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US-Dollar auf Erholungskurs nach rückläufigem US-Verbrauchervertrauen Drucken E-Mail
Montag, 17. August 2009 um 22:30 Uhr

Der US-Dollar verzeichnete am vergangenen Freitag Kursgewinne gegenüber dem EUR, während sich gegenüber Japans Yen weitere Verluste abzeichneten. Dem vorausgegangen war das überraschend enttäuschende Ergebnis des US-Verbrauchervertrauens zu Beginn des Monats August. Die Daten ließen die Kurse an den Aktienmärkten fallen, stützten jedoch den Dollar, der seit Monaten dazu tendiert, sich genau entgegengesetzt der Aktienkurse zu bewegen und die Bereitschaft der Händler, in risikoreichere Anlagen zu investieren, antreibt. Anleger berichten tatsächlich von einer gesteigerten Risikoaversion, die sich mit einem starken Dollar gegenüber EUR und Pfund sowie Dollar-Kursverlusten gegenüber dem Yen einstellt.

US-Kursanstieg gegenüber EUR am Freitag

Nachdem sich für den Dollar eine Woche voller rückläufiger Trends ergeben hatte, beendete die US-Währung die vergangene Woche bei einem deutlichen Aufschwung gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen.

Demnach schloss der USD die Woche zu einem ähnlichen Kurs, zu dem er in die Woche startete. Dennoch ergaben sich erneut Kursverluste gegenüber dem Yen. Das Paar rutschte hier bis unter die Marke von 95.00.

Dieser frühe Abschwung resultierte überwiegend aus negativen Konjunkturdaten aus den USA. Der Bundeshaushalt gibt nach wie vor extrem negative Zahlen aus und bestätigt, dass sich das Defizit auf hohem Niveau befindet. Darüber hinaus gaben beide Berichte zu den Umsätzen des Einzelhandels, der Allgemeine Bericht sowie der Kernbericht, negative Zahlen aus, die erneut deutlich machten, dass die US-Verbraucher ihren Glauben an ihre finanzielle Sicherheit erst zurückgewinnen müssen. Des Weiteren stützt die US-Notenbank, die ferner von einer Anhebung ihrer Zinsrate, trotz niedrigem Rekordlevel, absieht, den schwächelnden Dollar.

Insgesamt scheinen die verhältnismäßig positiv ausgefallenen Inflations-Daten, die sich durch den Verbraucherpreisindex ergeben haben, dem USD-Abwärtstrend dennoch eine Trendwende beschert zu haben. Auch der Kursrückgang von Rohstoffen, wie z.B. Gold und Rohöl, gilt als eine der Hauptursachen für die USD-Erholung.

Heute stehen einige wichtige Indikatoren auf der US-Wirtschaftsagenda. Die bedeutendsten unter ihnen sind: US-Baugenehmigungen und US-Erzeugerpreisindex am Dienstag, sowie der Verkauf bestehender Häuser am Freitag. Die Baugenehmigungen sollen laut Prognosen das beste Ergebnis in 8 Monaten hervorbringen, was dem US-Dollar weitere Aufwärtstendenzen liefern wird. Der Erzeugerpreisindex wiederum soll zum ersten Mal seit März ein negatives Ergebnis verdeutlichen. Negative Inflationsdaten könnten die jüngste Erholung des Dollar wieder aufheben. Die Verkaufszahlen bestehender Immobilien könnten den USD wiederum stützen. Analysten sagen voraus, dass 5,03 Mio. Immobilien im Monat Juli verkauft wurden, was dem besten Ergebnis dieses Indikators innerhalb der letzten 10 Monate gleichkommt. Anleger sollten die Veröffentlichung dieser Indizes aufmerksam verfolgen, um ihre Handelsstrategien für diese Woche festzulegen.

EUR beendet volatile Woche

Der EUR zeigte sich in der vergangenen Handelswoche äußerst volatil. Dabei startete die europäische Währung mit einem stark zinsbullischen Trend gegenüber dem US-Dollar. Die erzielten Kursgewinne wurden kurz vor dem Wochenende jedoch wieder abgetreten. Gegenüber dem Britischen Pfund legte der EUR deutlich zu, während Europas Währung einen heftigen Kurssturz gegenüber dem Yen verzeichnete.

Diese EUR-Volatilität ließ sich auf die gemischten Ergebnisse der Konjunkturdaten aus der Eurozone zurückführen. Die nachstehenden Indikatoren wurden in der vergangenen Woche veröffentlicht. Erste Anzeichen einer Erholung wurden für Frankreichs Wirtschaft deutlich. Hier stieg die Industrieproduktion im Juni um 0,3% an. Gleichzeitig gingen die gesamt-europäischen Industriezahlen um 0,6% im Juni zurück. Deutschlands BIP verbesserte sich im letzten Quartal um 0,3% und verdeutlichte, dass die deutsche Wirtschaft ihre Aktivität überraschend erweitert. Schlussendlich ging der Index der europäischen Verbraucherpreise um 0,7% im Monat Juli zurück und zeigte, dass die Inflationsrate der Eurozone rückläufig ist.

