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USD stoppt Fiat-Einstieg bei Chrysler Drucken E-Mail
Dienstag, 09. Juni 2009 um 22:02 Uhr

Nachdem sich für den USD zum Ende der vergangenen Woche nach Veröffentlichung der positiven US-Arbeitsmarktdaten Aufwärtstendenzen einstellten, wird die US-amerikanische Währung unter eine weitere Probe gestellt. Das Oberste Gericht in den USA entschied, den Einstieg des italienischen Autokonzerns Fiat bei dem insolventen US-Hersteller Chrysler vorerst zu stoppen. Dementsprechend werden Forex-Händler heute eine hohe Marktvolatilität beobachten können. Dabei bieten sich für Anleger möglicherweise gute Gelegenheiten, sich die aktuelle Marktsituation zu Nutze zu machen. Wichtigstes Element am heutigen Handelstag sind USD-Positionen.

US-Gericht Entscheid zum Fiat-Einstieg bei Chrysler lastet stark auf USD-Kurs

Während des gestrigen Handelstages wurde der Dollar von einigen Faktoren bestimmt. Einer davon war die Stimmung im Vorfeld des Entscheids des Obersten Gerichts in den USA zum Fiat-Einstieg bei Chrysler.

Nun fürchtet US-Präsident Obama um die Auswirkungen des Entscheids auf die US-Wirtschaft. Diese könnten eine Erholung der Wirtschaftslage deutlich erschweren. Sobald die Marktteilnehmer ihr Vertrauen in die US-Wirtschaft wieder verlieren, könnte der USD einen heftigen Abwärtstrend einschlagen. Darüber hinaus stimmen Forex-Händler ihre Anlageaktivitäten nach Obamas aggressivem Plan zur Erholung der Wirtschaft ab.

Dementsprechend konnte der Dollar gestern einige Kursgewinne gegenüber den Hauptwährungen verbuchen, nachdem Obama seinen Plan zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und Bekämpfung der steigenden Arbeitslosigkeit erklärte. Während des Handelstages am Montag rutschte das Währungspaar EUR/USD um 100 Punkte ab und notierte zu Handelsschluss bei 1,3886. Der USD kletterte darüber hinaus um 80 Punkte zum CHF in die Höhe und schloss hier bei 1,0934. Zum Britischen Pfund Sterling wiederum verlor der USD an Boden, nachdem sich in Großbritannien neuer Marktoptimismus breit machte. Die konservative Oppositionspartei des Vereinigten Königreichs hatte bei der EU-Wahl im Europaparlament gut abgeschnitten, was ein Desaster für die regierende Labour-Partei bedeutete. GBP/USD zog folglich an und notierte bei 1,6024.

Um 16:30 Uhr wird sich US-Finanzminister Timothy Geithner vor dem Senat zu den TARP-Rückzahlung (Troubled Asset Relief Program) von Regierungshilfen und zur Prognose der wirtschaftlichen Erholung für die USA äußern. Eine gute Strategie für Anleger könnte heute sein, USD-Positionen rechtzeitig und zu eröffnen, da sich an den Märkte im Laufe des Handelstages höchste Volatilität einstellen wird.

Deutsche Eintragsaufgänge der Industrie drücken EUR-Kurs

Die Ergebnisse der deutschen Eintragsaufgänge der Industrie erweckten neuen Optimismus in der Eurozone. Obwohl die Zahlen den Vorhersagen entsprachen, wurden sie als erstes bedeutendes Zeichen für die Stabilisierung der Wirtschaftslage in der Eurozone gedeutet. Darüber hinaus wurde der Index der Industrieeingänge Deutschland für den Monat März revidiert und von 3,3% auf bedeutende 3,7% angehoben. Dies veranlasste einige Investoren ihre EUR-Anlagen zu verkaufen und sich risikofreudiger zu zeigen. Sie konzentrierten sich auf EUR-Gegenwährungen wie USD oder GBP.

