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Erholung am Aktienmarkt verleitet Investoren zu riskanteren Anlagewerten Drucken E-Mail
Dienstag, 30. Juni 2009 um 22:33 Uhr

Ein mit außergewöhnlichem Aufwärtstrend versehener Tag veranlasste Investoren sich wieder riskanteren Anlagewerten zuzuwenden und von den Safe-Hafen-Währungen USD und JPY Abstand zu nehmen, was deren Kurs im Vergleich zu ihren riskanteren Währungspartnern zurückgehen ließ. Die Erholung am Aktienmarkt, gepaart mit einem schwachen Dollar, trug auch dazu bei, dass der Rohölpreis zum ersten Mal seit über einer Woche wieder über $73 pro Barrel lag. Heute werden die Veröffentlichungen verschiedener Wirtschaftsdaten aus den USA, der Eurozone und Japan dafür sorgen, dass wieder ein sehr volatiler Handelstag vor uns liegt, und es wird sich auch herausstellen, ob der gegenwärtige Trend sich die Woche über aufrechterhalten wird.

Erholung an der Wall Street lässt Dollarkurs sinken

Während sich am Montag die Wall Street erholte musste der Dollar im Vergleich zu den anderen Haupt-Währungen Einbußen hinnehmen.

Der Aufwärtstrend am US-Aktienmarkt weitete sich auch auf Großbritannien und die Eurozone aus. Der Dow Jones stieg um über 1% und der S&P verzeichnete die beste Zuwachsrate seit 1998. Unter den großen Gewinnern waren vor allem Bankaktien. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten führte zu einem generellen Kursrückgang des Dollar, da Händler sich am Montag vom Safe-Hafen-USD ab- und riskanteren Anlagewerten zuwandten. Hinzu kommt, dass Händler, da sich das Quartal dem Ende neigt, ihre Gewinne bei Aktien noch maximieren wollen.

Der USD fiel um etwa 80 Pips verglichen zu EUR und schloss den Handel bei 1,4115. Dazu trug ebenfalls bei, dass das wirtschaftliche Vertrauen in der Eurozone in diesem Monat mehr gestiegen ist als ursprünglich angenommen. Sehr ähnlich verhielt sich der Dollar zum britischen Pfund Sterling und die GBP/USD-Paarung stieg um 160 Pips bis auf 1,6634. Die Stärke des GBP kann auch seine Abhängigkeit vom US-Wirtschafts-Optimismus zugeschrieben werden. Im Vergleich zum JPY setzte der Dollar jedoch seinen kleinen Aufwärtstrend den zweiten Tag in Folge fort, da Investoren sich vom „Ultra“-Safe-Hafen-Yen abwandten und in den „Etwas weniger“-Safe-Hafen-USD investierten.

Für heute wird die Veröffentlichung einer ganzen Anzahl Wirtschaftsdaten erwartet die sehr wahrscheinlich die Volatilität am Devisenmarkt bestimmen werden. Die Bekanntgaben aus den USA dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen. Händler sollten besondere Aufmerksamkeit dem Einkaufsmanagerindex Chicago PMI um 13:45 MGZ und dem Verbrauchervertrauen des Conference Boards um 14:00 MGZ zukommen lassen. Auch sollte die Entwicklung an den Aktienmärkten im Auge behalten werden, da sie sich später am Tag als Schlüsselfaktor für die Bestimmung der Stärke des Dollar herausstellen könnte.

GBP erhält Rückenwind durch US-Optimismus

Das britische Pfund Sterling durchlebte gestern, verglichen mit seinen Haupt-Währungspartnern, einen volatilen, doch mit Aufwärtstendenz versehenen Handel, welcher durch den Optimismus in den USA beflügelt wurde. Die Erholung am britischen Aktienmarkt wurde ebenfalls durch die Erholung an der Wall Street ausgelöst. Dieses sich in jüngster Zeit immer wiederholende Muster zeigt, dass der Kurs des Pfunds steigt, sobald die Aktienmärkte in den USA und Großbritannien kräftige Gewinne verzeichnen. Diese kann durch die Abhängigkeit Großbritanniens auf dem Finanzsektor erklärt werden. Da dieser Sektor sich gestern an den Aktienmärkten besonders hervortat, erklärt das weshalb das GBP Rückenwind erhielt.

