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USD-Rückschlag könnte Handelsverlauf vor heutigen Einzelhandelsumsätzen verändern Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. August 2009 um 21:54 Uhr

Nach der gestrigen Stellungnahme der US-Notenbank zum Leitzins, ergab sich für den USD ein leichter Rückschlag. Die amerikanische Währung erwartet jedoch bereits ihr Comeback. Mit der Eröffnung der US-Märkte heute um 12:30 Uhr, mitteleuropäischer Zeit, können Händler einen Blick auf die US-Einzelhandelsumsätze sowie die Arbeitslosenanträge der Woche werfen. Beide Indikatoren sollten eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs in den Vereinigten Staaten verdeutlichen und den USD somit unterstützen, seine Kursverluste von gestern wieder auszugleichen.

USD verliert nach US-Notenbank-Stellungnahme auf breiter Front - nicht jedoch gegenüber JPY

Der US-Dollar glich am Mittwoch entstandene Verluste gegenüber den Hauptwährungen wieder aus, nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert, nahe null Prozent, beließ.

In den ersten 20 Minuten nach Bekanntgabe der Fed, legte der Dollar dabei gegenüber dem EUR zu. Die Notenbank erwarte auf die Dauer eine niedrige Inflation, hieß es. Optimismus macht sich unter Vorbehalt unter den Notenbankern breit, die eine Stabilisierung der Verbraucherausgaben und eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen betonten. Insgesamt setzte der USD jedoch einige Abwärtstendenzen fort, nachdem die Aktienkurse an der Börse stiegen.

Zum Yen machte der US-Dollar deutlich an Boden gut. Die US-Notenbank Federal Reserve sprach in ihrer Erklärung von sich verstärkenden Anzeichen einer Erholung der US-Konjunktur. Anleger kehrten zu Rohstoff gebundenen Anlagen zurück. Die US-Zentralbank verkündigte des Weiteren, einen Teil ihres Programms zur Wirtschaftsankurbelung bis Oktober sukzessive zu beenden. Hierbei geht es um den 300 Mrd. Dollar Aufkauf von US-Schatzbriefen, mit dem die Hypothekenzinsen und Verbraucherkredite gedrückt werden sollen.

Zwar sprechen viele Indikatoren für ein schnelles Wirtschaftswachstum, die Kaufstimmung der US-Bürger und die anhaltende Arbeitslosigkeit dämpfen jedoch nach wie vor die Konjunkturaussichten. Fachleute rechnen zum 3. Quartal wieder mit einem Wachstum für die US-Wirtschaft. Anleger sollten ihr Augenmerk heute auf die Einzelhandelsumsätze sowie die Arbeitslosenanträge der Woche richten. Sollten die Umsätze, wie prognostiziert, einen weiteren Anstieg verzeichnen, könnte der USD im Laufe des Handelstages einen zinsbullischen Trend einschlagen.

Pfund Sterling bleibt unter Abwärtsdruck

Die europäische Währung verzeichnete zum dritten Tag in Folge Kursgewinne gegenüber dem US-Dollar, nachdem das Statistische Bundesamt der Europäischen Union in Luxemburg die Ergebnisse des BIP des 2. Quartals veröffentlichten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der 16-Nationen-Eurozone schrumpfte nach einem BIP-Rückgang von 2,5% im 1. Quartal um weitere 0,5% und entsprach damit den Prognosen der Experten.

Insgesamt stieg der EUR in seinem Kurs gegenüber 13 der 16 Hauptwährungen. Diese Entwicklung ergibt sich noch vor dem heutigen US-Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen. Sollten diese zum dritten Mal in Folge steigen, könnten sich Anleger wieder verstärkt für gewinnträchtige und risikoreiche Investitionen interessieren.

Für das Britische Pfund ergaben sich gestern im Vorfeld des Quartalsberichts zur Inflation der Bank of England (BoE) wieder Kursverluste. Nachdem die BoE erklärte, dass das Inflationsziel aufgrund einer sehr langsamen Konjunkturerholung möglicherweise nicht erreicht wurde, rutschte das Pfund deutlich gegenüber dem USD ab. Analysten zufolge würde dies bedeuten, dass die Zinsrate der Zentralbank zunächst weiterhin auf ihrem Tiefstand belassen werde und von einer Anhebung abzusehen sei.

Auch zum japanischen Yen ergab sich für Großbritanniens Währung ein Abwärtstrend. BoE-Chef Mervyn King teilte mit, das Englands Zentralbank vermutlich eine Inflation von etwas unter zwei Prozent auf Sicht von ein bis zwei Jahren projiziere.

Yen fällt aufgrund nachlassendem Bedarf an Safe-Haven-Währungen

Der Yen verzeichnete zum zweiten Tag in Folge Kursverluste gegenüber dem EUR. Diese Entwicklung ergab sich als Reaktion auf die Aussage der Notenbank Japans, nach der die wirtschaftliche Aktivität die Talsohle erreicht hätte. Demnach rutschte der Yen zu Handelsschluss an der Börse in Tokio gegenüber dem US-Dollar von 95,51 auf 96,23 ab. Die schwache Landeswährung steigert bei Rückführung den Wert der Auslandsumsätze japanischer Unternehmen.

Darüber hinaus ergab sich gestern angesichts der Anzeichen eines Abklingens der globalen Rezession ein Anstieg von US-Aktien am asiatischen Börsenmarkt. Händler investierten in gewinnträchtige Anlagen. Größte Aufmerksamkeit in der Region wird heute voraussichtlich dem Neuseeländischen Dollar (NZD) geschenkt. Hier erwartet die Marktteilnehmer ebenfalls einen Bericht der Einzelhandelsumsätze. Der NZD markierte jüngst zinsbullische Tendenzen. Sollten die Zahlen des Einzelhandels die Prognosen enttäuschen, könnte sich eine Trendwende einstellen.

Rohöl wieder über bei $70 pro Barrel

Am Mittwochabend schloss der Ölpreis fester, nachdem sich die Aktien an der Wall Street leicht erholten und der US-Dollar schwächelte. Zuvor verdeutlichte der Bericht der US-Öllagerbestände einen Anstieg, der über den Erwartungen lag. Trotz des bärischen Trends, wird Rohöl nach wie vor vom verhältnismäßig schwachen US-Dollar sowie positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten gestützt. Investoren ließen sich demnach nur wenig von den Ergebnissen des Lagerberichts beeindrucken. Die US-amerikanische Behörde Energy Information Administration (EIA) teilte gestern mit, dass die Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 7. August um 2,5 Mio. Barrel angestiegen sind. Damit lag das Ergebnis weit über den Erwartungen der Experten.

Anschließend mäßigten sich die Kursgewinne für Öl, nachdem die US-Notenbank in ihrer gestrigen Erklärung bekannt gab, dass sich die US-Wirtschaft stabilisiere und der Aufkauf von US-Schatzbriefen zur Ankurbelung der Konjunktur noch bis Oktober fortgesetzt werde. Angesichts der sich verbessernden Wirtschaftslage hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihre Prognose für die Ölnachfrage in diesem Jahr erhöht. Demnach soll im laufenden Jahr der Bedarf an Öl bei 85,25 Mio. Barrel pro Tag liegen. Für das nächste Jahr wurden 70.000 Barrel mehr als zuvor geschätzt angesetzt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 14. August 2009 um 21:59 Uhr
 

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