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Händler erwartet starke Nachrichtenwoche im Devisenhandel Drucken E-Mail
Montag, 31. August 2009 um 21:59 Uhr

In der vergangenen Woche unterlag der US-Dollar stärkeren Kursschwankungen als gewöhnlich. Die genauen Ursachen dafür sind nicht eindeutig. In der anstehenden Woche werden überwiegend Daten aus den USA, Europa und Japan veröffentlicht, die den Dollar und seine Crosse in ihrem Kurs beeinflussen werden.

US-Dollar beendet volatile Woche vor Non-Farm Payrolls

In der vergangenen Woche verzeichnete der Dollar einen volatilen Handel gegenüber seinen Hauptwährungskontrahenten. Das Kurspaar EUR/USD wurde dabei ohne deutliche Ausrichtung zwischen 1,4200 und 1,4400 gehandelt. Zum Britischen Pfund setzte der Dollar seine Kursgewinne fort, während zum Yen Verluste deutlich wurden.


Der instabile Dollar-Handel der letzten Woche ergab sich überwiegend aus gemischten Ergebnissen von Indikatoren der US-Wirtschaft. Während sich die US-Verbraucherstimmung überraschend deutlich aufhellte und die Immobilienbranche mit 433.000 verkauften Neubauten im Juli zugleich weitere Anzeichen einer Erholung erkennen ließ, bei denen ein 9-Monats-Hoch erreicht wurde, ging die Aktivität der US-Wirtschaft im 2. Quartal zurück. Dabei sank das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut US-Handelsministerium annualisiert um 1,0%. Darüber hinaus verdeutlichten die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, dass 570.000 Arbeitslosenerstanträge gestellt wurden, die eine tatsächliche Erholung der US-Konjunkturlage in Frage stellten.

Heute stehen eine Reihe wichtiger Indikatoren auf der US-Wirtschaftsagenda. Bedeutendster Index unter ihnen ist der für Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht „Non-farm payroll employment“. Eine weitere wichtige Veröffentlichung am Dienstag ist der Bericht zu den aktuellen Umsätzen für Hausverkäufe aus Bestand. Ein positives Ergebnis kann hier die Hoffnung auf eine schnellstmögliche Erholung des US-Immobilienmarktes und gleichzeitig den Dollar-Kurs stärken. Ferner könnte der ebenfalls für Dienstag angesetzte Einkaufsmanagerindex den Märkten hohe Volatilität verleihen. Größten Einfluss auf den US-Dollar wird jedoch voraussichtlich der Arbeitsmarktbericht am Freitag nehmen. Händler sollten außerdem die für Mittwoch avisierte Prognose zum „ADP-Payroll National Employment Index“ im Auge behalten, die bereits in der Vergangenheit den US-Dollar kurzfristig in seinem Kurs bestimmt hat.

EUR vor Wochenende auf Erholungskurs aufgrund positiver Daten aus Deutschland

In der vergangenen Woche unterlag der EUR hohen Kursschwankungen gegenüber den Hauptwährungen. Zunächst verbuchte der EUR Kursverluste zum US-Dollar, die die europäische Währung im Anschluss wieder ausgleichen konnte. Zum Britischen Pfund wurde ein stark zinsbullischer Trend deutlich, der das Währungspaar EUR/GBP bis über die Marke von 0,8820 brachte. Zum Yen wiederum rutschte der EUR um nahezu 400 Punkte ab.

In der letzten Woche startete der EUR bei insgesamt rückläufigen Tendenzen, die sich größtenteils nach Veröffentlichung positiver Wirtschaftsdaten aus den USA einstellten. Im weiteren Wochenverlauf stützten jedoch gleichermaßen optimistische Indikatoren aus der Eurozone Europas Währung, die anschließend wieder aufholte. Deutschlands Geschäftsklimaindex markierte dabei ein 11-Monats-Hoch. Die Erwartungen der deutschen Wirtschaft für das kommende halbe Jahr haben sich laut Ifo Institut für Wirtschaftsforschung im August so stark verbessert wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Darüber hinaus prognostizierte das Marktforschungsinstitut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am vergangenen Donnerstag, dass der Konsumklimaindex im September auf einen Wert von 3,7 Punkten steigen wird, was einem Rekordstand der letzten 15 Monate gleichkommt. Deutschland, Europas stärkste Wirtschaftszone, spielt eine entscheidende Rolle im europäischen Raum. Dementsprechend stark ist die Auswirkung der Konjunkturzahlen in der Regel auf den EUR gegenüber den Gegenwährungen.

