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US-Arbeitslosenanträge bestimmen heute USD-Kurs Drucken E-Mail
Donnerstag, 18. Juni 2009 um 22:48 Uhr

An den Märkten wird sich die Volatilität heute voraussichtlich verstärken, sobald die Ergebnisse der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (der Woche) um 14:30 Uhr sowie der US-Philadelphia-Fed-Index (für Juni) um 16:00 Uhr veröffentlicht werden. Darüber hinaus ist um 15:30 Uhr eine Anhörung des US-Finanzministers Timothy Geithner vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington geplant. Die Konjunkturdaten und Geithners Ansprache werden den Dollar-Kurs gegenüber den Hauptwährungen bis zum Wochenende bestimmen. Um sich die Situation an den Devisenmärkten zu Nutze zu machen, sollten Händler ihre USD-Positionen rechtzeitig vor den vorgenannten Veröffentlichungen eröffnen.

USD aufgrund schwacher US-Inflationsdaten abgeschwächt

Der Dollar verbuchte am Mittwoch zum zweiten Tag in Folge Verluste gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen.

Auslöser dafür war die Tatsache, dass die US-Inflation im Monat derart stark zurückgegangen war, dass die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine baldige Anhebung der US-Leitzinsrate seitens der US-Notenbank schlagartig nachließen. Der Dollar wurde gestern von zuvor ¥96,62 bei ¥95,78 sowie $1.3955 pro EUR gehandelt. Zum Schweizer Franken wurde ein Dollar bei 1,0793 von zuvor 1,0865 Schweizer Franken gehandelt.

Die steigenden Aktienmärkte und positive Konjunkturdaten der letzten Monate hatten zu Mutmaßungen geführt, dass die US-Rezession schon bald ein Ende finden könnte. Dementsprechend wurde erwartet, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis zum Jahresende anhebt. Die Sorge um eine steigende Inflation stützen die Annahmen. Jedoch stieg der Index der Verbraucherpreise (VPI) im Monat Mai um nur 0,1%, nachdem dieser in den vergangenen 12 Monaten um 1,3% gefallen war und somit den stärksten Rückgang der letzten 60 Jahre verzeichnete.

Der Rat der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve Board) wird die Stellungnahme der nächsten Woche voraussichtlich dazu nutzen, jeglichen Spekulationen einer bevorstehenden Anhebung der US-Leitzinsrate Einhalt zu gebieten. Dies könnte als Zeichen dafür gedeutet werden, dass die US-Wirtschaft nach wie vor geschwächt ist, was in langfristigen Abwärtsdruck für den USD resultieren könnte. Darüber hinaus setzt die Diskussion über die Abschaffung des USD als globale Leitwährung die amerikanische Währung unter Druck. Die so genannten BRIC-Länder, die wichtigsten Schwellenländer, Brasilien, Russland, Indien und China, forderten bei ihrem ersten gemeinsamen Gipfeltreffen am Mittwoch ein "stabiles und berechenbares Weltwährungssystem".

Bei der Vielzahl wichtiger Konjunkturdaten aus der ganzen Welt, können Anleger heute von einer hohen Volatilität ausgehen, die ein Fortbestehen des bärischen Trends für den USD möglicherweise stützen wird. Veröffentlichungen: 09:30 Uhr Schweizerische Nationalbank (SNB), Geldpolitische Lagebeurteilung mit Zinsentscheid, 10:30 Uhr Großbritanniens Einzelhandelsumsatz für Mai, 14:30 Uhr US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche).

Gesteigerter Optimismus treibt EUR an

Der EUR verbuchte am Mittwoch Kursgewinne gegenüber dem USD, nachdem aus den USA enttäuschende Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Der EUR schloss dementsprechend bei $1,3947 von zuvor $1,3863 und bei ¥133,68 von zuvor ¥133,98. Das Pfund Sterling rutschte gestern um 1,2% auf 85,36 Pence pro EUR ab, was den größten Rückgang seit dem 4. Juni markierte. Zum USD veränderte sich der Kurs geringfügig. Großbritanniens Währung notierte bei $1,6391 von zuvor $1,6410.