In der kommenden Woche sehen die Marktteilnehmer auch wichtigen Konjunkturdaten aus der Eurozone entgegen. Deutschlands ZEW-Konjunkturerwartungen werden am Dienstag ausgegeben. Analysten prognostizieren ein Ergebnis bei 45,2 Punkten. Sollten sich die Voraussagen bestätigen, könnte dies dem EUR neuen Aufschwung vermitteln. Deutschlands Konjunktur könnte demnach tatsächlich aus der Rezession gefunden haben und eine Expansionsphase erwarten. Da Deutschland als stärkste Wirtschaftsnation der Eurozone gilt, könnte eine solche Entwicklung großen Einfluss auf den EUR nehmen. Weitere Veröffentlichungen dieser Woche: Deutschlands Erzeugerpreisindex am Mittwoch sowie weitere wichtige Indikatoren aus Frankreich und Deutschland am Freitag.

JPY gewinnt gegenüber den Hauptwährungen

In der letzten Woche verzeichnete der Yen Kursgewinne gegenüber jeder Hauptwährung. Dementsprechend fiel das Paar USD/JPY um ca. 300 Punkte auf 94,50. Darüber hinaus kletterte der Yen um über 500 Punkte zum EUR in die Höhe. Nahezu 800 Punkte machte Japans Währung gegenüber dem Britischen Pfund gut.

Der starke Aufwärtstrend des Yen ergab sich aus einigen positiven Konjunkturdaten der japanischen Wirtschaft. Dabei gab die Kernrate der monatlichen Bestellungen von Werkzeugmaschinen ein Ergebnis von 9,7% aus, was weit über den prognostizierten 2,8% lag. Des Weiteren verdeutlichte die Leistungsbilanz Japans, dass sich die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen im Juni auf +1,8 Bill. JPY beläuft. Dieses überraschend positive Ergebnis hat eine immense Wirkung auf den Yen, da sich Japans Wirtschaft im großen Maße auf ihre Exportaktivität stützt. Japans Zentralbank hält ihren Leitzins auf einem niedrigen Rekordniveau, um vorwiegend den Export zu fördern. Die Folgen der globalen Krise scheinen für das exportabhängige Japan demnach abgenommen zu haben. Weiterhin zeigte der Bericht der Industrieproduktion, dass die Inflationsrate in Japan wieder ansteigt - im Monat Juni um 2,3%. Auch dieser Index verlieh der Inselstaatwährung zusätzlichen Aufschwung.

Wichtigster Indikator für Japan in dieser Woche ist der für Mittwoch um 06:30 Uhr angesetzte Index der Gesamtwirtschaftlichen Aktivität (All Industries Index). Experten zufolge soll der Gesamtwert der von japanischen Firmen erworbenen Waren und Dienstleistungen im Monat Juni gegenüber Mai um 0,4% steigen. Sollte diese Prognose annähernd eintreten, wird der Yen voraussichtlich Kursgewinne gegenüber seinen Hauptwährungskontrahenten verzeichnen.

Rohöl rutscht weiter ab bis unter $70

Die hohen Kursschwankungen für Rohöl setzen sich fort, das Barrel Rohöl rutschte weiter ab - bis unter die $70-Marke. Bereits zum neuen Wochenstart wurden die jüngsten Abwärtstendenzen des Rohstoffs erneut aufgegriffen. Dem vorausgegangen waren Mutmaßungen um eine verhältnismäßig reguläre Energieversorgung während der nordatlantischen Hurrikan-Saison in den USA, aufgrund der verringerte Nachfrage sowie der ansteigenden Lagerbestände. In den kommenden Handelswochen werden Sturmwarnungen für die USA großen Einfluss auf den Kurswert des Rohöls nehmen. Je sicherer die Erdölpipelines bleiben, desto niedriger wird der Barrel-Preis voraussichtlich sein.

Darüber hinaus wirkte sich der jüngste Dollar-Aufschwung ebenfalls auf den Ölpreis aus. Eine Dollar-Stärke lastet in der Regel auf in Dollar angegebene Rohstoffe, da eine solche den Preis für Anleger anderer Währungen in die Höhe treibt. Sollte die US-amerikanische Währung ihren Aufwärtstrend auch in den kommenden Tagen fortsetzen, wird der Ölpreis möglicherweise weiterhin abrutschen. 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 18. August 2009 um 22:34 Uhr
 

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