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Weltbank-Prognose belastet Zuversicht - Anleger wollen Safe-Haven-Währungen Drucken E-Mail
Dienstag, 23. Juni 2009 um 22:31 Uhr

Der US-Dollar konnte in dieser Woche bereits deutlich an Boden gegenüber seinen Gegenwährungen gewinnen, nachdem die Weltbank (WB) ihren Ausblick für den Euro-Raum, die USA und Japan senkte. Demnach soll sich für 2009 ein Rückgang von 2,9% anstelle der zuvor vorausgesagten 1,7% ergeben. Angesichts der politischen Unruhen im Iran und Machtproben in Nord Korea, zeigen sich die Marktteilnehmer jüngst leicht verunsichert. Sie zogen ihre Investitionen zurück und konzentrieren sich aktuell wieder auf Save-Haven-Währungen wie USD und JPY, was die gestrigen zinsbullischen Bewegungen der beiden Währungen erklärt. Auch heute scheinen Investoren, risikoreichen Anlagen den Rücken zuzukehren.

USD gewinnt angesichts steigender Risikoaversion

Am Montag verbuchte der USD Kursgewinne gegenüber seinen risikoreicheren Gegenwährungen, nachdem die Weltbank ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2009 nach unten berichtigte.

Wieder aufkommende Sorgen um die globale Wirtschaftslage in Kombination mit einer sich entfaltenden labilen politischen Lage im Iran, lässt neuen Pessimismus unter den Marktteilnehmern aufkeimen, die es derzeit bevorzugen, sich auf "sichere" Anlagen zu konzentrieren. Der Dollar schloss am vergangenen Freitag noch bei $1,3856 pro EUR. Um 0,5% kletterte die US-Währung seither in die Höhe. Zum Yen wird sie aktuell bei 95,99 Yen von zuvor 96,23 Yen gehandelt.

Am Montag sagte die Weltbank voraus, dass die globale Wirtschaft noch in 2009 um 2,9% schrumpfen werde. Die vorausgegangene Schätzung lag bei 1,7%. Darüber hinaus geht die Weltbank davon aus, dass das Wirtschaftswachstum der Entwicklungsländer in diesem Jahr nur noch 1,2% betragen wird, was die Erholung der globalen Wirtschaftslage weiter aufhalten könnte. Der Bericht der Weltbank führte zu Verlusten an den Aktienmärkten und von Rohstoffanlagen, was den US-Dollar wiederum stärkte.

Von absolut wichtiger Bedeutung für den US-Dollar in dieser Woche ist die mit Spannung erwartete Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC), die heute beginnt und am Mittwoch mit einer Stellungnahme abschließt. Des Weiteren werden um 16:00 Uhr die Ergebnisse der US-Verkäufe bestehender Häuser für den Monat Mai erwartet. Dennoch hält der Abschluss des FOMC-Meetings die Marktteilnehmer stärker in Atem als jede Fundamentaldaten, da die US-Regierung ihren Plan für eine der größten Finanzreformen in der Geschichte der USA ausführen will.

EUR mit Verlusten gegenüber den meisten Gegenwährungen

Der EUR verbuchte am Montag Kursverluste gegenüber den Hauptwährungen, seitdem sich die Risikoaversion unter den Händlern aufgrund des jüngsten enttäuschenden Berichts der Weltbank verstärkt. Der EUR wurde gestern bei $1,3856 von zuvor $1,3948 gehandelt. Gegenüber dem japanischen Yen notierte die europäische Währung bei 133,05 Yen von noch zuvor 134,22 am letzten Freitag.

Zusätzlich geriet der EUR unter Druck, als der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sich gegen zusätzliche staatliche Konjunkturprogramme für die Eurozone aussprach. Ein leicht über den Erwartungen ausgefallenes Ergebnis des deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex nahm nur sehr kurzfristig Einfluss auf den EUR-Kurs. Größere Wirkung hatte demgegenüber das Ausmaß des Haushaltslochs Deutschlands, der mitunter wichtigsten Industrienation innerhalb der Eurozone.

Neben den wichtigen deutschen Konjunkturdaten, Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbe sowie Einkaufsmanagerindex nicht-verarbeitendes Gewerbe für den Monat Juni, die beide heute um 9:30 Uhr veröffentlicht werden, sind die Augen der Marktteilnehmer auf die Stellungnahme des Offenmarktausschusses und auf das 1-Jahres-Refianzierungsprogramm der EZB gerichtet. Diese werden am Mittwoch erwartet.

Politische Unruhen begünstigen JPY

Der japanische Yen konnte am Montag gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen Boden gutmachen, angesichts der politischen Unruhen im Iran und einer überwiegend düsteren Prognose der Weltbank in Bezug auf die globale Wirtschaftserholung. Laut Bericht der Weltbank ist die Rezession tiefer als erwartet. Investoren wenden sich verstärkt Save-Haven-Währungen wie Dollar und Yen zu.

Der Yen kletterte gestern zum EUR um 0,9% in die Höhe und wurde bei 132,87 pro EUR gehandelt. Zum Dollar notierte Japans Währung bei 95,86 pro Dollar, was einen Kurszuwachs von 0,4% bedeutete. Zuvor veröffentlichte Konjunkturdaten verdeutlichten eine Verbesserung des Geschäftsklimaindex sowie der Stimmung im Service-Sektor und somit einen verbesserten Ausblick für Japans Wirtschaftslage. Solange sich die Turbulenzen global fortsetzen, könnte der Yen davon profitieren und auch heute wieder Kursgewinne verzeichnen.

Rohölpreis fällt unter $67 pro Barrel

Die Ölpreise fielen gestern um $2 pro Barrel, nachdem die Weltbank in ihrer jüngsten Prognose von einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums von 2,9% für 2009 ausgeht. Die zinsbullischen Tendenzen des Dollar setzten die Ölpreise zusätzlich unter Druck, da sich die Händler nun von risikoreichen Anlagen abwenden, um in Safe-Haven-Währungen zu investieren.

Die sinkenden Erwartungen einer gesteigerten Energienachfrage während der US-Sommerferienzeit, zusammen mit einem, Berichten zufolge, deutlichen Anstieg der US-Rohöllagerbestände, setzten dem Rohöl in den letzten Tagen stark zu. Für gewöhnlich erreicht der Benzinverbrauch während der Sommermonate in den USA Höchststände. Angesichts der anhaltenden Rezession und wachsenden Arbeitslosigkeit, hat die Anzahl der Pendler und Urlaubsreisenden in diesem Jahr deutlich abgenommen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Benzinvorräte zurückgehen werden, da die Raffinerien derzeit mit einer Kapazität von lediglich rund 86% fördern. Dementsprechend gehen Experten von einem zusätzlichen Anstieg der Lagerbestände für Rohöl aus.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Juni 2009 um 22:35 Uhr
 

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