Sowohl GBP als auch EUR verzeichneten Gewinne im Vergleich zu USD und JPY. Die EUR/GBP-Paarung schloss um 32 Pips im Minus bei 0,8482. Es scheint dass, sollte sich die Weltwirtschaft weiter erholen, wir mittelfristig erleben werden wie sich diese Paarung dem Wert von 0,8400 annähert. Die gestrigen positiven Wirtschaftsdaten aus der Eurozone trugen ebenfalls zur Stärkung des EUR bei. Hier haben wir ein weiteres Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Situation in der Eurozone nicht gar nicht so trübe ist wie manche Experten es vorhergesagt hatten.

Heute werden wieder eine Anzahl Wirtschaftsdaten aus Großbritannien und der Eurozone erwartet, die mit großer Wahrscheinlichkeit den Kurs des GBP und des EUR im Vergleich zu ihren Haupt-Währungspartnern beim heutigen Handel beeinflussen werden. Aus Großbritannien kommen um 06:00 MGZ der Hauspreisindex der Nationwide Building Society und um 08:30 MGZ die Zahlen für Leistungsbilanz und Bruttoinlandsprodukt. Aus der Eurozone erwarten wir um 07:55 MGZ die deutschen Arbeitslosenzahlen und um 09:00 MGZ den Schätzwert für den Verbraucherpreisindex.

JPY-Kurs purzelt angesichts abnehmendem Safe-Hafen-Status

Der Kurs des japanischen Yen purzelte am Montag als die japanischen und weltweiten Aktienmärkte erhebliche Gewinne verzeichneten. Auch verloren Investoren gestern ihr Vertrauen in den JPY als bekannt wurde, dass mit einer Arbeitslosenquote von 5,2% der höchste Stand seit 5 Jahren in Japan erreicht wurde. Die japanische Regierung befürchtet, dass Mitte 2010 sogar 6% erreicht werden könnte. Vieles der Schwäche des JPY ist auch der Tatsache zuzuschreiben, dass Händler sich vom Safe-Hafen-Yen trennten und sich riskanteren Anlagewerten zuwandten. Wie es scheint, handelt es sich dabei um Aktien und Rohstoffe.

Der Yen rutschte den zweiten Tag in Folge im Vergleich zum USD um über 50 Pips ab und schloss bei 95,92. Die EUR/JPY-Paarung sackte von 135,38 auf 133,90. Verglichen zum GBP fiel der Yen gar um 235 Pips auf 159,63. Die Volatilität des Yen dürfte sich beim heutigen Handel fortsetzen. Das umso mehr als später am Tag um 23:50 MGZ zwei wichtige japanische Indexe veröffentlicht werden, die Tankan-Berichte (mit Stimmung und Erwartungen der großen Industrieunternehmen) des verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbe.

Rohölpreis schießt über $72 pro Barrel hinaus

Der Rohölpreis schoss gestern über den Wert von $72 pro Barrel hinaus und stieg um erstaunliche $4 auf $72,68. Der Grund dafür ist in folgenden Faktoren begründet: Zum einen gab es wieder einen Rebellenangriff in Nigeria, was die Shell Oil Company gestern dazu zwang eine ihrer Raffinerien zu schließen. Zum anderen war da der kräftige Aufwärtstrend an den US- und europäischen Aktienmärkten, was einen Boom bei Rohstoffen auslöste, da Investoren ihre Safe-Hafen-Anlagen wie den US-Dollar verkauften.

Die gestrigen Gewinne folgten direkt der Rückläufigkeit beim Rohölpreis in den letzten Tagen, der sich nicht über dem Wert von $70 pro Barrel halten konnte. Jüngste Berichte der International Energy Agency besagen, dass der Rohölbedarf in absehbarer Zukunft noch abnehmen wird. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass die OPEC auf ihrem nächsten Treffen im September eine Drosselung der Fördermengen beschließen wird. Sollten in den nächsten zwei Tagen weitere positive Anzeichen aus den USA zu verzeichnen sein, könnte der Rohölpreis bis zum Wochenende gar bis auf $75 ansteigen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 30. Juni 2009 um 22:37 Uhr
 

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