Weitere Faktoren brachten dem EUR gestern bärische Tendenzen gegenüber den übrigen Hauptwährungen. Unter anderem nahm ein frisch entstandener Marktoptimismus in Großbritannien Einfluss auf den EUR. Die konservative Oppositionspartei Englands hatte bei der EU-Wahl im Europaparlament gut abgeschnitten. Auch aus dem Immobiliensektor Großbritanniens wurden viel versprechende Berichte veröffentlicht. Die Europawahl wurde jedoch zu einem Desaster für die regierende Labour-Partei des politisch schwer angeschlagenen Premierministers Gordon Brown.

Die EUR/GBP-Rate rutschte um 85 Punkte ab, um bei 0,8660 zu schließen. Diese Entwicklung ließ sich eindeutig auf die positive Marktstimmung in Deutschland zurückführen. Zu Handelsschuss am Montag gab das Währungspaar EUR/USD um fast 100 Punkte nach und notierte bei 1,3886. EUR/JPY notierte mit 120 Punkten weniger als zuvor bei 136,51, was einen Trendumschwung für das Paar bedeutete.

Heute ergeben sich weitere Faktoren, die Einfluss auf den EUR-Handel nehmen werden. Interessant wird die Reaktion in der Eurozone auf die Aussagen des Internationalen Währungsfonds IWF sein, nach denen "eine resolute und koordinierte Säuberung des Bankensystems" nötig sei, um das Vertrauen in das Finanzsystem in der 16-Nationen-Region wiederherzustellen. Zum zweiten, ist die für 12:00 Uhr angesetzte Veröffentlichung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zur Produktion im produzierenden Gewerbe des Monats April (saisonbereinigt) von größter Bedeutung. Des Weiteren soll US-Finanzminister Timothy Geithner um 16:30 Uhr eine Rede halten.

Yen weitet Kursgewinne gegenüber US-Dollar aus

Der Yen konnte seine Kursgewinne gegenüber dem Dollar gestern ausweiten, nachdem die Ergebnisse zur Geldmenge M2 sowie die Indikatoren des Economy Watchers Sentiment dem JPY gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen Stärke verliehen. Das Währungspaar USD/JPY gab um 20 Punkte nach und schloss bei 98,27. EUR/JPY rutschte um dramatische 120 Punkte auf 136,51 ab und gegenüber dem GBP verlor der JPY wiederum über 50 Punkte, um hier bei 157,44 zu notieren.

Heute werden sich die Devisenmärkte im Vorfeld zur für 16:30 Uhr angesetzten Ansprache von US-Finanzminister Timothy Geithner voraussichtlich äußerst volatil zeigen. Darüber hinaus steht der Yen heute Nacht unter dem Einfluss der Ergebnisse zur Kernrate der Maschinenbestellungen um 00:50 Uhr. Forex-Anleger sollten ihre JPY-Positionen jetzt eröffnen und sich auf hohe Kursschwankungen einstellen.

Ölpreise steigen um 1% aufgrund Krugman Erklärung

Gestern kletterten die Ölpreise um 1% bzw. 56 US-Cents in die Höhe und schlossen bei $68,46. Dieser Kursanstieg ergab sich, nachdem sich der amerikanische Ökonomieprofessor Paul Krugman zur Ölpreislage äußerte. Krugman zufolge könnte die US-Rezession im weiteren Jahresverlauf ein Ende finden. Dies signalisierte den Marktteilnehmern einen erhöhten Energiebedarf. Krugman glaubt, dass die Preise nur dann wieder sinken können, wenn weniger Öl verbrauch würde.

Im weiteren Handelsverlauf könnten die Ölpreise die $70-Marke pro Barrel noch erreichen, sollten die zu veröffentlichen Konjunkturdaten aus den verschiedenen Industrienationen heute positiv ausfallen. Anleger richten ihr Augenmerk vorzugsweise auf die für 16:30 Uhr angesetzte Rede von US-Finanzminister Timothy Geithner. Jegliche Aussagen weiterer Führungskräfte aus den USA und Europa werden die heutige Marktvolatilität bestimmen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. Juni 2009 um 22:06 Uhr
 

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