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JPY als Investition der Woche und US-Leitzins auf Agenda Drucken E-Mail
Mittwoch, 12. August 2009 um 22:25 Uhr

Am gestrigen Handelstag blieb der Yen die dominierende Währung des Devisenhandels. Während die meisten Hauptwährungen Kursschwankungen unterlagen, ohne einen deutlichen Trend zu markieren, verzeichnete der JPY Kursgewinne auf breiter Front und scheint derzeit die chancenreichste Investition der Woche zu sein. Wichtigste Veröffentlichung am heutigen Handelstag ist die Leitzinsrate der US-Notenbank um 20:15 Uhr. Wird die Fed ihren Zinssatz angesichts der jüngst positiv ausgefallenen Konjunkturdaten wieder anziehen? In diesem Fall könnte es zu einer Neuordnung der Märkte kommen - Anleger sollten sich bereithalten.

Gemischte USD-Handelsergebnisse vor FOMC-Bekanntgabe

Am Dienstag ergab sich für den Dollar im Vorfeld der Tagung des FOMC-Gremiums ein Handelstag mit gemischten Ergebnissen. Dabei setzte die amerikanische Währung ihren Aufwärtstrend gegenüber Rohstoffanlagen fort, rutschte leicht gegenüber dem EUR ab und verbuchte schwere Kursverluste gegen Japans Yen.

Dementsprechend wurde der US-Dollar heute Morgen um -1,2% bei 95,80 Yen, von zuvor 95,99 Yen gehandelt. Zum EUR fiel der Dollar von gestrigen $1,4149 auf $1,4161 pro EUR.

Das mit Spannung erwartete Ergebnis der Sitzung des FOMC-Gremiums wird heute um 20:15 Uhr veröffentlicht. Noch am Freitag wurde der US-Dollar nicht seinem Rezessionstrend entsprechend gehandelt und kletterte überraschend in die Höhe, nachdem unerwartet positive US-Arbeitsmarktdaten ausgegeben wurden. Die Marktteilnehmer deuteten dies als Zeichen eines sich ankündigenden Rezessionsendes. Möglicherweise profitiert der US-Dollar schlussendlich von optimistischen Konjunkturzahlen der Vereinigten Staaten. Der Zinsentscheid bringt die erste Probe für diesen neuen Trend und wird zeigen, ob die neueste Dollar-Stärke angesichts positiver Wirtschaftszahlen aufrechterhalten werden kann.

Da Analysten nicht von einer Anpassung der Leitzinsrate ausgehen, werden vielmehr jegliche Anhaltspunkte zu einer Fortsetzung, bzw. einer Beendigung der Sonderpolitik der quantitativen Lockerung Marktvolatilität auslösen. Der Offenmarktausschuss, der Rat der US-Notenbank, liefert mit seiner Bekanntgabe eine Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage der weltgrößten Volkswirtschaft. Vor allem werden Konjunkturaussichten bereitgestellt, die voraussichtlich den kurzfristigen USD-Trend bestimmen werden.

EUR setzt Abwärtstrend gegenüber Yen fort

Der EUR setzt seinen Abwärtstrend gegenüber Japans Yen fort und weitet die Kursverluste auf 1,9% aus. Der Kursabfall verschärfte sich, nachdem die Verbraucherpreise Deutschlands im Juli ihren ersten jährlichen Rückgang in über 22 Jahren markierten und die Frage in den Raum stellten, ob die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsrate auf dem aktuellen Rekordtief belassen wird. Der EUR wurde am späten Montag bei $1,4154, von zuvor $1,4142 gehandelt. Zum Yen notierte Europas Währung bei 135,74 Yen von zuvor 137,32.

Das Britische Pfund setzt seine Kursverluste gegenüber dem Dollar wiederum fort und erreicht mittlerweile einen Stand von $1,6476. Dieser Abwärtsdruck ergab sich für das Pfund aus einer enttäuschenden Handelsbilanz sowie fallenden Aktienkursen heraus, denen eine Talfahrt von Finanztitel vorausging. Da der Finanzsektor einen der größten Märkte der britischen Wirtschaft darstellt, tendieren Aktienmarktentwicklungen in der Regel eine große Wirkung auf den GBP-Wert zu haben. Darüber hinaus investieren Händler derzeit mit Vorsicht im Vorfeld der Stellungnahme der Notenbank von England zur Inflationsrate.

Aus Großbritannien werden heute eine Menge wichtiger Indikatoren erwartet, die den Trend des Pfunds voraussichtlich bis zum Ende der Woche bestimmen werden. Darunter: Arbeitsmarktdaten Juli (Arbeitslosengeldbezieher) um 10:30 Uhr, Quartalsbericht der Bank of England (BoE) zur Inflation sowie der Index des Durchschnittseinkommens um 11:30 Uhr. Die Ergebnisse erleichtern Marktteilnehmern die Abschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Großbritannien und liefern einen Ausblick auf Erholungsaussichten der Konjunktur. Weitere heutige Veröffentlichung: der Index der Industrieproduktion (Juni) für die Eurozone um 11:00 Uhr. Sollte das Ergebnis die Prognosen enttäuschen, könnte dies den Abwärtsdruck auf den EUR verstärken.

JPY gewinnt gegen Hauptwährungen

Der japanische Yen erreichte gestern ein neues Rekordhoch der Woche gegenüber dem EUR. Ursache hierfür war die wieder aufkeimende Sorge um die Erträge der Finanzunternehmen, die zum Stillstand zu kommen scheinen. Bei 135,82 Yen pro EUR wurde Japans Währung heute Morgen gehandelt, was einen Kursanstieg von 1,1% darstellt. Zum US-Dollar wird der JPY bei 95,96 pro USD gehandelt. Er notiert bei 158,17 zum Britischen Pfund. Gegenüber beiden europäischen Währungen verzeichnete der Yen Kursgewinne.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und Kursverluste an den globalen Aktienmärkten dämpften die Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern. Einige Analysten spekulieren bereits, ob Japans Wirtschaft ihren Weg schneller aus der Rezession finden wird, als die USA. Folglich erfuhr der JPY weiteren Aufschwung und Investoren richteten ihr Augenmerk wieder auf den JPY.

Da Japan heute keine bedeutenden Indizes veröffentlicht, werden die kurzfristigen Tendenzen des Yen voraussichtlich von Konjunkturdaten aus den USA und Europa beeinflusst. Insbesondere das Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank spielt hier eine entscheidende Rolle.

Rohöl fällt unter $70 pro Barrel

US-Rohöl im September-Kontrakt fiel an der gestrigen New Yorker Warenterminbörse (NYMEX) um $1,15, bzw. 1,6% auf $69,45 pro Barrel, nachdem die Aktienkurse im Vorfeld von Regierungsberichten, die einen Anstieg der Rohölvorräte innerhalb der größten Energie verbrauchenden Nation prognostizierten, Verluste verzeichneten. Dies ist der niedrigste Preis seit dem 31. Juli und der vierte Tag in Folge in diesem Monat, an dem der Ölpreis unter der $70-Marke lag.

Während eine Erholung der globalen Wirtschaftslage näher rückt, nimmt die Nachfrage deutlicher als erwartet ab. Händler sollten das heutige Ergebnis der US-Rohöllagerbestände aufmerksam verfolgen. Rückläufige Zahlen könnten den Abwärtstrend weiter vorantreiben. 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 13. August 2009 um 22:29 Uhr
 

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