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Findet der Abwärtstrend des USD ein Ende? Drucken E-Mail
Mittwoch, 05. August 2009 um 21:56 Uhr

Im Rahmen eines bärischen Börsengangs, stieg der USD-Kurs in letzter Zeit am Devisenmarkt auf und ab. Bei einer erhöhten Risikobereitschaft und wachsendem Marktoptimismus erlauben die Marktkonditionen Händlern, sich vom „sicheren“ USD abzuwenden. Andererseits werden die für heute angekündigten Konjunkturdaten des Immobilien-, Produktions- sowie Arbeitsmarktbereichs aus Großbritannien und den USA genügend Einfluss auf die Märkte nehmen, dass aktuelle Trends unterbrochen werden und sich kurzfristige Trendwenden einstellen könnten. Möglicherweise werden augenblickliche Tendenzen sogar vorangetrieben. Sollten die Ergebnisse der Indizes heute enttäuschen, könnte der USD erneut, als Antwort auf eine Risikoaversion, zinsbullische Trends einschlagen.

Bärische USD-Stimmung setzt sich im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten fort

Während der sich seit Montag vollziehende offensive US-Dollar-Verkauf bereits am Dienstag annähernd zum Stillstand gekommen ist, wird der USD derzeit weiterhin nahe seines niedrigsten Levels in diesem Jahr gegenüber dem EUR gehandelt.

Dieser Trend ergibt sich im Vorfeld des Berichts der Arbeitsmarktentwicklungen ADP „Non-farm Employment Change“. Den Prognosen zufolge, sollen US-Unternehmen im Juli weniger Arbeitsplätze abgeschafft haben, als in den Monaten zuvor. Ist dies ein weiteres Zeichen für ein sich ankündigendes Ende der Rezession? Heute Morgen wird der Dollar bei 1,4410 pro EUR sowie bei 95,00 Yen gehandelt. Noch am Montag notierte der Dollar bei 95,37 Yen.

Die Risikobereitschaft der Investoren hält weiterhin an, angesichts der weltweit überraschend positiven Konjunkturdaten. Die Veröffentlichung des US-Berichts für noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe „Pending Home Sales“ verdeutlichte einen markanten Anstieg von 3,6% im Juni. Wirtschaftswissenschaftler hatten lediglich mit einer Zunahme von 0,7% gerechnet. Dieser wichtige Frühindikator für den US-Immobilienmarkt, lässt erkennen, dass sich die Nachfragesituation auf dem Immobilienmarkt, der als Ausgangspunkt der Wirtschaftskrise gilt, wieder erholt und möglicherweise einem Aufschwung der gesamtwirtschaftlichen Situation im Lande vorausgeht.

Wichtige Veröffentlichungen heute sind unter anderem: der Bericht der Arbeitsmarktentwicklungen ADP „Non-farm Employment Change“ um 14:15 Uhr sowie der ISM Einkaufsmanager-Index (Dienstleistungsgewerbe) um 16:00 Uhr. Beide Indizes werden voraussichtlich großen Einfluss auf den Dollarkurs nehmen. Sollten die Ergebnisse die Voraussagen übertreffen, könnte sich der aktuelle Abwärtstrend des USD intensivieren.

Anzeichen globaler Konjunkturerholung treibt EUR an

Während der EUR einen kleinen Teil seiner am Montag erzielten Kursgewinne mittlerweile verliert, konnte ein Großteil seines zinsbullischen Momentums bislang aufrechterhalten werden. Am Dienstagnachmittag wurde der EUR bei $1,4400 gehandelt. Am Montag erreichte die europäische Währung ein neues Rekordhoch für 2009 bei $1,4445. Das Britische Pfund rutschte leicht von $1,6928 auf $1,6936 ab.

Der Aufwärtstrend des EUR setzte sich im Laufe des gestrigen Handelstages trotz geringer Bewegung an den Aktienmärkten fort, da die Marktteilnehmer von einer baldigen Erholung der globalen Wirtschaftslage überzeugt sind und die Nachfrage nach risikoreichen Währungen steigt.

Aus Eurozonen-Sicht wird Großbritannien heute die Märkte dominieren. Hier stehen wichtige Konjunkturdaten, wie der Halifax HPI Bericht um 08:00 Uhr an, der die Veränderungen in Immobilien und Grundstückpreisen misst. Des Weiteren wird um 10:30 Uhr der Einkaufsmanager-Index (Produktion und Dienstleistung) veröffentlicht. Ergebnisse, die die Prognosen übertreffen, könnten das Britische Pfund bis über die Marke von $1,7000 drücken.

Für den EUR stellt sich die Frage, ob dieser die $1,4500-Marke überwinden kann. Dies könnte eine neue Aufwärtsbewegung für den EUR auslösen. Da heute keine bedeutenden Konjunkturdaten aus der Eurozone ausgegeben werden, richten sich die Tendenzen des EUR voraussichtlich überwiegend nach den Wirtschaftszahlen aus Großbritannien sowie nach den Aktienmärkten.

Yen-Abwärtstrend setzt sich fort

Leichten Antrieb erfuhr der japanische Yen am Dienstag infolge eines Abwärtstrends an den globalen Aktienmärkten, der die Nachfrage nach der „sicheren“ Währung Japans kurzfristig steigen ließ. Das überraschend positive Ergebnis des US-Berichts für noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe „Pending Home Sales“ brachte den Marktteilnehmern ihre optimistische Marktstimmung und somit das Interesse an risikoreichen Anlagen jedoch wieder zurück.

Im weiteren Tagesverlauf stiegen die Kurse an den globalen Aktienmärkten erneut, was die Risikobereitschaft unter den Händlern vorantrieb und diese dazu veranlasste, ihre JPY-Positionen abzustoßen. Demnach wurde der Yen letztendlich bei 137,08 zum EUR gehandelt und veränderte seinen Kurs zum Dollar bei 95,22 nur leicht.

Analysten erwarten auch für heute wieder positive Konjunkturdaten weltweit, die auf eine sich verbessernde globale Wirtschaftslage hoffen lassen. Dementsprechend wird sich die bärische Stimmung für den JPY voraussichtlich fortsetzen.

Ölpreis klettert aufgrund steigender Kurse an den Aktienmärkten zum 4. Tag in Folge

Der Rohölpreis zur September-Lieferung sprang um 45 Cent, bzw. 0,6% auf $71,87 pro Barrel in die Höhe, nachdem die Kurse an den US-Aktienmärkten gestern zu später Handelsstunde anzogen. Zuvor ergab der US-Bericht für noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe „Pending Home Sales“ ein überraschend positives Ergebnis. Die Hausverkäufe waren im Monat Juni deutlich angestiegen. Der Ölpreis profitierte wie gewohnt vom schwachen USD-Kurs, der in der Regel in enger Korrelation zur US-amerikanischen Währung steht.

In der Tat kurbelt der Kursabfall der US-Währung die Attraktivität von Rohstoffanlagen als Hedge (Absicherung) gegen eine drohende Inflation derzeit an. Darüber hinaus erwarten Experten, dass der heute zu veröffentlichende Bericht der US-Rohöllagerbestände um 16:30 Uhr einen Rückgang der Ölreserven verdeutlichen wird. Angesichts der Bestandsaufnahmen könnten sich die Tendenzen für Rohöl weiterhin und verstärkt am Niveau der Aktienmärkte orientieren. Das Momentum stellt die Ratio zum Kursgewinn, bzw. Kursverlust dar.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 07. August 2009 um 22:00 Uhr
 

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