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USD profitiert von fallenden Wall-Street-Kursen Drucken E-Mail
Mittwoch, 02. September 2009 um 21:31 Uhr

Der US-Dollar stabilisierte sich am Dienstag angesichts fallender Aktienkurse an der Wall Street, was die Anleger dazu veranlasste, vermeintlich risikoreiche Währungen zu meiden. Trotz überraschend verheißungsvollem ISM-Index, des verarbeitenden Gewerbes (August), reagierte der Aktienmarkt nur kurzfristig positiv und drehte anschießend deutlich ins Minus. Die US-amerikanische Währung profitierte von dieser Entwicklung. Gerade in letzter Zeit schätzten die Marktteilnehmer den Dollar als Absicherung zu Kursverlusten an den Aktienmärkten. Im Vorfeld der für heute erwarteten US-Arbeitsmarktdaten beobachten Anleger unter den Marktteilnehmern eine erhöhte Besorgnis in Hinsicht auf negative Ergebnisse. Mittlerweile scheinen die Märkte stärker auf enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA zu reagieren, als auf überraschend positive Resultate.

Optimistische Produktionszahlen heben Dollar-Kurs

Gegenüber einem Großteil seiner Gegenwährungen verbuchte der US-Dollar gestern Kursgewinne, nachdem fallende Kurse an den amerikanischen Aktienmärkten die überraschend positiv ausgefallenen US-Produktionszahlen des verarbeitenden Gewerbes wieder aufhoben und sich die Attraktivität der amerikanischen Währung als Safe-Haven somit bedeutend steigerte.

Als Ergebnis dessen beendete der USD den gestrigen Handelstag zum EUR mit einem Plus von 150 Punkten bei 1,4216. Auch zum GBP machte der Dollar Boden gut und schloss hier bei 1,6155.

Größte Einflussfaktoren des Dollar am gestrigen Handelstag waren die Veröffentlichung des aussichtsvollen ISM-Index sowie das Ergebnis der ausstehenden Hausverkäufe in den USA. Der nationale Index der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe hat sich im August deutlich stärker verbessert als erwartet. Zum ersten Mal in 19 Monaten signalisierte der wichtige Stimmungsfaktor wieder ein Wachstum. Auch die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA hat im Juli überraschend deutlich angezogen. Die weltgrößte Wirtschaftsnation USA scheint in Sachen Rezession womöglich aus dem Gröbsten heraus zu sein. Die Nachfrage nach US-Dollar unter den Marktteilnehmern steigt aktuell. Sowohl für Produktion, als auch den Immobiliensektor könnten sich weitere Wachstumstendenzen in den kommenden Monaten einstellen. In diesen beiden Wirtschaftszweigen wird ca. die Hälfte der seit Rezessionsbeginn im Dezember 2007 abgeschafften Arbeitsplätze gezählt.

Anleger sollten ihr Augenmerk heute auf den ADP-Arbeitsmarktbericht für August richten, bei dem aktuelle Zahlen zur US-Beschäftigung im privaten Sektor ausgegeben werden. Die Veröffentlichung ist für 14:15 Uhr angesetzt. Experten erwarten einen Rückgang auf -250.000 Stellen von zuvor -371.000 Stellen. Darüber hinaus ist heute auch das Ergebnis der Rohöllagerbestände (Woche) von Bedeutung, das sich ebenfalls im Vergleich zur Vormessung reduzieren soll. Dieser Indikator steht in enger Korrelation zum USD-Kurs.

EUR-Gewinne nach hohen Arbeitslosenzahlen aufgehoben

Der EUR-Kurs bewegte sich gestern minimal. Zuvor erreichte Gewinne lösten sich schnell wieder auf, nachdem deutlich wurde, dass die Produktionszahlen der Fertigungsindustrie in der Eurozone im Monat August nach wie vor rückläufig sind. Anleger fürchteten demzufolge, dass die globale Wirtschaftskrise trotz aller jüngst positiv ausgefallenen Konjunkturdaten nicht zu Ende sei. Zum USD verlor der EUR an Boden und drückte das Währungspaar bis auf die Marke von 1,4220. Insgesamt konnte der EUR trotz positiver Entwicklungen des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) in der Eurozone und einem geringeren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland als befürchtet, keinen Kursgewinn markieren.
Das Pfund Sterling trat ebenfalls zuvor erreichte Gewinne gegenüber USD und EUR wieder ab, nachdem die UK-Produktionsaktivität im August einen unerwarteten Einbruch erlitt und neue Sorgen um das Erholungstempo der britischen Wirtschaft unter den Marktteilnehmern aufkamen.

