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Ben Bernankes Rede wird Dollar-Volatilität auch heute weiter dominieren Drucken E-Mail
Freitag, 26. Juni 2009 um 21:57 Uhr

Der Dollar wird seine Volatilität auch heute fortsetzen, da die Märkte weiterhin auf die gestrige kritische Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke reagieren. Darüber hinaus werden Händler sich dem intensiven Dollar-Handel widmen, eingedenk der Tatsache, dass der US-Leitzins bei 0,25% verbleiben wird und damit niedriger ist, als in den meisten Industrienationen. Des Weiteren könnte eine steigende Tendenz an den Aktienmärkten einen zusätzlicher Faktor darstellen, der zur Volatilität an den Devisenmärkten beiträgt und der möglicherweise den Kurs des Dollar nach unten drückt.

Dollarkurs im Abschwung aufgrund schlechter Arbeitslosenzahlen

Der Kurs des US-Dollar fiel gestern im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner. Heruntergezogen wurde er von einem unerwarteten Anstieg der wöchentlich veröffentlichten Zahlen für Neuansprüche auf Arbeitslosenunterstützung, was dunkle Wolken über der US-Wirtschaft aufziehen ließ.

Zum Abschwung des Dollarkurses trugen ebenfalls die Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke bei, der aufgrund jüngster kontroverser US Banken-Akquisitionen in die Defensive geraten war

Zum Handelsschluss am Donnerstag fiel der USD im Vergleich zum EUR, und die oft gehandelte Währungspaarung fiel auf den Wert von 1,4043. Ein ähnliches Verhalten legte der Dollar den ganzen Tag über im Vergleich zum JPY an den Tag. Jedoch erholte sich der Dollar gegen Ende des Tages leicht und schloss leicht im Plus bei 95,70.

Neuansprüche auf staatliche Arbeitslosenunterstützung verzeichneten einen Anstieg um 15.000, was die saisonal bereinigte Gesamtzahl auf 627.000 brachte. Das zeigt deutlich, dass trotz der Stabilisierung der US-Wirtschaft Firmen weiterhin Personal abbauen. Jedoch weisen jüngste Zahlen darauf hin, dass in einigen Bereichen der Wirtschaft, wie dem Wohnungsmarkt und der Fabrikation, der Rückgang verringertem Tempo stattfindet, was auch mit der Vorhersage der US-Notenbank übereinstimmt, der Abschwung „würde nachlassen“. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Firmen Neueinstellungen vornehmen solange die Nachfrage nicht erheblich ansteigt, was bedeutet, dass eine allgemeine Markterholung nach wie vor von der Wirksamkeit der staatlichen Konjunkturpakete abhängig ist.

Für heute werden einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA erwartet. Darunter sind um 12:30 MGZ die Zahlen für Verbraucherausgaben und um 13:55 MGZ die Zahlen für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Sollten die Zahlen besser als erwartet ausfallen, könnte das die gestrigen Verluste des Dollar verglichen zu EUR und CHF wieder wettmachen. Sollten sich die Zahlen jedoch schlechter als vorhergesagt darstellen dürfte das dem Dollar heute wieder einen rückläufigen Handel bescheren.

EUR im Vergleich zum Dollar im Aufschwung

Die 16-Nationen-Währung schloss den gestrigen Handel verglichen zu den meisten Haupt-Währungen im Plus. Der EUR legte gestern verglichen zum JPY zu und schloss um den Wert von 134,70. Auch zum GBP zeigte der EUR steigende Tendenz, stieg um etwa 60 Pips und schloss bei 0,8547.

Der wichtigste wirtschaftliche Indikator der Eurozone waren gestern die Zahlen der Auftragseingänge für Industrieproduktion. Diese waren eindeutig schwach und sind im April, verglichen zum Vorjahr um ein Drittel zurückgegangen. Dieser Rekordrückgang wird angeführt von nachlassender Nachfrage bei Kapital und Zwischenerzeugnissen. Ein weniger starker Rückgang der Aufträge im März hatte die Hoffnung genährt, dass der Abschwung die Talsohle erreicht hätte, doch zeigt der heftige Rückgang im April dass eine wahre wirtschaftliche Erholung wohl länger auf sich warten lässt. Experten sind der Ansicht, dass das erste Quartal dieses Jahres den Tiefpunkt der Rezession für die Eurozone darstellt.

Für heute dürfte der wichtigste Wirtschaftsindikator der Eurozone die Bekanntgabe des vorläufigen deutschen Verbraucherpreisindexes sein. Experten sagen hier einen Anstieg gegenüber dem Vorwert voraus. Händler sollten der heutigen Veröffentlichung große Aufmerksamkeit zollen, da ein besser als erwartetes Ergebnis dem EUR kurzfristig Auftrieb verleihen könnte.

Yen verzeichnet zu den Haupt-Währungen gemischte Ergebnisse

Angesichts der Annahme die Anstrengungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) werde die weltweite Wirtschaft stabilisieren und die Nachfrage nach höhere Erträge abwerfenden Anlagen ankurbeln, schloss der Yen den gestrigen Handel mit gemischten Ergebnissen im Vergleich zu den Haupt-Währungen. Der JPY schloss zum USD bei 96,08 gegenüber 96,20 am Vortag.

Die japanischen Verbraucherpreise fielen im Mai auf ein Rekordtief; ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Rückkehr zur Deflation den Weg aus der schwersten Rezession der japanischen Wirtschaft erheblich erschweren wird. Der Präsident der Bank of Japan, Masaaki Shirakawa, äußerte in einer Rede vergangene Woche, dass sich der Preisrückgang noch bis in die Mitte des Steuerjahrs verstärken werde, da die Nachfrage abnimmt und Rohöl weiterhin unter dem Rekordpreis des vergangenen Jahres gehandelt wird. Einzelhändler senken ihre Preise, da sinkende Einkommen und die sich verschlechternde Arbeitsmarktsituation die Ausgabebereitschaft dämpfen.

Rohölpreis bei $70 pro Barrel

Der Rohölpreis stieg gestern kräftig auf über $70 pro Barrel. Grund dafür waren erneute Rebellenangriffe auf Ölanlagen in Nigeria und Befürchtungen, ein Defekt in der größten US-Ölraffinerie könne die Benzinbestände während der Hauptsaison im Sommer knapp werden lassen. Der Rohölpreis erhielt ebenfalls Rückenwind durch die Erholung am Aktienmarkt, die durch die optimistische Sichtweise, die Rezession würde nachlassen, angefacht wurde. Diese Aussicht könnte sich auch positiv auf kränkelnden Welt-Energiebedarf auswirken.

Um die bevorstehenden Bewegungen beim Ölpreis richtig einschätzen zu können sollten Händler heute sorgfältig die Entwicklung an den führenden Aktienmärkten beobachten und auch die Haupt-Wirtschaftsindikatoren aus den USA und der Eurozone im Auge behalten. Nichtsdestotrotz sollte der USD weiterhin Schwäche zeigen, dürfte ein Rohölpreis von $75 pro Barrel eine durchaus realistische Zielvorgabe für die kommende Woche sein.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. Juni 2009 um 22:00 Uhr
 

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