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Der Währungsmarkt mit dem Blick auf den USA-China-Dialog Drucken E-Mail
Dienstag, 28. Juli 2009 um 22:00 Uhr

Der USD blieb am Montag im Verhältnis zu den übrigen Hauptwährungen schwach, während die US-Aktienmärkte ihren negativen Trend fortsetzten. Dies war ein weiterer Hinweis auf die steigende Nachfrage der Marktteilnehmer nach risikoreichen Anlagen. Darüber hinaus ist der erste Dialog über Strategie und Wirtschaft zwischen China und den USA am Montag in Washington eröffnet worden. Experten sind sich bislang jedoch nicht einig, welche Ergebnisse das Zusammentreffen erbringen könnte. Händler sollten demnach jegliche Stellungnahmen bezüglich des US-Dollars und seiner Rolle als Weltreservewährung aufmerksam weiterverfolgen. China ist derzeit der größte Anleger in US-Schatzamts-Papiere. Ohne die umfangreichen Käufe der Volksrepublik wäre das riesige Haushaltsdefizit der USA nicht zu finanzieren.

Dollar volatil aufgrund positiver Immobilienmarktzahlen

Der USD verzeichnete am Montag einen extrem volatilen Handelstag, nachdem die Ergebnisse zum Verkauf neuer Häuser in den USA veröffentlicht wurden.

Die Daten überraschten positiv: Die Zahl der verkauften Objekte lag bei 384.000, im Gegensatz zu 346.000 verkauften Häusern der letzten Messung. Damit ergibt sich eine Steigerung von 11%, das stärkste Plus seit Dezember 2000. Analysten gehen davon aus, dass der amerikanische Immobilienmarkt sich nun langsam erhole. Im Anschluss ergaben sich hohe Kursschwankungen für den USD. Dennoch schloss der Dollar schwächer als einige seiner Gegenwährungen, die unter dem Einfluss positiver Wirtschaftsdaten aus der Eurozone standen.

Im Handelsverlauf erreichte der USD zwischenzeitlich ein 7-Wochen-Tief bei 1,4299 zum EUR. Dieses Rekordtief ergab sich, nachdem ein äußerst optimistisches Ergebnis des deutschen Verbrauchervertrauens veröffentlicht wurde. Schlussendlich notierte das Währungspaar 33 Punkte höher bei 1,4246. Auch zum Britischen Pfund verzeichnete der USD zum zweiten Tag in Folge Kursverluste von 30 Punkten. GBP/USD schloss den gestrigen Handel somit bei 1,6484. Wie beim EUR treiben derzeit positive Wirtschaftsdaten die britische Währung in die Höhe. USD/JPY legte ein Paar Punkte zu und notierte bei einer Rate von 95,17. Japans Yen verliert wieder einmal an Boden, aufgrund der gesteigerten Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.

Für heute stehen einige wichtige Termine auf dem US-Wirtschaftskalender. Unter anderem um 16:00 Uhr der Index des Verbrauchervertrauens für den Monat Juli, die für 24:00 Uhr angesetzte Ansprache von US-Notenbankchef Ben Bernanke sowie eine Rede von US-Finanzminister Timothy Geithner um 24:20 Uhr. Diese drei Termine werden den US-Dollar-Handel am Dienstag vorrangig bestimmen. Als wichtigste Währungspaare, die Händler heute nicht aus den Augen verlieren sollten, gelten: EUR/USD, GBP/USD sowie USD/JPY. Analysten gehen von einer schwachen US-Währung aus, während sich die US-Wirtschaft weiter erholt.

EUR gestärkt durch Deutschlands Verbrauchervertrauen

Der EUR erreichte am Montag ein neues 7-Wochen-Hoch gegenüber dem USD, nachdem die Ergebnisse zum deutschen Verbrauchervertrauen veröffentlicht wurden. Der Konsumklimaindex für den kommenden Monat stieg laut Marktforschungsinstitut GfK auf 3,5. Deutlich höher als die Prognosen von 2,9. Die gestiegene Verbraucherstimmung stärkte den EUR bis Handelsschluss am Montag. Deutschland gilt nach wie vor als größte Wirtschaftsnation innerhalb der Eurozone. Gestützt wurde der EUR ebenfalls von dem bedeutenden 11%-igen Anstieg der US-Hausverkäufe. Experten gehen davon aus, dass der EUR zunächst weiterhin von positiven Wirtschaftsdaten weltweit profitieren wird.

