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US-Arbeitsmarktdaten auf der Agenda Drucken E-Mail
Donnerstag, 25. Juni 2009 um 21:51 Uhr

Der US-Dollar zeigte gestern starke zinsbullische Bewegungen, die das Währungspaar EUR/USD bis auf die Marke bei 1,3900 brachten. Die bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten könnten das Momentum heute jedoch verlagern und eine Trendwende für die amerikanische Währung einleiten. Analysten gehen von einem enttäuschenden Ergebnis aus.

Dollar-Optimismus hoch nach Stellungsnahme der US-Notenbank

Der USD startete gestern seinen verhältnismäßig starken Aufwärtstrend, nachdem der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) alle verfügbaren Instrumente einzusetzen versprach, um die Konjunkturerholung zu stützen und die Preisstabilität zu sichern.

Nachdem der Dollar bis auf 1,4139 gegenüber dem EUR kletterte, bewegt sich das Währungspaar mittlerweile um 1,3950 und scheint sich leicht zu stabilisieren. Auch gegenüber dem britischen Pfund konnten die Marktteilnehmer eine ähnliche Entwicklung wie bei EUR/USD beobachten. Hier erreichte der USD ein Level bei 1,6600, bevor die US-Währung wieder auf 1,6400 abrutschte.

Noch vor dem FOMC-Treffen zeigten sich die Investoren leicht verunsichert, was den Abstoß von USD-Anlagen zur Folge hatte. Nach der überraschend ermutigenden Stellungnahme des Offenmarktausschusses, in der das FOMC auf eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Abschwungs und nicht mehr auf eine Deflationsgefahr hinwies, erachteten Anleger den Dollar wieder als solide Anlageform in einer Zeit der Konjunkturkrise. Dementsprechend schlug der Dollar einen deutlichen Aufwärtstrend gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen ein.

Für heute stehen wieder einige wichtige Konjunkturdaten auf dem Wirtschaftskalender, die ihren Einfluss auf die jüngsten zinsbullischen Tendenzen der US-amerikanischen Währung nehmen könnten. Sollten die US-Arbeitsmarktzahlen erkennen lassen, dass der deutliche Stellenabbau weiterhin seine Gültigkeit hat und sollten die finalen BIP-Zahlen die Prognosen enttäuschen, ist davon auszugehen, dass der aktuelle Marktoptimismus einen kräftiger Rückschlag erfahren wird. Darüber hinaus ist um 16:00 Uhr eine Anhörung von US-Notenbankchef Bernanke zur Rolle der Administration bei der Übernahme von Merrill Lynch & Co durch die Bank of America in Washington angesetzt.

Gemischte EUR-Ergebnisse schwächen Eurozone

Der EUR begann den heutigen Handel bereits bei gemischten Ergebnissen gegenüber seinen Gegenwährungen. Dabei verlor der EUR gegenüber dem USD an Boden, nachdem der Offenmarktausschuss (FOMC) bei seiner gestrigen Stellungnahme erklärte, dass die US-Notenbank nicht beabsichtige, weitere Schatzpapiere aufzukaufen. Der Kurs der US-amerikanischen Währung schnellte daraufhin in die Höhe, das Währungspaar EUR/USD rutschte dementsprechend heute Morgen bis auf 1,3950 ab. Im Gegensatz dazu verzeichnete der EUR einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Schweizer Franken. Die Marktteilnehmer führen die nachgebenden CHF-Notierungen auf Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zurück. Das Währungspaar wird aktuell über der Marke bei 1,5300 von zuvor 1,5000 gehandelt.

Diese Handelswoche erwies sich als äußerst schwierig für die europäische Währung. Fundamentaldaten verdeutlichten eine Zunahme des Wirtschaftsabschwungs in der Region. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Trichet, warnte bereits am Montag vor einem Haushaltsdefizit, während die Weltbank erklärte, dass der globale Wirtschaftsabschwung kritischer sei als bisher prognostiziert. Der Handel am Dienstag wurde von schwachen Ergebnissen aus den Bereichen Herstellung und Produktion in Deutschland und Frankreich belastet. Die saisonbereinigte Leistungsbilanz für die Eurozone weist darüber hinaus für April ein deutliches Defizit aus, was Trichets Warnruf nur bestätigt.

