nicht nur aufgrund steigender Aktienmärkte und optimistischer Konjunkturdaten in Übersee. Erneut kam die Frage über die Richtigkeit des US-Dollars als weltweite Reservewährung Nr.1 auf. Händler verkauften ihre US-Dollar und waren verunsichert, wie lange der US-Dollar seinen Status als Weltreservewährung noch aufrechterhalten wird. Des Weiteren verlor der USD selbst gegenüber einer weiteren Safe-Haven-Währung, dem japanischen Yen. Dies signalisierte, dass den Dollar-Abstoß mehr als nur gesteigerte Risikobereitschaft auslöste. Dabei rutschte der Dollar um 0,8% auf 92,30 Yen ab.

Am Montag veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Bericht, der die Abschaffung der Rolle des US-Dollar als wichtigste Reservewährung thematisierte. Vielmehr sei ein System von veränderlichen Wechselkursanbindungen („Soft Pegs“) zu bevorzugen. Dementsprechend könnten Ungleichgewichte gemindert werden, die sich z.B. aus der massiven US-Verschuldung oder dem hohen chinesischen Handelsbilanzüberschuss ergeben. Die hierauf Bezug nehmende Berichterstattung drückte den USD-Kurs weiter nach unten. Einige Analysten erwarten für den US-Dollar Abwärtstrends für die kommenden Monate.

EUR steigt aufgrund hoher Risikobereitschaft bis über $1,45

Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte gestern ein neues Rekordhoch zum US-Dollar, als die französische Regierung ihre Prognose für einen Anstieg der nationalen Industrieproduktion ausgab und damit die Nachfrage nach gewinnträchtige Anlagen aktivierte. Darüber hinaus erweiterte der EUR seine Kursgewinne zum Dollar angesichts steigender Aktien- und Rohstoffkurse. Zum Yen machte Europas Währung zum 5. Tag in Folge Boden gut. Laut der Prognose von Investoren soll das Verbrauchervertrauen in Japan von zuvor 39,7 Punkten im Juli auf 40,2 Punkte im August klettern, was gestern die Nachfrage nach gewinnträchtigeren sowie risikoreichen Anlagen in die Höhe trieb.

Zusätzlich profitiert der EUR derzeit von der Unsicherheit über die US-Wirtschaft. Voraussichtlich wird in der Eurozone früher als in den USA eine Anhebung der Zinsrate erfolgen. Entsprechende Daten werden am Donnerstag ausgegeben.

In der Zwischenzeit stieg der GBP sprunghaft um 0,9% zum USD in die Höhe und erreichte die Marke von $1,6530. Zuvor waren die Zahlen zur Produktionsmenge in England deutlich besser ausgefallen als erwartet. Zum Yen verzeichnete das Britische Pfund zum zweiten Tag in Folge Kursverluste, nachdem die britische Notenbank, Bank of England (BoE), ankündigte, ihr Programm der Aufkäufe von Staats- und Unternehmensanleihen fortsetzen zu wollen. Dies könnte eine weiterhin schwerfällige Konjunkturerholung mit sich bringen. Am Donnerstag wird Englands geldpolitisches Entscheidungsgremium den Entschluss zum Leitzins bekannt geben. Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank ihren Leitzins unverändert belassen wird.

Yen verlängert zinsbullischen Lauf gegenüber Dollar

Der japanische Yen kletterte gestern gegenüber EUR und USD in die Höhe. Zuvor wurde berichtet, dass die industrielle Produktion in Großbritannien laut Wirtschaftswissenschaftlern im Juli in einem langsameren Tempo gestiegen sei, als bei ihrer Vormessung. Händler sahen den Yen als geeignete Zufluchtswährung. Des Weiteren wurde der Yen durch Japans Leistungsbilanzüberschuss gestützt, der sich im Jahresvergleich auf 1,27 Billionen Yen ($13,7 Mrd.) reduzierte.

Der Yen hat im laufenden Geschäftsjahr bereits das Erwartungsniveau bedeutender japanischer Hersteller übertroffen und könnte diesen Trend, den aktuellen Anzeichen zufolge, fortsetzen. Sollte der Dollar unter die Marke von 92 Yen fallen, könnte dies deutlich an den globalen Aktienmärkten zu spüren sein, so Analysten.

Ölpreis springt im Vorfeld des OPEC-Treffens über $71-Marke

Der Ölpreis erhöhte sich am Dienstag um nahezu 4%. Ein äußerst schwacher Dollar trieb die Rohstoff-Kurse im Vorfeld des für heute angesetzten OPEC-Treffens in die Höhe. Darüber hinaus rutschte der US-Dollar gegenüber einem ganzen Währungskorb bis auf ein neues Jahrestief ab, während der Rohstoff Gold bis über $1,000 pro Feinunze anzogen und damit den höchsten Stand sei März 2008 erreichte.

Heute findet das Ministertreffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) in Wien statt. Analysten erwarten, dass das Kartell seine Produktionsmenge nicht modifizieren und die Mitgliedsstaaten dazu auffordern wird, den Produktionsbeschränkungen nachzukommen.

Der in der vergangenen Woche um 6,5% gefallene Ölpreis wird seit Anfang August zwischen $65 und $75 pro Barrel gehandelt. Der Kurs schwankt dabei entsprechend den aktuellen Konjunkturdaten, die Investoren als Anhaltspunkt für das Tempo der weltweiten Markterholung nutzen. Aufgrund des US-Feiertags Labor Day am Montag werden die US-Öllagerbestände in dieser Woche um einen Tag verzögert ausgegeben. Der Bericht des US-Energieministeriums wird demnach am Donnerstag um 17:00 Uhr veröffentlicht. 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 10. September 2009 um 22:24 Uhr
 

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