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Dollar kippt während Risikobereitschaft unter Händlern steigt Drucken E-Mail
Montag, 27. Juli 2009 um 22:31 Uhr

Der Anstieg an den globalen Aktienmärkten führt derzeit zu einem deutlichen Abstoß von Save-Haven-Währungen. Investoren konzentrieren sich auf gewinnträchtige und risikoreiche Anlagen, denn viele glauben mittlerweile an ein baldiges Ende der globalen Rezession. Darüber hinaus bringen die weltweit ermutigenden Konjunkturdaten, die Ölpreise bis auf $69 pro Barrel.

USD fällt und das Verbrauchervertrauen wächst

Die kontinuierlich steigende Risikobereitschaft der Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen bringt das Währungspaar EUR/USD zum Wochenstart auf ein Level bei 1,4200.

Während sich für den Dollar im Verhältnis zu anderen Hauptwährungen bislang nur wenige Kursschwankungen ergeben, zeichnet sich zu Beginn der Handelswoche eine erhöhte Volatilität ab. Eine Erholung an den globalen Aktienmärkten überzeugt die Investoren mittlerweile, sich vom „sicheren“ Dollar abzuwenden, um sich an risikoreichen Währungen zu orientieren. Im Rahmen der Devisenmärkte bedeutet dies eine Diversifizierung in Richtung EUR, CAD und sogar AUD.

Darüber hinaus hat der plötzliche Anstieg an den asiatischen Aktienmärkten zum Ende der letzten Woche die Nachfrage nach Save-Haven-Währungen wie USD und JPY gedämpft. Dennoch ergeben sich hier keine gewaltigen Kurseinstürze. Auch wenn das Anlegervertrauen wächst, sind die Marktteilnehmer noch nicht bereit, sich gänzlich auf Risikoanlagen einzulassen. Trotz Optimismustrend bleibt der Bedarf an Safe-Haven-Währungen bestehen.

In der anstehenden Woche geht es wieder um den US-Immobilienmarkt mit einem neuen Bericht zu den US-Neubauverkäufen des Monats Juni, heute um 16:00 Uhr. Am Dienstag erwarten wir mit dem Bericht zum Verbrauchervertrauen weitere Hintergrundinformationen zum neu entstandenen US-amerikanischen Marktoptimismus. Zum Ende der Woche wiederum werden die ersten Ergebnisse für das Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals veröffentlicht, die den größten Einfluss auf die US-Märkte nehmen. Die bevorstehenden Marktdaten werden den USD in dieser Woche mit Sicherheit in den Mittelpunkt des Marktgeschehens rücken. Investoren sollten die Entwicklungen um die US-Wirtschaft keinesfalls aus den Augen verlieren.

EUR gestärkt, während GBP verliert - Risikobereitschaft steigt

Die eindrucksvollen Ergebnisse des Einkaufsmanagerindex sowie des Ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland der vergangenen Woche, ließen den EUR gegenüber einem Großteil der übrigen Hauptwährungen deutlich an Boden gewinnen. Das Britische Pfund verbuchte zum Wochenende heftige Verluste, nachdem die BIP-Zahlen Großbritanniens schwer enttäuschten. Unvergleichlich indes der Kursanstieg des EUR bei einem Level von 1,42 zum USD sowie 0,8650 zum Pfund Sterling.

Dem Kurswert des EUR entgegengesetzt, jedoch entsprechend einer erhöhten Risikobereitschaft, stieg die Währung der Eurozone in ihrem Wert tatsächlich, aufgrund der Annahme, dass sich die Wirtschaft in der Region stabilisiere. Investoren gehen dabei von einer Erholung der Wirtschaftslage bis zum Ende des Jahres aus. Die kontinuierliche Konzentration der Händler auf risikoreiche Anlagen wertet Save-Haven-Währungen wie den Dollar mittlerweile ab, während diverse Währungen, insbesondere der EUR, einen deutlichen Kurssprung erfahren.

