|
Heute sollten Anleger die Entwicklungen der US-Wirtschaft genau im Auge behalten, insbesondere die Veröffentlichung der vorläufigen BIP-Zahlen. Dieser Indikator bringt die Märkte und ihre Hauptwährungspaare stets ins Schwanken. Anlegern könnten sich im Anschluss an die Veröffentlichung um 14:30 Uhr gute Handelsgelegenheiten bieten. BIP-Zahlen stehen an - Wird der USD weiterhin schwächeln? Der US-Dollar schwächelte während des gestrigen Handelstages und verzeichnete Kursverluste gegenüber den Gegenwährungen. Mit einem Rückgang bis auf 1,4000 zum EUR und 1,6000 zum GBP, scheint heute ein Ende der USD-Abwärtstendenzen nicht in Sicht.
Die Marktteilnehmer werden ihr Augenmerk heute voraussichtlich wieder einmal auf das Thema faule Kredite in den USA richten, die als ein Hauptgrund für die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe gelten und wiederum die Erholung der Gesamtwirtschaft erschweren. Dementsprechend wird sich der USD am heutigen Handelstag höchstwahrscheinlich erneut bärisch zeigen. Anlagen, die höhere Erträge abwerfen und Währungen wie der EUR und der GBP könnten davon profitieren. Darüber hinaus haben die positiven Wirtschaftsdaten aus Europa der vergangenen Woche eine deutliche Investmentverlagerung in Richtung diversifizierte Portfolios ergeben. Händler setzen derzeit auf ein höheres Risiko. Sie wenden sich dementsprechend von Safe-Haven-Anlagen ab.
Am heutigen Handelstag übernimmt die Vielzahl an Konjunkturdaten aus Europa wieder einmal das Steuer. Der Hauspreisindex des Monats Mai in Großbritannien könnte eine plötzliche Rückkehr zur Marktschwäche nach sich ziehen und die Ergebnisse der Geldmenge M3 der Eurozone haben das Potential, der europäischen Währung einen Schlag zu verpassen. In den USA wird der vorläufige Bericht zu den BIP-Zahlen um 14:30 Uhr veröffentlicht. Experten erwarten einen weniger starken Rückgang als im vergangenen Quartal, was wieder ein Anzeichen dafür sein könnte, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika auf Erholungskurs befinden. Das Thema faule Kredite wird dem USD jedoch voraussichtlich auch zum Wochenende Abwärtstendenzen bescheren.
Jüngste Gewinne des EUR unbeständig Der EUR galt in der vergangenen Woche als größter Nutznießer der jüngsten Zunahme an Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern und konnte somit gegenüber jeder Hauptwährung Kursgewinne verbuchen. Die Währung der 16 Nationen kletterte gegenüber dem USD bis zur psychologisch wichtigen Marke bei 1,4000. Im Anschluss wurde das Widerstandslevel kurzfristig durchbrochen, bevor die europäische Währung nachgab, um wieder unterhalb der Marke zu notieren. Angesichts der jüngsten JPY-Verkäufe, konzentrierte sich ein Großteil der Investoren auf den EUR und brachten diesen bis auf 135,40 pro Yen.
Aktuell verbreitet sich unter den Marktteilnehmer die Hoffnung, dass die Eurozone sich alsbald erholen könnte. Ein plötzlicher Anstieg des Verbrauchervertrauens in einigen großen Industrienationen innerhalb der Eurozone kann als Ursache dafür genannt werden. Insbesondere der deutsche Markt brachte jüngst ein weites Spektrum an positiven Ergebnissen hervor, die die abgespannten Händler davon überzeugten, dass die schwerste Phase der Rezession mittlerweile überwunden sein könnte. Momentan gilt der EUR als erste Wahl unter den Investoren, die ihre Portfolios für gewinnträchtige Anlagen eilig diversifizieren. Stellt sich nur die Frage, wie lange dieser Trend positiver Konjunkturdaten aus Europa anhalten wird. Einige Analysten sagen voraus, dass diese Phase zwar den Beginn einer Erholung markiert, jedoch kurzfristig nicht in diesem Tempo aufrechterhalten werden kann.