Für die kommende Woche werden einige interessante Veröffentlichungen aus der Eurozone erwartet. Ein Bericht zu den aktuellen Einzelhandelsumsätzen in Deutschland ist für Dienstag, 08:00 Uhr angesetzt. Dieser Bericht misst den monatlichen Gesamtumsatz, inflationsbereinigt, im Einzelhandel und gilt als verlässlicher Messwert für die Wirtschaftslage. Positive Zahlen könnten dem EUR weiteren Aufschwung verleihen. Am Mittwoch sollten Händler ihr Augenmerk auf das revidierte BIP-Ergebnis der Eurozone richten. Aktuellen Einschätzungen zufolge, soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone im 2. Quartal im Vergleich zum Vorquartal um nur 0,1% gefallen sein. Jegliche Abweichung der bereits ausgegebenen Zahlen, werden voraussichtlich neuen Einfluss auf den Euro nehmen. Händler sollten aufmerksam bleiben.

Japanische Wahlen stützen Yen bei 7-Wochen-Hoch zum Dollar

In der vergangenen Woche verbuchten Händler, die auf steigende Kurse beim Yen setzten, bedeutende Gewinne. Der Yen kletterte um nahezu 300 Punkte zum Dollar in die Höhe und brachte das Währungspaar USD/JPY bis auf die Marke von 92,50. Auch zum EUR verbuchte der JPY deutliche Kursgewinne. Zum Britischen Pfund zog die japanische Währung um über 600 Punkte an.

Japans Yen reagiert insgesamt positiv auf den historischen politischen Wechsel in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, der sich zum Ende der letzten Woche vollzog. Die demokratische Oppositionspartei hat bei der Wahl zum Unterhaus des Parlaments einen haushohen Sieg über die regierende Liberaldemokratische Partei errungen. Der Yen erreichte am Montagmorgen sogar ein neues Rekordhoch der letzten sieben Monate gegenüber dem US-Dollar. Die japanische Handelsbilanz für den Monat Juli ist mit +380,2 Milliarden JPY etwas besser als im Konsens mit +390,0 Milliarden JPY erwartet worden war, ausgefallen. Die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen geht vor allem auf das Konto des starken Einbruchs der Ausfuhren in die USA. Dennoch scheint die Bank of Japan (BoJ) ihr Ziel, eine Erholung der japanischen Wirtschaft mittels einer starken Exportwirtschaft zu erreichen. Dementsprechend niedrig bleibt Japans Zinsrate. Mithilfe einer durchgreifenden Reform des Binnenmarktes in Kombination mit der Stützung von Exportunternehmen, könnte der Yen seinen Aufwärtstrend mittelfristig fortsetzen.

In dieser Woche stehen wieder einige wichtige Indikatoren auf dem japanischen Wirtschaftskalender. Berichten zu jährlicher Basis „Monetary Base“ und Kapitalaufwendungen sind besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da diese in der Regel eine hohe Marktvolatilität auslösen. Die Kapitalaufwendungen umfassen die Veränderungen des Gesamtwertes an Investitionen in das Anlagevermögen, die Unternehmen getätigt haben und wirken stark auf den Yen.

Ölpreis erholt sich und erreicht $73 pro Barrel

Nach anfänglichen Kursverlusten zu Wochenbeginn, erholte sich der Ölpreis in der vergangenen Woche und erreichte schlussendlich eine Marke um $73 pro Barrel.

Dieser Kursausgleich zur Wochenmitte ließ sich auf zwei Hauptursachen zurückführen. Zum einem erhöhten positive Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA die Erwartungen der Marktteilnehmer auf eine steigende Energienachfrage. Investoren nehmen an, dass der Bedarf an Öl in Übereinstimmung mit einer verbesserten Konjunkturlage steigen wird. Weitere Ursache für die Aufwärtstendenzen des Rohstoffes waren die Kursverluste des US-Dollars gegenüber Euro und Yen. Da Rohöl in US-Dollar bepreist ist, ergibt ein rückläufiger Dollar-Trend gegenüber den Hauptwährungen in der Regel einen Anstieg für Rohstoffe, insbesondere Öl.

Anleger sollten die Menge an Veröffentlichungen aus den führenden Industrienationen in dieser Woche gut im Auge behalten, da sie die Bewegungen des Rohstoffes bestimmen werden. Händler sollten des Weiteren nicht vergessen, dass positive Daten in der Regel die Marktteilnehmer auf eine gesteigerte Energienachfrage hoffen lassen, was wiederum den Ölpreis in die Höhe treiben kann. Überdies wird am Mittwoch der Bericht der US-Rohöllagerbestände der Woche veröffentlicht. Die Ergebnisse dieses Berichts nehmen in der Regel großen Einfluss auf den Rohöl-Kurs. Anleger sollten in Hinsicht auf das Resultat besonders achtsam sein. 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. August 2009 um 22:04 Uhr
 

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