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US-Baugenehmigungsdaten könnten heute USD-Kurs bestimmen Drucken E-Mail
Freitag, 17. Juli 2009 um 22:19 Uhr

Während sich die Handelswoche ihrem Ende zuneigt könnte sich der Devisenmarkt als sehr volatil erweisen, da die Bekanntgabe der US-Baugenehmigungsdaten bei der Ermittlung des Dollar-Kurses wahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielen wird. Sollten die Ergebnisse gleich oder höher als die vorhergesagten 0,52 Millionen ausfallen, könnte der USD beim heutigen Handel eine Aufwärtsrichtung einschlagen. Fallen die Daten jedoch schlechter als prognostiziert aus, könnte sich der Dollar zu seinen Haupt-Währungspartnern rückläufig verhalten. Händler sollten heute auch die Entwicklung beim Rohölpreis im Auge behalten, da plötzliche Bewegungen bei diesem Rohstoff einen starken Einfluss auf den USD haben könnten.

Schwache Wirtschaftsdaten lassen Dollarkurs sinken

Gestern war der Dollar rückläufig, verglichen zu all seinen Haupt-Währungspartnern. Den größten Rückgang verzeichnete der Dollar dabei zum EUR, und die EUR/USD-Paarung stieg über den Wert von 1,4150.

Zum britischen Pfund Sterling und zum japanischen Yen ging der Dollar ebenfalls zurück.

Treasury International Capital (TIC) veröffentlichte gestern den Bericht zu den TIC-Langzeit-Anschaffungen. Dieser Bericht misst für den Monat Mai den Differenzwert zwischen langfristigen ausländischen Sicherheitsanlagen, die von US-Bürgern gekauft und langfristigen US-Sicherheitsanlagen die von Ausländern gekauft wurden. Die Zahl weist einen Minussaldo von $19,8 Mrd. auf. Die Zahlen zeigen auch, dass die von China gehaltenen US-Schatzpapiere den Wert von $800 Mrd. überstiegen hat. Diese gigantische Schuldensumme ließ Bedenken aufkommen, dass darin das Potential liegen könnte, den Wert des Dollar auf lange Sicht gesehen zu mindern.

Gestern wurde auch der Konjunkturbericht des Fed-Distriktes Philadelphia veröffentlicht, der die Geschäftsbedingungen des Bundesbezirks misst, in dem er veröffentlicht wurde. Der Bericht weist einen Wert von -7,5 aus, was heißt, dass die Produktionsumsätze in diesem Distrikt im Juli im 10. aufeinander folgenden Monat geschrumpft sind. Auch das trug zum Rückgang des Dollarkurses bei.

Heute werden wichtige Immobilenmarktdaten aus den USA erwartet. Um 12:30 MGZ erfolgt die Bekanntgabe der Indikatoren für Baugenehmigungen und für begonnene Haus-Neubauten. Diese sind wichtige Messlatten für den Immobilienmarkt in den USA und tragen das Potential in sich den Markt gravierend zu beeinflussen. Nach derzeitigen Prognosen zeigt der Immobiliensektor für Juni relativ positive Daten. Sollten die tatsächlichen Ergebnisse dieses bestätigen oder sogar besser ausfallen, könnte der USD eine Korrektur des gestrigen Rückgangs erfahren. Händler sollten diesen Bekanntgaben große Aufmerksamkeit schenken, und gegebenenfalls von ihren Auswirkungen auf die Märkte profitieren.

EUR auf höchstem Stand zum Dollar seit zwei Wochen

Der EUR setzte gestern seinen Aufwärtstrend zum Dollar fort, und die EUR/USD-Paarung handelt derzeit nahe dem Wert von 1,4130. Zum britischen Pfund Sterling stieg der EUR ebenfalls, doch verzeichnete er einen leichten Rückgang zum JPY.

Die Bekanntgabe schwacher Wirtschaftsdaten aus den USA lies den EUR zum Dollar steigen, und auch der Anstieg beim Rohölpreis wirkte sich schwächend auf den Kurs des Dollar aus. So stieg die europäische Währung zum Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Wochen.