Die Verluste ergaben sich, nachdem die englischen Aktienmärkte nachgaben und der Präsident der Bank of England (BoE), Mervyn King, in einer Ansprache erklärte, dass Großbritanniens Bankensystem, voraussichtlich mehr Kapital benötige, um eine Erholung der Wirtschaftslage zu finanzieren. Ein Anstieg an den US-Aktienmärkten brachte dem EUR wiederum Kursgewinne gegenüber dem Dollar. Erneut erhöht sich die Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern, die sich von Safe-Haven-Währungen, wie dem USD abwenden. Berichten zufolge hat sich das Leistungsbilanzdefizit der USA im ersten Quartal reduziert und somit zu neuem Optimismus an den Währungsmärkten beigetragen.

EUR-Anleger sollten heute insbesondere folgende Konjunkturdaten im Auge behalten: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche) um 14:30 Uhr, Einzelhandelsumsatz Großbritannien für Mai um 10:30 Uhr sowie die Geldpolitische Lagebeurteilung mit Zinsentscheid der Schweizerische Nationalbank (SNB) um 09:30 Uhr. Die Ergebnisse werden den Kurs von EUR, GBP und CHF für die nächsten Tage bestimmen.

USD mit Kursgewinnen gegenüber USD

Während des gestrigen Handelstages verbuchte der Yen Gewinne gegenüber dem USD und profitierte von seinem Status als Save-Haven-Währung, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor ihre Prognose für über 20 US-Banken herabstufte. Der Dollar wurde gestern bei 95,78 Yen von zuvor 96,62 Yen gehandelt. Darüber hinaus hatte S&P am Tag zuvor erklärt, dass die Europäischen Banken höheren Kreditausfällen gegenüberständen als zunächst erwartet. Dies verlieh dem JPY zusätzlichen Aufschwung.

Da die Konjunkturaussichten insgesamt jedoch positiv bleiben, verzeichnete der Yen überwiegend Verluste gegenüber seinen Gegenwährungen. Der Yen wird häufig als Finanzierungswährung für gewinnträchtigere Anlagen genutzt. Jüngsten Berichten zufolge haben japanische Anleger jüngst mehr Investitionen in Übersee getätigt als sie abstoßen konnten, was dem Yen weiteren Abwärtsdruck brachte.

Nachfrage steigert Ölpreise

Rohöl zur Lieferung im Juli diesen Jahres stieg am Mittwoch um 48 US-Cent und schloss zu Handelsende bei $71,51 pro Barrel. Am Ende eines volatilen Handelstages schloss der Rohstoff fester, nachdem das US-Energieministerium, Department of Energy (DoE), einen überraschend kräftigen Rückgang der Rohöllagerbestände meldete. Die Lagerbestände an Benzin sowie die strategische Ölreserve stiegen hingegen unerwartet stark. Anzeichen einer sich steigernden Ölnachfrage glichen die negativen Ergebnisse etwas aus. Der Ablauf von Öl-Futures-Kontrakten im Monat Juli spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Der zinsbullische Trend der Ölpreise der vergangenen Monate wurde von einem schwachen Dollar sowie Inflationsängsten gestützt, die Anleger dazu veranlassten, in Rohstoffe als Hedge Fonds zu investieren. Die Sorge vor einer Geldentwertung in naher Zukunft hat mittlerweile nachgelassen, nachdem deutlich wurde, dass die Verbraucherpreise im letzten Monat um lediglich 0,1% angestiegen waren. Solange die Rohöllagerbestände weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben und der USD erste Anzeichen einer Stabilisierung zeigt, ist ein neuer Aufwärtstrend für Rohöl kurzfristig gesehen eher unwahrscheinlich.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 19. Juni 2009 um 22:53 Uhr
 

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