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ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung wird heute das Marktgeschehen bestimmen Drucken E-Mail
Mittwoch, 01. Juli 2009 um 22:14 Uhr

Der überraschende Rückgang des Verbrauchervertrauens in den USA löste gestern ein plötzliches Aufkaufen des USD aus, da Investoren sich Safe-Hafen-Anlagen zuwandten. In einem Markt, dem es in jüngster Zeit scheinbar an klarer Ausrichtung mangelt, werden die Bekanntgabe von maßgeblichen wirtschaftlichen Indikatoren wie der gestrige Bericht über das Verbrauchervertrauen und der heutige ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung immer wichtiger, da viele Investoren erst die Veröffentlichung solcher Berichte abwarten bevor sie in den Handel einsteigen.

Konjunkturaussichten ließen Dollarkurs steigen

Der Dollar verzeichnete am Dienstag Gewinne nachdem ein Bericht über Eigenheimpreise in den USA belegte, dass sich der Preisrückgang verlangsamt und dass die Fertigungszahlen für Juni besser als erwartet ausfielen.

Der Dollar könnte seine Kursgewinne zum EUR sogar noch ausweiten da ein Bericht einen unerwarteten Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im Juni aufzeigte, was die Nachfrage für die Sicherheit der Weltführenden Währungsreserve erhöhen dürfte.

Der Dollar handelte gestern bei 1,4035 zum EUR, ein Zugewinn von 0,4%. Zum Yen stieg der Dollar um 0,3% und erreichte 96,35. In den wirtschaftlichen Veröffentlichungen vom Dienstag sahen Investoren genügend Gründe um in den Dollar zu investieren. Seit Monaten führen Verbesserungen bei den Konjunkturaussichten, an den Finanzmärkten und bei Großfirmen immer wieder zu Gewinnen an den Aktienmärkten, was sich negativ auf den Dollarkurs auswirkte, da Investoren dadurch weniger geneigt waren an der Safe-Hafen-Währung festzuhalten.

Experten sind jedoch der Meinung, dass der Dollar an einem Wendepunkt stehe, da der Handel einem Muster folgt das in enger Wechselbeziehung zu den Bewegungen am Aktienmarkt steht. In jüngster Zeit haben Investoren immer wieder den Dollar verkauft wenn sich aufgrund spontaner Anzeichen einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung die Aktienmärkte erholten und der Ölpreis in die Höhe schoss. So reduzierte sich die Nachfrage nach dem Dollar als Safe-Hafen-Währung.

Jetzt warten Investoren gespannt auf den sehr bedeutsamen monatlichen Bericht der US-Regierung zur Beschäftigungslage. Dieser Bericht wird am Donnerstag veröffentlicht, da am Freitag die US-Finanzmärkte wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen sein werden.

Eurokurs zum Dollar stabil und im Aufwind zum JPY

Der EUR verzeichnete leichte Gewinne zum US-Dollar aufgrund von Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) heute verlauten lassen werde dass sie den Leitzinssatz bis ins nächste Jahr hinein unverändert belassen werde um damit zur allgemeinen wirtschaftlichen Gesundung beizutragen. EZB-Ratsmitglied Axel Weber sagte vergangene Woche, die Zentralbank habe alle Möglichkeiten zur Senkung des Leitzinssatzes ausgeschöpft. So wird auch von Experten vorhergesagt, dass die Führungskräfte der EZB den Zinssatz bei ihrem Treffen diese Woche unverändert belassen werden.

Es ist allgemein eine verbesserte Stimmung zu verzeichnen, was die wirtschaftlichen Bedingungen der Eurozone betrifft. Wie die Europäische Kommission in Brüssel gestern berichtete stieg im Juni das allgemeine wirtschaftliche Vertrauen in Europa mehr als von Wirtschaftswissenschaftlern vorhergesagt, was darauf schließen lässt, dass sich der Konjunkturrückgang in der Region vermindert. Experten halten es für wahrscheinlich, dass die EZB ihren Leitzinssatz in absehbarer Zukunft bei 1% belassen wird. Und das wiederum könnte den EUR-Kurs weiterhin hoch halten.