Der GBP rutschte dementsprechend gegenüber dem USD um 0,8% bis auf $1,6152 ab. Zum EUR ergab sich mit 88,04 Pence wenig Veränderung.
Als wichtigster Indikator der Eurozone heute gilt die 2. Veröffentlichung des BIP des 2. Quartals um 11:00 Uhr. Experten erwarten keine Veränderung des Ergebnisses im Vergleich zur Vormessung. Anleger sollten ihr Augenmerk insbesondere auf diese Veröffentlichung richten. Sollten die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen, könnte dies den EUR kurzfristig wieder in die Höhe treiben. Darüber hinaus werden Englands Construction PMI, der Einkaufsmanagerindex der Baubranche, um 10:30 Uhr sowie Amerikas ADP-Arbeitsmarktbericht zur US-Beschäftigung im privaten Sektor um 14:15 Uhr ausgegeben, die die kommenden Tendenzen des EUR und die seiner Haupt-Crosse für die nächste Woche mitbestimmen werden.

Yen erreicht 7-Wochen-Hoch

Der JPY verzeichnete gestern einen zinsbullischen Handelstag und gewann gegenüber den meisten seiner Währungsgegner. Ein neues 7-Wochen-Hoch erreichte Japans Währung gegenüber dem US-Dollar, angesichts Spekulationen um überbewertete Leitindizes, die die Nachfrage nach der verhältnismäßig „sicheren“ japanischen Währung stützten.

Der Yen erzielte die deutlichen Kursgewinne gegenüber der US-amerikanischen Währung, nachdem der angeschlagene Kreditgeber CIT Group mitteilte, dass Zinszahlungen für Anleihen vorübergehend eingestellt werden. Demnach wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass Zahlungen von Zinsen auf nachrangige 6,1%-Anleihen mit Fälligkeitstermin 2067 bis zum 15. September ausgesetzt werden. In Rezessionszeiten tendiert Japans Währung in der Regel zum Aufschwung, da der Handelsüberschuss die Abhängigkeit der Nation von Auslandskapital mindert, während der US-Dollar von seiner Stellung als Weltleitwährung profitiert.

Händler erwarten weitere Aufwärtstendenzen des Yen bis zum Ende der Handelswoche. Sie befürchten, dass weiterhin fallende Aktienkurse die Erholung der globalen Wirtschaftslage aufhalten könnten.

Ölpreis rutscht um 3% aufgrund fallender Aktien und steigendem USD ab

Wieder verzeichnete der Rohstoff Rohöl eine Wertminderung. Der Ölpreis fiel im heutigen Morgenhandel um 3% bis unter die Marke von $68,04. Zum zweiten Tag infolge war der Preis mittlerweile rückläufig. Trotz positiver US-Konjunkturdaten bevorzugten Anleger Safe-Havens, anstelle risikoreicher Rohstoff-Anlagen. Neue Sorgen um eine Erholung des US-Finanzsektors erschütterten erneut das Anlegervertrauen, so dass die Aktienkurse an der Wall Street absackten.

Wichtigste Veröffentlichung für Rohstoff-Anleger heute ist das Ergebnis der wöchentlichen US-Rohöllagerbestände. Prognosen zufolge wird ein Rückgang auf -0,8 Mio. Barrel von zuvor 0,2 Mio. Barrel erwartet. Anleger sollten daher mit hohen Kursschwankungen zur Veröffentlichung dieses einflussreichen Marktindikators um 16:00 Uhr rechnen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 04. September 2009 um 21:35 Uhr
 

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