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EUR und USD kämpfen um die Vorherrschaft Drucken E-Mail
Donnerstag, 11. Juni 2009 um 21:58 Uhr

Bei den aktuell hohen Kursschwankungen an den Devisenmärkten, sticht ein Währungspaar heraus: EUR/USD. Dieses Paar unterlag bereits in der vergangenen Handelswoche drastischen Kursschwankungen. Jetzt kämpfen EUR und USD um die Vorherrschaft. Zweifelsohne wird sich für EUR/USD verstärkt Marktvolatilität einstellen, nachdem die Finanzminister aus den acht wichtigsten Industrie- und Handelsnationen (G8) sich am Freitag und Samstag in Italien treffen werden.

USD-Kurs steigt nach Auktion zehnjähriger Notes

Der Dollar verbuchte am Mittwoch Kursgewinne gegenüber EUR und JPY, nachdem bei der gestrigen Auktion zehnjähriger US-Notes durch das US-Schatzamt höhere Erträge erzielt wurden als erwartet.

Bei der Versteigerung handelt es sich um eine Wiedereröffnung der Notes, die ursprünglich Anfang Mai auktioniert wurden. Zuvor verzeichnete der USD leichte Verluste, nachdem Russlands Zentralbank ankündigte, einen Anteil der US-Staatsanleihen zu Lasten des Dollar umzuschichten und dafür Verbindlichkeiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeichnen zu wollen.

Darüber hinaus rutschte der USD um 6,6% gegen den EUR ab, nachdem für den Monat Mai ein neuer Rekordstand beim US-Haushaltsdefizit ausgewiesen wurde. Das Defizit belief sich im Mai auf 189,7 Mrd. US-Dollar, was die Marktteilnehmer in Sorge versetzte. Die US-Finanz- und Währungspolitik stellt neue Indikatoren bereit, mit deren Hilfe sich die Aussichten für den USD präzser einschätzen lassen. Aktuell gehen Anleger noch von einer Erholung der wirtschaftlichen Lage bei einer verschärften Geldmarktpolitik aus.

Der US-Konjunkturbericht "Beige Book", der am Mittwoch veröffentlicht wurde, verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Konditionen weiterhin schwach bleiben und sich in einigen Regionen des Landes sogar verschlechtert haben. Insbesondere der Immobilien- und Arbeitsmarkt tut sich nach wie vor schwer. Anleger sollten ihr Augenmerk heute auf die Kernrate der US-Einzelhandelsumsätze sowie die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche) um 14:30 Uhr richten, um einen besseren Einblick in die aktuelle Wirtschaftslage der USA zu erhalten. Die Chancen stehen heute besser als gewöhnlich, dass der USD seinen derzeitigen Aufwärtstrend gegenüber seinen Gegenwährungen fortsetzt.

EUR schmälert Verluste gegen USD

Nach einigen Abwärtstendenzen gegenüber dem USD erholte sich der EUR von seinem gestrigen Tagestief bei $1,3914 wieder und konnte einige Verluste, aufgrund der steigenden Aktienmärkte, zurückgewinnen. Den Mittwoch beendete der EUR bei $1.3987, nachdem er im späten Dienstagshandel bei 1,4075 USD und 137,47 Yen notierte. Am Tag zuvor wurde der EUR bei 137,10 Yen gehandelt. Das Pfund Sterling kletterte von $1,6333 auf $1,6355 in die Höhe. Gegenüber dem EUR stieg das Pfund in seinem Kurs bis auf ein neues Rekordlevel seit Dezember. Diese Entwicklung ergab sich, nachdem laut Regierungsberichten deutlich wurde, dass sich die Produktion in Großbritannien zum zweiten Monat infolge erhöht hat und auch die Aktienmärkte einen Anstieg verzeichneten.

Das Währungspaar EUR/USD scheint sich derzeit innerhalb einer Handelsspanne einzupendeln, bei der der EUR zwischen $1,38 und $1,42 schwankt. Dieser Trend wird sich voraussichtlich bis zum Ende der Woche fortsetzen. Angesichts der hohen Ölpreise und der nachlassen Risikoaversion der Händler ist es wahrscheinlich, dass der EUR seinen zinsbullischen Trend wieder aufnehmen wird. Insgesamt bleibt die Stimmung in Bezug auf den USD weiterhin negativ.

Heute und am Freitag wird es in der Eurozone zunächst etwas ruhiger bleiben. Die Marktteilnehmer warten die Ergebnisse des für das kommende Wochenende angesetzten G8-Gipfeltreffens ab, nach denen sich die zukünftige Währungspolitik der teilnehmenden Nationen leichter einschätzen lassen wird. Die jüngsten Aufwärtstendenzen des EUR machen die Währung zum Vorreiter des heutigen Marktes. Regionale Unklarheiten hemmen die Anleger jedoch in letzter Zeit, was die Berechenbarkeit der Devisenmärkte wiederum erschwert.

JPY fällt gegenüber Gegenwährungen

Wieder einmal verlor der JYP gestern gegenüber einem Großteil seiner Gegenwährungen. Die Mutmaßungen um eine schnelle globale Erholung der Wirtschaftslage veranlassen die Händler, in gewinnträchtigere Anlagen außerhalb Japans zu investieren und den japanischen Yen abzustoßen. Am Mittwoch wurde der Yen bei 137,21 pro EUR und 98,21 pro USD gehandelt, nachdem er insgesamt um 0,8% abgerutscht war. Während die Sorge um die Marktturbulenzen nachlässt, zeigen sich die Marktteilnehmer risikobereiter. Sie wenden sich größtenteils von Safe-Haven-Währungen wie JPY und USD ab.

Seinen Abwärtstrend wird der japanische Yen höchstwahrscheinlich fortsetzten, da die gesteigerte Risikobereitschaft der Händler, durch den Anstieg der asiatischen Aktienmärkte, diese dazu veranlassen wird, sich Anlagen zuzuwenden, die höhere Gewinne einfahren. Dies wiederum fördert den Kapitalabfluss in Japan. Dementsprechend niedrig wird der Richtpreis des Yen gegenüber seinen Gegenwährungen heute sein.

Rohöl über $72 pro Barrel

Die Ölpreise kletterten gestern auf einen neuen Rekordstand der letzten 7 Monate, nachdem Regierungsberichten zufolge, die US-Rohöllagerbestände überraschenderweise zurückgegangen waren. Diese fielen in der vergangenen Woche bis zum 5. Juni um 4,38 Mio. Barrel auf 361,6 Mio. Barrel, so das Energieministerium am Mittwoch. Rohöl zur Lieferung im Juli dieses Jahres stieg auf einen neuen Rekordpreis und kostete heute Morgen $72,04 pro Barrel.

Dennoch bleibt die Energienachfrage, trotz leichter Zunahme von US-Rohölanlagen und bei einem schwächelnden USD sowie steigenden Aktienmärkten, weiterhin schwach. Nach wie vor stützen die Fundamentaldaten die Ölpreise nicht ausreichend. Demnach könnte der Aufwärtstrend der Ölpreise eine vorübergehende Entwicklung sein, da die Marktteilnehmer sich bereits, angesichts einer wachsenden Zuversicht in die Märkte, nach ertragreicheren Anlagen umsehen. Die Sorge vor einer Ausbreitung der Inflation hilft den Ölpreisen wiederum, da die Händler gleichzeitig nach einer Absicherung gegen eine Inflationsbeschleunigung suchen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 11. Juni 2009 um 22:01 Uhr
 

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