Der EUR wurde gestern von positiven Daten aus den führenden Nationen der Eurozone unterstützt. Der französische Verbraucherpreisindex stieg im Juni um 0,1%, was Befürchtungen hinsichtlich einer Deflation unwahrscheinlich erscheinen lässt und der Krisengeschüttelten Wirtschaft zu einer kleinen Verschnaufpause verhilft. Die italienische Handelsbilanz, die den Wertunterschied zwischen importierten und exportierten Waren und Dienstleistungen misst, stieg im Mai um 1,19 Mrd. EUR. Das hat einen entscheidenden Einfluss auf die italienische Wirtschaft, die in großem Maße von ihren Export-Aktivitäten abhängig ist.

Für heute dürfte die einzig wichtige Bekanntgabe aus der Eurozone die der europäischen Handelsbilanz sein. Analysten sagen ein 1,2 Mrd. EUR Ergebnis vorher, was besagt, dass die Export-Aktivitäten der Eurozone im Mai um 1,2 Mrd. EUR über den Importen lagen. Sollte das tatsächliche Ergebnis der Vorhersage entsprechen, wird es das erste positive Ergebnis seit 13 Monaten sein, was positive Auswirkungen auf den EUR haben dürfte.

JPY verzeichnet gemischte Ergebnisse zu den anderen Haupt-Währungen

Der Yen durchlief gestern einen äußerst volatilen Handel verglichen zu den anderen Haupt-Währungen. Obwohl der Yen gestern zwar keinen scharfen Rückgang verzeichnete, dürfte ihm doch der größte Einbruch innerhalb einer Woche seit zwei Monaten bevorstehen, da er eine extrem rückläufige Woche hinter sich hat. Die wichtigste Publikation aus der japanischen Wirtschaft war der Index of Tertiary Industry Activity, der die Entwicklung im Dienstleistungssektor beschreibt. Der Bericht zeigte, dass der erwartete Anstieg von 0,3% nicht erreicht wurde, stattdessen im Mai ein tatsächlicher Rückgang bei den Dienstleistungen von 0,1% zu verzeichnen war.

Derzeit gehen die Erwartungen für den Yen dahin, dass er im Vergleich zum EUR fallen wird, da man annimmt, dass eine weitere Erholung an den Aktienmärkten die Nachfrage nach höhere Erträge erzielenden Anlagewerten steigen lässt. Der Yen ist bekannt dafür, dass er in Zeiten einer weltweiten Finanzkrise an Wert zulegt. So scheint es, als könne der Anstieg an den Aktienmärkten ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Finanzlage verbessert, was das Potential in sich birgt, den Yen erheblich zu schwächen.

Rohölpreis zum Wochenende hin mit Aufwärtstendenz

Der Rohölpreis war in der Lage seine gestrigen Gewinne zu halten und handelt derzeit um den Wert von $62,70 pro Barrel. So ist der Ölpreis dabei, zum ersten mal seit über einem Monat, eine Woche mit Aufwärtstendenz zu beschließen. Zwei Faktoren führten zum Anstieg des Rohölpreises: Zum einen unterstützte die Rückläufigkeit des USD den Preis des Öls, da Rohöl in Dollar bewertet wird und folglich ein Rückgang des USD-Kurses den Ölpreis hochtreibt. Zum anderen führte die Erholung an den Aktienmärkten zu gesteigertem Optimismus, dass ein Konjunkturaufschwung nun doch bevorstehen könne.

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen führt zu einer größeren Nachfrage nach Rohöl, was wiederum den Rohölpreis ansteigen lässt. Das Ergebnis dieser Woche scheint erste Anzeichen dafür zu bestätigen, dass Investoren ihren Glauben in Rohöl als eine langfristige Investition wiedererlangt haben. Händler sollten die Wirtschaftsnachrichten aus den stärksten Volkswirtschaften, insbesondere den USA aufmerksam verfolgen, um die Entwicklung beim Öl für die kommenden Wochen vorhersagen zu können. Solange es so aussieht, als wurde sich die Weltwirtschaft langsam von der Rezession erholen, dürfte der Rohölpreis weiter ansteigen. 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 17. Juli 2009 um 22:23 Uhr
 

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