Das Währungspaar EUR/USD erreichte im gestrigen Handelsverlauf die Marke von 1,4299, bevor es um 33 Punkte höher, bei 1,4246 schloss. Zum Britischen Pfund rutschte Europas Währung jedoch um 15 Punkte ab und notierte hier bei 0,8635. Diese Entwicklung ist unter Umständen auf das jüngste Verhalten der Marktteilnehmer zurückzuführen, die derzeit, aufgrund ihrer gesteigerten Risikobereitschaft, vermehrt in Pfund investieren und auf ein baldiges Ende der Weltwirtschaftskrise hoffen. EUR/JPY kletterte über 35 Punkte in die Höhe und erreichte die Marke von 1,3532. Anleger bevorzugen nach wie vor risikoreiche Anlagen wie EUR und GBP und wenden sich somit vom JPY ab. Insgesamt erzielte der EUR im Handel am Montag ordentliche Kursgewinne.

Heute werden nur wenige Wirtschaftsdaten aus der Eurozone erwartet. Dabei bestimmen Großbritannien und die Schweiz die europäische Währung im Laufe des Handelstages. Um 12:00 Uhr wird die CBI, die Spitzenorganisation der britischen Arbeitgeberverbände, ihre erzielten Umsatzzahlen veröffentlichen. Um 08:00 Uhr gibt die Schweizer Großbank UBS ihre Verbrauchsanzeige aus. Die Ergebnisse dieser beiden Indikatoren werden ihren Einfluss auf den Handel für GBP und CHF nehmen. Der EUR wird sich im Anschluss an diese Veröffentlichungen sowie aufgrund von Wirtschaftsdaten aus den USA voraussichtlich volatil verhalten.

Yen fällt auf 3-Wochentief gegenüber Dollar

Der Yen erreichte gestern ein 3-Wochentief gegenüber dem Dollar, nachdem ein bedeutender Anstieg der US-Hausverkäufe deutlich wurde. Experten mutmaßen darüber hinaus, dass das Nachlassen der Kursschwankungen die Carry Trades wiederbeleben und somit den Yen weiter schwächen könnte. Beim Carry Trade nehmen Investoren einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf, um diesen anschließend in einer Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen zu investieren. Dieses Anlegerverhalten wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die Wirtschaftsaktivität der Industrienationen aktuell zunimmt. Händler kehren der Safe-Haven-Währung JPY den Rücken zu. Dementsprechend rutschte Japans Währung um jeweils ca. 30 Punkte gegenüber USD, EUR sowie GBP ab.

Analysten vermuten, dass der Yen seinen Abwärtstrend auch heute fortsetzen wird. Forex-Händler richten ihre Positionen derzeit nach den positiven Wirtschaftsdaten, die aktuell aus den USA und der Eurozone ausgegeben werden. Zu späterer Handelsstunde heute Nacht, ist davon auszugehen, dass der JPY sich äußerst volatil zeigen wird, sobald die Ergebnisse der Einzelhandelsumsätze Japans um 01:50 Uhr veröffentlicht werden. Eine gute Strategie für Anleger könnte heute sein: Eröffnen Sie ihre JPY-Positionen rechtzeitig, da sich an den Märkten heute voraussichtlich hohe Volatilität einstellen wird.

3-Monatshoch für Rohöl

Am Montag erreichte der Ölpreis ein 3-Wochenhoch bei $68,94, nachdem der USD, aufgrund überraschend positiver US-Immobilienmarktdaten, Kursverluste verzeichnen musste. Der Ölpreis setzte seine Aufwärtsbewegung der letzten Handelstage somit fort. Der leicht negative US-Aktienmarkt hat die Rallye zwar zwischenzeitlich verlangsamt, Rohöl schloss jedoch gestern letztendlich bei $68,06 pro Barrel. Diese Entwicklung kann ebenfalls auf einen schwachen US-Dollar zurückgeführt werden, der sich gestern aufgrund positiver Wirtschaftsdaten aus Deutschland ergab. Insgesamt schien die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer jedoch stark genug, um den Wert des Rohstoffs am Montag in die Höhe zu treiben.

Für heute gehen Experten, aufgrund des schwachen Dollars, von einem weiteren Anstieg des Ölpreises aus. Viele Teilnehmer bleiben dennoch skeptisch hinsichtlich der jüngsten Ölpreisrallye, da es derzeit nur wenige Indizien für eine sich erholende Ölnachfrage gibt. Um sich die aktuellen Trends zu Nutze zu machen, sollten Händler ihre Rohöl-Positionen rechtzeitig eröffnen, bevor sich die volatilen Marktgegebenheiten einstellen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Juli 2009 um 22:04 Uhr
 

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