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Dollar unter Abwärtsdruck, da G8-Gipfel seine Opfer fordert Drucken E-Mail
Freitag, 10. Juli 2009 um 21:49 Uhr

Der US-Dollar kam am Donnerstag schwer unter Druck, da die Haupt-Schwellenländer, angeführt von China, Gespräche hinsichtlich des Austauschens des USD als Welt-Leitwährung wieder aufnahmen. Das führte beim Handel am Donnerstag zum rückläufigen Verhalten des Dollar im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspaarungen. Zur Rückläufigkeit des Dollar trug auch bei, dass Händler wieder größere Risikobereitschaft zeigten, die US-Arbeitslosenansprüche geringer anstiegen als erwartet, Großbritannien seinen Leitzins unverändert beließ und die weltweiten Aktienmärkte sich erholten.

USD rückläufig aufgrund wieder erstarkter Risikobereitschaft

Der Handel am Donnerstag erlebte eine Umkehr jüngsten Stimmung der Risikovermeidung, die durch die schwachen US-Arbeitsmarktdaten vergangene Woche ausgelöst worden war.

Der Dollar-Index fiel zum ersten Mal seit sechs Tagen und ging um 1,1% auf 79,85 zurück. Ausgelöst wurde das durch zunehmende Risikofreudigkeit da Investoren sich wieder Aktien, riskanteren Währungen und Rohstoffen zuwandten. Gestern verzeichnete der Dollar starke Kursverluste zu Pfund Sterling, Yen und Euro.

Der Markt zeigte sich wenig verändert nach der Bekanntgabe der neuesten Daten der US-Arbeitslosenansprüche. Diese belegten, dass Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche völlig unerwartet auf den niedrigsten Stand seit Januar zurückgegangen sind. Da sonst in der Woche nur relativ wenige wirtschaftliche Indikatoren veröffentlicht worden sind, richteten sich Investoren hauptsächlich nach dem Geschehen an den Aktienmärkten.

Händler sollten ihre Aufmerksamkeit heute auf drei Ereignisse lenken: der Bekanntgabe der US-Handelsbilanz um 12:30 MGZ, der Veröffentlichung des Berichts über das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan, sowie die Rede des US-Finanzministers Timothy Geithner um 14:00 MGZ. Diese drei Ereignisse dürften Einblick in den Gesundheitszustand der US-Wirtschaft gewähren. Schlechter als erwartete Ergebnisse könnten den gestrigen Trend wieder umkehren und Investoren wieder zu Risikovermeidung zurückführen. Händler sollten außerdem den letzten Tag des G8-Gipfels verfolgen, da noch mehr negatives Gerede über den Dollar zu einem weiteren rückläufigen Tag für die US-Währung führen könnte.

EUR verzeichnet Kursgewinne, da sich europäische Aktienmärkte erholen

Der EUR schloss am Donnerstag bei $1,3974 gegenüber dem Eröffnungswert von $1,3894. Zum Yen legte der EUR ebenfalls zu und schloss bei 129,90 Yen gegenüber Eröffnungswert von 129,41. Das Pfund Sterling kletterte um 1,9% zum Dollar auf $1,6380 und verzeichnete damit den größten Zuwachs innerhalb eines Tages seit dem 9. Juni.

Angesichts der wieder erstarkten Risikobereitschaft musste der Dollar am Donnerstag scharfe Einbußen im Vergleich zu EUR und GBP hinnehmen. Chinas Absicht die Diskussion über eine alternative Leitwährung weiter führen zu wollen, setzte den Dollar verglichen zum EUR ebenfalls unter Druck. Der kräftige Anstieg des Pfund Sterling erfolgte nachdem die Bank of England beschloss ihren Leitzinssatz unverändert bei 0,5% zu belassen und bekannt gab, dass sie nicht vorhabe ihr Anlagen-Aufkaufprogramm zu ändern, obwohl der Markt eine Erweiterung erwartet hatte.

In den vergangenen Wochen hatte der EUR jedoch immer Schwierigkeiten gehabt seine Kursgewinne zum Dollar halten zu können. Für heute werden aus Großbritannien und der Eurozone nur wenige Wirtschaftsnachrichten erwartet, doch sollten Händler die Zahlen der französischen Industrieproduktion um 06:45 MGZ und den britischen Erzeugerpreisindex um 08:30 MGZ mit Interesse verfolgen. Besser als erwartete Ergebnisse könnten die neuerliche Rückkehr zur Risikobereitschaft noch verstärken.

Yen-Kurs purzelt, da weltweite Finanzkrise sich abschwächt

Der Yen verzeichnete am Donnerstag Verluste im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner, da Bedenken hinsichtlich einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung abnahmen. Der Yen handelte am Donnerstag bei 92,93 pro USD. Nachdem er gestern um 1,1% zurückgegangen war schloss der Yen zum EUR bei 129,90 gegenüber Eröffnungswert von 129,41. Allerdings hatte er am 8. Juli schon den Wert von 127,92 erreicht, den höchsten Wert seit dem 18. Mai.

Der Yen schwächelte, da Händler wieder größere Risikobereitschaft zeigten, was den Kurs von EUR und GBP steigen ließ. Der Kurs des Yen steigt traditionsgemäß in Zeiten finanzieller Unruhe, da der japanische Handelsüberschuss die Abhängigkeit von ausländischen Anlagewerten reduziert, was der japanischen Währung ihren Safe-Hafen-Status verleiht. Angesichts der neuerlichen Zunahme der Risikobereitschaft erscheint der jüngste Kursanstieg des Yen übertrieben, da es hierfür keinerlei echte Grundlage gegeben hat. Folglich dürften sich die Verluste des Yen am heutigen Tag weiter fortsetzen.

Rohölpreis hält sich gerade eben über $60 pro Barrel

Der Rohölpreis schaffte es gerade eben so sich über dem Wert von $60 pro Barrel zu halten, nachdem er mit $59,25 schon auf den tiefsten Stand seit 7 Wochen gefallen war. Der Ölpreis verhielt sich gestern relativ stabil, während der Dollar im Vergleich zu den meisten seiner Währungspartner Schwäche zeigte. Das seinerseits kurbelte die Nachfrage nach Rohstoffen an. Der Ölpreis wurde auch gestützt durch die Bekanntgabe der US-Arbeitslosenzahlen, die belegten, dass neue Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung auf den niedrigsten Stand seit Januar gefallen sind. Einem anderen Bericht zufolge sind die Automobilverkäufe in China in die Höhe geschossen.

Es wird erwartet, dass der weltweite Ölverbrauch in 2009 rückläufig sein wird. Folglich richten sich die Hoffnungen für eine Erholung bei der Nachfrage auf China, und hier insbesondere auf den Automobilmarkt, der Berichten zufolge um 36% gegenüber Vorjahr zugelegt hat. Hiermit ist China nahe dran die USA in diesem Jahr als weltgrößter Automarkt zu überholen. Nichtsdestotrotz, da laut Energy Information Administration die US-Lagerbestände an Benzin und destillierten Brennstoffen stetig ansteigen und auch Chinas Bedarf an Rohöl in diesem Jahr rückläufig sein wird, scheint es mehr als wahrscheinlich, dass der Rückgang beim Ölpreis noch nicht sein Ende erreicht hat. 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 11. Juli 2009 um 21:52 Uhr
 

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