Die jüngsten Entwicklungen des EUR lassen keine eindeutige Richtung für den Kurs der Gemeinschaftswährung erkennen. Gegenüber den übrigen europäischen Währungen verhielt sich der EUR eher ruhig, bis auf CHF, bei der die SNB, Händlern zufolge, wie bereits erwähnt eingegriffen habe. Auch gegenüber dem JPY verzeichnete der EUR Kursgewinne, während die Währung des Inselstaates auf breiter Front verliert. Der heutige Handel wird zweifelsohne vom US-Dollar bestimmt. Sollten die Konjunkturdaten aus den USA enttäuschen, wird der jüngste Aufwärtstrend der amerikanischen Währung voraussichtlich ein Ende finden. Der EUR könnte davon wiederum profitieren. Ohnehin eignet sich der heutige Handelstag hervorragend für Kurzzeit-Händler, da die Volatilität am Markt mit Sicherheit hoch sein wird.

JPY bußt Kursgewinne ein - Händler orientieren sich westlich von Europa

Nachdem der JPY sich bereits markttechnisch wichtigen Handelslevel gegenüber einigen seiner Gegenwährungen näherte, scheint Japans Währung eine Überwindung dieser Marken jedoch nicht zu erreichen und befindet sich bereits auf einem abwärts gerichteten Ausgangspunkt. Zunächst kletterte der Yen bis auf 95,00 zum USD. Mittlerweile hat sich ein Aufwärtstrend für das Kurspaar eingestellt, da die japanische Währung wieder deutlich an Boden verliert. Gegen EUR und GBP kann ein ähnliches Verhalten im Vergleich zum Währungspaar USD/JPY beobachtet werden: starke zinsbullische JPY-Tendenzen, gefolgt von einer bärischen Preiskorrektur.

Da gestern und heute nur einige wenige Wirtschaftsdaten aus Japan veröffentlicht wurden, kann diese Entwicklung auf die verhältnismäßige Stärke der Gegenwährungen zugeführt werden. Während das Anlegervertrauen in Europa aktuell nachlässt und sich neuer Optimismus in den USA verbreitet, verteilen sich Risikobereitschaft und Risikoaversion neu. Aufgrund einer verstärkten Risikoaversion innerhalb der Eurozone, konzentrieren sich die Anleger möglicherweise erneut auf Safe-Haven-Währungen. Dabei widmen sich die Marktteilnehmer jedoch aufgrund der aktuellen Aufwärtstendenzen des USD vermehrt auf die amerikanische Währung, anstelle des JPY. Angesichts der bevorstehenden Konjunkturdaten aus den verschiedenen Industrienationen, könnten sich bis zum Ende des Tages noch hohe Kursschwankungen für JPY ergeben. Anleger sollten die Veröffentlichungen des Tages gut im Auge behalten.

USD-Anstieg bremst Aufwärtstrend der Ölpreise

Da viele Anleger sich gestern dazu entschlossen, ihre Dollar-Positionen zunächst abzustoßen, erwarteten die Marktteilnehmer weitere zinsbullische Tendenzen für Rohöl. Noch vor der Stellungnahme des FOMC setzten viele Händler eine Zunahme des Ankaufs von US-Schatzpapieren durch die US-Notenbank voraus. Der Offenmarktausschuss sprach sich jedoch deutlich gegen einen solchen aus, so dass ein neu entstandener USD-Optimismus dem Ölpreis einen Dämpfer verpasste. Rohöl rutschte bis auf $68,50 pro Barrel ab und scheint sich aktuell bei dieser Marke zu stabilisieren.

Sowohl die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) als auch die Europäische Union (EU), plädierten jüngst für weitere Regulierungen des Energiemarkts, um eine Stabilisierung der Weltmarktpreise zunehmend zu fördern. Die aktuell steigenden Ölpreise stellten noch keine Bedrohung für die globale Wirtschaftserholung dar hieß es, dennoch fürchten Erzeuger und Verbraucher gleichwohl eine weitere Spekulationsblase.

Da die Rohöllagerbestände bei ihrer letzten Messung stärker zurückgingen als erwartet, könnte der Ölpreis seinen zinsbullischen Trend vorerst fortsetzen. Dementsprechend steigt die Nachfrage aufgrund des neu entstandenen Marktoptimismus sowie ersten Anzeichen eines Wirtschaftswachstums. Die OPEC bevorzuge jüngsten Berichten zufolge sogar eine Preisspanne um $80 pro Barrel. Insgesamt gehen Experten davon aus, dass der Ölpreis in naher Zukunft weiterhin Unterstützung findet und sich die Aufwärtstendenzen für den Rohstoff vorerst fortsetzen werden.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. Juni 2009 um 21:55 Uhr
 

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