Darüber hinaus hat der Wertverlust des Britischen Pfund, dem EUR zu einem bedeutenden Aufschwung verholfen - allein aufgrund des regionalen Wettbewerbs. Obwohl in der vergangenen Woche eine regelrechte Welle von Risikobereitschaft einsetzte, bot der GBP Investoren dennoch kein ausreichendes Level an Sicherheit, was den Wert des EUR verstärkt in die Höhe trieb.

Da Wirtschaftsdaten aus der Eurozone die Märkte in der letzten Woche bestimmten, wurde der EUR entsprechend wiederbelebt. In der bevorstehenden Woche bleibt der EUR jedoch überraschend abwesend vom Wirtschaftskalender, so dass die US-Wirtschaft voraussichtlich das Steuer erneut übernehmen wird. Sollten US-Wirtschaftsdaten die Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmer weiterhin vorantreiben, könnte sich die EUR-Rallye auch in dieser Woche fortsetzen.

JPY wartet Entwicklungen am Europäischen Markt ab

Der jüngste Anstieg der Risikobereitschaft unter den Händlern, unterstützt eine gemäßigte Rückkehr der Yen dominierten Carry Trades. Obwohl der JPY gegenüber einem Großteil der Währungspaare leichten Gewinnzuwachs verzeichnet, übersteigt dieser ein gemäßigtes Level nicht, da der JPY für Investoren nach wie vor als Safe-Haven- bzw. Carry-Trade-Währung gilt. Dies führt wiederum zu einer Festigung der JPY-Crosse.

Dabei scheint sich der Yen im Vorfeld bevorstehender neuer Marktbewegungen gegenüber den übrigen Hauptwährungen stabilisiert zu haben. Sollte sich ein Anstieg an den asiatischen Aktienmärkten auch in dieser Woche fortsetzen, könnten Anleger JPY-Kursverluste beobachten, sobald Carry Trades in vollem Umfang wieder einsetzen. Allem Anschein nach warten JPY-Anleger erste Entwicklungen an den europäischen Märkten in dieser Woche ab, um die zum Ende der letzten Woche eröffneten Positionen neu zu bestimmen. Sollten sich die Erwartungen der Experten bestätigen, könnten Forex-Teilnehmer bereits in den kommenden Handelsstunden deutliche Kursverluste für den Yen beobachten.

Ölpreis erreicht $70 pro Barrel bei steigendem Marktoptimismus

Während der USD-Wert in den letzten Handelstagen fällt, erreicht der Ölpreis neue Höhen. Der kontinuierliche Preisanstieg, bis auf ein Level bei $70 pro Barrel, kurbelte gleichzeitig das BIP vieler Öl produzierender arabischer Staaten an. Als Kehrseite dazu gilt der allgegenwärtige und sich vertiefende Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum im Nahen Osten und den Ölpreisschwankungen. Für die betroffenen Staaten hat sich in den vergangenen Monaten ein regelrechtes Chaos herausgebildet, und das trotz allgemeiner Bemühungen um Investitionsstreuung, auch auf Industrieebene.

Dennoch hat der neu entstandene Marktoptimismus Investoren dazu veranlasst, sich vom USD ab- und risikoreicheren Anlagen zuzuwenden. Demnach steigt die Nachfrage nach Rohstoffen als Portfolio-Diversifikation. Auch wenn die aktuelle Preisspanne für Rohöl nicht durch jüngste Angebots- und Nachfragelevel begründet ist, wird zumindest der Wert widergespiegelt, der sich von Gewinnerwartungen zukünftiger Entwicklungen ableiten lässt. Der Anstieg an Marktoptimismus führt Investitionen in Rohöl herbei, während die Marktteilnehmer in Erwartung einer weltweiten Wachstumsindustrie sind. Sollte sich der Optimismus unter den Händlern auch in dieser Woche fortsetzen, könnte der Ölpreis bereits in den kommenden Tagen ohne weiteres bis über die $70-Marke klettern.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. Juli 2009 um 22:36 Uhr
 

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