In den vergangenen 4 Monaten hat die europäische Währung am meisten im Vergleich zum Yen zugelegt. Sie schloss gestern bei 135,56 gegenüber dem Vorwert von 135,21. Als sie gestern kurzfristig den Spitzenwert von 135,96 erreichte war das der höchste Stand seit dem 15. Juni. Der EUR hat in diesem Jahr bereits 7,1% zum japanischen Yen zugelegt, und so wie es aussieht hat er bislang nichts an Momentum verloren.

Yen im Abschwung da Investoren Sicherheitsdenken ablegen

Der japanische Yen schwächelte gestern im Vergleich zu EUR und Dollar, nachdem ein Bericht aufzeigte, dass die chinesischen Fabrikationszahlen im vierten aufeinander folgenden Monat Zuwächse verzeichneten, was die Nachfrage nach der relativen Sicherheit der japanischen Währung dämpfte. Der JPY fiel auf 135,80 zum EUR und schwächte sich zum USD auf 96,95 ab, gegenüber dem Vorwert von 96,36. Der Yen-Kurs fiel im Vergleich zu 15 der 16 meistgehandelten Währungen als ein Bericht aus Australien belegte, dass Wiederverkäufe im dritten aufeinander folgenden Monat Zuwächse verzeichneten, was Investoren mehr Zuversicht vermittelte um in höhere Erträge abwerfende Anlagen zu investieren.

Obwohl am Dienstag die Tankan-Berichte der Bank of Japan (BoJ) aufzeigten, dass sich die Stimmungslage japanische Hersteller von ihrem Rekordtief von vor 3 Monaten etwas erholt hat, war doch die Verbesserung geringer als erwartet. Nach der Bekanntgabe der Berichte näherte sich der Yen dem Dollar zwar wieder ein wenig, jedoch blieb eine größere Wirkung aus, da Investoren sich von der Bekanntgabe nicht sonderlich überrascht zeigten.

Experten sind der Ansicht der Markt habe alle positiven Faktoren die sich ergeben haben bereits bedacht und reagiere jetzt mehr auf die negativen Faktoren. Dem Markt mangelt es derzeit an klarer Ausrichtung, und es dürfte wohl auch noch eine zeitlang so bleiben.

Rohöl-Momentum weiter im Aufschwung

Der Rohölpreis stieg über $70 pro Barrel nachdem ein Industriebericht aufzeigte, dass die Rohöl-Lagerbestände in den USA, dem weltgrößten Energieverbraucher, den heftigsten Rückgang seit September vergangenen Jahres zu verzeichnen haben. Ein für heute vorgesehener Bericht der Energy Information Administration (EIA) wird wahrscheinlich eine klarere Richtung für die Entwicklung des Marktes vorgeben können.

Nach Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftlern wird dieser Bericht des US-Energieministeriums aufweisen, dass die Rohölbestände um 2 Millionen Barrel zurückgegangen sind. Eine solche Abnahme bei den Rohölbeständen könnte die Preise an den Rohstoffmärkten steigen lassen und auch den Rohölpreis entsprechend beeinflussen.

Der Rohölpreis erreichte gestern einen Spitzenwert von über $73 pro Barrel, seit zwei Wochen der höchste Wert im Juni. Grund dafür waren der Rückgang des Dollarkurses und wiederholte Rebellenangriffe auf Raffinerien in Nigeria, die die Befürchtungen wachsen ließen, dass der Ölnachschub gestört werden könnte. Rohöl kann seine Zugewinne bei der Volatilität dieser Woche noch erweitern und der Preis könnte gar bis auf $76 pro Barrel ansteigen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 01. Juli 2009 um 22:19 Uhr
 

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