Heute stehen zwei äußerst wichtige Veröffentlichungen aus der Eurozone auf dem Wirtschaftskalender. Zum einen, der Hauspreisindex (Mai) der Nationwide Building Society in Großbritannien um 8:00 Uhr, der wieder einmal darauf hinweisen könnte, dass die Entwicklungen am Immobilienmarkt nach wie vor rückläufig sind. Diesem folgt der Bericht zur Geldmenge M3 der Eurozone. Die Geldmenge steht in direkter Korrelation zur Zinsrate und gilt somit als wichtige Maßeinheit des Währungswerts. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, könnte sich zumindest vorübergehend bis zum Ende des Handelstages eine Trendwende für den EUR ergeben. Kehren die JPY-Carry Trades zurück? Gestern verzeichnete der JPY einen seiner rückläufigsten Börsengänge des Monats. Bei einem Rückgang bis auf 97,00 gegenüber dem USD und 155,00 gegenüber dem GBP, ergab sich zum mittäglichen Handel am Donnerstag ein heftiger JPY-Abstoß. Ursache hierfür war die wachsende Sorge darüber, dass japanische Aktien stabiler seien, als zuvor prognostiziert, was wiederum zu einer erhöhten Risikobereitschaft unter vielen Safe-Haven-Investoren führte. Daraus erfolgte eine regelrechte Investitionsflucht in Richtung europäische Anlagen, die höhere Erträge erbringen. Einige Analysten erwarten nun die Rückkehr der JPY-Carry Trades, die den Yen bis auf die Tiefstände von 2007/2008 führen könnten.
Für heute stehen nicht viele Datenveröffentlichungen von Bedeutung auf der japanischen Wirtschaftsagenda. Der gestrige Bericht der Verbraucherpreise deutete jedoch auf einen Rückgang der Preise für japanische Güter und Dienstleistungen hin und markierte somit eine geschwächte Nachfrage dieser Marktsektoren innerhalb der japanischen Wirtschaft. Auch diese Zahlen haben die Händler zusätzlich dazu veranlasst, den "sicheren" JPY-Investitionen den Rücken zuzukehren. Solange die Eurozone und die USA keine dramatisch negativen Konjunkturdaten veröffentlichen, wird der JYP seinen Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen. Ölpreise stoßen auf Widerstand Nachdem die Ölpreise ein neues Rekordhoch seit vergangenem November verbuchten, hat sich für den Augenblick eine leichte Stabilisierung eingestellt. Die plötzlichen Verkäufe von Safe-Haven-Investitionen wie JPY und USD ließen die Rohstoffpreise in die Höhe steigen, die in der Regel von einer Dollar-Schwäche profitieren. Zum mittäglichen Handel, erreichte Rohöl gestern die Marke bei $65 pro Barrel. Am frühen heutigen Morgenhandel begannen die Preise schließlich bis unter vorgenanntes Level abzurutschen.
Bei ihrem gestrigen Treffen in Wien, haben sich die Mitgliedsländer der OPEC angesichts erster Erholungszeichen der Weltwirtschaft darauf geeinigt, die Öl-Fördermenge unverändert zu belassen. Auch der jüngste Bericht der Lagerbestände, der eine deutliche Abnahme erkennen ließ, unterstützte den Beschluss. Dementsprechend erwarten Experten einen Anstieg der Nachfrage und des Verbrauchs für Rohöl in den kommenden Wochen. Unter Berücksichtigung dieser Informationen, sollten sich Forex-Anleger vor Augen führen, dass der Langzeitdruck voraussichtlich weiterhin ein Aufwärtsmomentum hervorrufen wird, was wiederum bedeuten könnte, dass die Preise in den anstehenden Monaten bis auf $75 pro Barrel klettern werden. |