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Britisches Pfund bestimmt heute die Märkte Drucken E-Mail
Mittwoch, 17. Juni 2009 um 22:14 Uhr

Während es keine eindeutigen Signale gibt, welche Richtung der USD in naher Zukunft einschlagen wird und sich der EUR in seinem Verhalten der US-amerikanischen Währung anschließt, scheinen die übrigen Hauptwährungen die Mehrheit der Forex-Anleger zu irritieren. Lediglich das Britische Pfund Sterling lässt Anzeichen von Stärke erkennen. Die Marktteilnehmer erwarten heute mit großer Spannung wichtige Konjunkturdaten aus dem Vereinigten Königreich, die den GBP zum Hauptthema des heutigen Handelstages machen.

USD sprunghaft aufgrund gemischter Signale

Der USD verzeichnete gestern gegenüber einem Großteil seiner Gegenwährungen Kursverluste. Die US-amerikanische Währung geriet unter Druck, als Russland doch für eine neue Reservewährung plädierte.

Bis Handelsschluss rutschte der USD gegenüber dem EUR bis auf 1,3835 ab. Auch gegenüber dem GBP ergaben sich ähnliche Ergebnisse. Hier schloss der USD bei 1,6402.

Nach dem scharfen Einbruch der US-Wirtschaft im laufenden Jahr wird nun lediglich eine schrittweise Erholung von den Marktteilnehmern erwartet. Insgesamt sollen die jüngsten finanzpolitischen Maßnahmen in Verbindung mit den Veränderungen am US-Arbeitsmarkt und den Immobilienmärkten im weiteren Verlauf für eine Stabilisierung der konjunkturellen Gesamtsituation in den USA sorgen. Die Investoren sehen das Ganze jedoch nach wie vor skeptisch und die globalen Aktienmärkte bleiben dementsprechend schwach, insbesondere nachdem die Industrieproduktion im Mai in den USA überraschend deutlich gesunken ist.

Wichtigster Indikator aus der US-Wirtschaft heute ist die Kernrate der US-Verbraucherpreise für den Monat Mai um 14:30 Uhr. Experten erwarten eine Verbesserung der Zahlen im Vergleich zu ihrer Vormessung. Anleger sollten ihr Augenmerk heute hauptsächlich auf diese Veröffentlichung richten. Sollten die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen, könnte dies den USD kurzfristig in die Höhe treiben. Darüber hinaus wird um 15:00 Uhr eine Ansprache von US-Notenbankchef Bernanke bei einem Gipfeltreffen in Washington erwartet. Bernankes Worte werden wie gewöhnlich einige Kursschwankungen für den Dollar auslösen, was wiederum die Dollar-Tendenzen bis zum Ende der Woche bestimmen könnte.

Positive Konjunkturdaten bringen EUR Kursgewinne

Für den EUR ergab sich gestern ein zinsbullischer Handel gegenüber dem USD. Dies war in erster Linie auf die ZEW-Konjunkturdaten aus Deutschland zurückzuführen. Der Index der Konjunkturerwartungen stieg auf plus 44,8 für den Monat Juni von plus 31,1 Punkten im Mai. Allem Anschein nach, hat die düstere Stimmung unter den Marktteilnehmer sich wieder aufgehellt. Die Einschätzung der Experten deutet darauf hin, dass der Abwärtstrend der letzten Wochen zum Stillstand kommt. Sie sehen Erholungstendenzen zum Ende des Jahres. Die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer bezüglich einer konjunkturellen Stabilisierung scheint sich also in wachsendem Maße zu festigen.

Mit Veröffentlichung der ZEW-Daten, kletterte der EUR gegenüber dem USD kontinuierlich in die Höhe und schloss gestern bei 1,3835. Anleger haben ihr Vertrauen in den EUR eventuell wieder gefunden. Sollten aus der Eurozone weiterhin Konjunkturdaten ausgegeben werden, die über den Erwartungen liegen, könnte der EUR seinen zinsbullischen Trend fortsetzen. Die könnte wiederum bedeuten, dass auch das Anlegervertrauen auch langfristig aufgebaut werden kann.

Auch für die Eurozone und Großbritannien stehen heute einige wichtige Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Um 10:30 Uhr werden die Arbeitsmarktdaten für den Monat Mai der Arbeitslosengeldbezieher aus Großbritannien veröffentlicht. Um 11:00 Uhr gibt Eurostat die Handelsbilanz der Eurozone für April, nicht-saisonbereinigt, aus. Diese Daten werden höchstwahrscheinlich den Kurs von GBP und EUR zum Wochenende bestimmen. Darüber hinaus sollten EUR-Anleger die Ansprache von US-Notenbankchef Ben Bernanke gut im Auge behalten. Bernankes Aussagen lösen in der Regel hohe Volatilität auf den Devisenmärkten aus.

Yen bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen

Der Yen schloss am gestrigen Handelstag bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen. Dabei blieb Japans Währung überwiegend unverändert gegenüber dem EUR und notierte hier um die 133,50-Marke. Zum USD verzeichnete der JPY zinsbullische Tendenzen und schloss hier bei 96,50.

Während der Yen steigt, fielen die Aktienmärkte angesichts neuer Sorgen um die Erholung der globalen Wirtschaftslage so drastisch wie in den vergangenen zwei Monaten nicht. Während die Bank of Japan (BoJ) zu einem früheren Zeitpunkt von der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit sprach, erwartet der japanische Notenbank-Chef Masaaki Shirakawa nun bis Jahresende ein Wachstum für die japanische Wirtschaft. Folgende drei Faktoren sollen dafür die Ursache sein: ein Austausch der Lagerbestände im In- und Ausland, globale finanzpolitische Maßnahmen sowie ein sich verbesserndes Vertrauen der Marktteilnehmer. Wie schnell sich diese Aussagen bewahrheiten werden, bleibt abzuwarten.

Rohölpreise stabilisieren sich bei $70 pro Barrel

Die Rohölpreise verzeichneten gestern einen Handelstag leichter Verluste. Die zuvor erreichten Kursgewinne hoben sich wieder auf und der Rohstoff schloss um $70,60 pro Barrel.

Rohöl war in den vergangenen zwei Monaten kontinuierlich bis über $70 pro Barrel gestiegen und löste die Sorge darüber aus, dass die hohen Energiepreise die wirtschaftliche Erholung aufhalten könnten. Gekürzte Fördermengen hatten zum Preisanstieg beigetragen, dennoch bleibt der schwächelnde US-Dollar Haupteinflussfaktor der Ölpreise.

Heute sollten Anleger ihr Augenmerk auf den Bericht der US-Rohöllagerbestände richten, der stets seinen Einfluss auf die Ölpreise nimmt, insbesondere kurzfristig gesehen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 18. Juni 2009 um 22:17 Uhr
 

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