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EUR/USD-Kurs bei höchstem Stand seit zwei Monaten Drucken E-Mail
Dienstag, 17. März 2009 um 19:54 Uhr

Der Kurs der europäischen Währung könnte weiter steigen, nachdem Deutschland weitere US-Konjunkturpläne, die der Weltwirtschaft helfen sollen aus der Rezession zu gelangen, zurückgewiesen hat. Die Tatsache, dass die Nationen der Eurozone sich weigern neuerliche Verpflichtungen für erweiterte Ausgaben einzugehen, sollte zu mehr Investitionen in Europa ermutigen und folglich dem EUR Auftrieb verleihen.

USD beim tiefsten Stand seit 5 Wochen verglichen zum EUR

Der Dollar musste am Montag Verluste im Vergleich zum EUR hinnehmen, nachdem der Index des Konjunkturberichts der New Yorker Federal Reserve Bank für den März ein Rekordtief aufwies, was die Sorgen um die US-Wirtschaft noch weiter verstärkte.

Der USD verzeichnete leichte Gewinne und stieg vom gestrigen Wert von etwa $1,3055 auf $1,300, blieb aber während des Handels immer noch 0,9% im Minus.

Überdies lassen Wirtschaftsdaten, die gestern veröffentlicht wurden den Schluss zu, dass sich die Rezession der US-Wirtschaft noch weiter verstärken werde. Ein Beispiel für solch negative Wirtschaftdaten ist der Index des regionalen Konjunkturberichts des Fed-Distriktes New York, der mit den schlechtesten Zahlen seit 2001 aufwartete. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vom Finanzsektor auf die allgemeine Wirtschaft hinüberschwappen. Investoren sollten sich auf schwierige wirtschaftliche Zeiten einrichten, da eine Verbesserung der Lage kurzfristig nicht zu erwarten ist.

Für später am Tage werden einige wichtige Wirtschaftspublikationen aus den USA erwartet. Die wichtigste dürfte um 12:30 MGZ der Indikator für Baugenehmigungen sein. Es wird erwartet, dass die neue Zahl unter dem Vorwert liegt, was heißt, dass sich der Kurs des USD heute weiter rückläufig verhalten könnte. Händler sollten heute nah am Markt bleiben, da eine gute Chance besteht von den Fluktuationen, die sich nach der Veröffentlichung ergeben werden, zu profitieren.

EUR verzeichnet Kursgewinne im Vergleich zu den Haupt-Währungen

Der EUR zeigte beim gestrigen Handel stark aufwärtsgerichtete Tendenz und verzeichnete Kursgewinne im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner. Die 16-Nationen-Währung erreichte verglichen zum USD gestern den höchsten Stand seit 5 Wochen, da Zugewinne an den europäischen Aktienmärkten auf größere Risikobereitschaft seitens Investoren schließen ließen.

Der Anstieg der Inflationsrate in der Eurozone im letzten Monat trug ebenfalls dazu bei, den Kurs des EUR seit dem10. Februar zum ersten Mal auf über $1,30 ansteigen zu lassen. Das auf dem Gipfel am Wochenende gegebene Versprechen der G20-Finanzminister die Anstrengungen zur Hilfe der Wirtschaften der Schwellenländer zu verdoppeln trug ebenfalls zur Verbesserung der Stimmung bei.

Zudem ließ Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) letzte Woche verlauten, dass die Risiken einer Deflation vernachlässigbar seinen, selbst da er sich das Hintertürchen für eine weitere Leitzinssenkung offen hielt. Die EZB, die in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von ungefähr 0,4% rechnet, hatte den Leitzinssatz seit Oktober um mehr als die Hälfte auf ein Rekordtief von 1,50% gesenkt.

Für heute dürfte der wichtigste Finanzindikator der Eurozone der Bericht der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sein. Experten sehen einen leichten Rückgang bei den Zahlen gegenüber ihren Vorwerten vorher. Händler sollten dieser Publikation große Aufmerksamkeit zollen, da ein besser als erwartetes Ergebnis dem Euro-Kurs kurzfristig Auftrieb verleihen könnte.

Yen auf Talfahrt bei abschwächender Wirtschaftslage

Der japanische Yen schloss den gestrigen Handel mit unterschiedlichen Ergebnissen zu den Haupt-Währungen. Der JPY fiel im Vergleich zum EUR gestern ab, und die oft gehandelte Paarung schloss bei 1,2171. Zum GBP zeigte der JPY ähnliches Verhalten, und die Paarung stieg von 137,50 auf 138,50 bei Handelsschluss.

Aufgrund des rasanten Rückgangs der japanischen Wirtschaft, der negativen Handelsbilanz, politischer Unsicherheit bei einer unbeliebten Regierung, die sich im Oktober Neuwahlen stellen muss hat der Reiz des Yen als Safe-Hafen-Währung kräfti8g an Glanz verloren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bank of Japan (BoJ) nach ihren zweitägigen Richtlinien-Meeting, welches am Mittwoch endet, den Leitzinssatz unverändert bei 0,1% belassen wird. Es wird auch erwartet, dass die BoJ das Thema des Aufkaufs von Staatsanleihen diskutieren wird, doch ist man sich unter Experten uneins, ob sich die Zentralbank zu einem solchen Schritt durchringen wird. Die Bank könnte sich jedoch zu einer solchen Maßnahme gezwungen sehen, falls es mit der Wirtschaft des Landes weiter so bergab geht oder Banken ins Straucheln geraten, welches staatliches Eingreifen erfordern würde, was man jedoch vermeiden wollte.

Rohölpreis steigt um $3

Die Gewinne beim Rohöl am Montag wurden begünstigt durch die Erholung an den europäischen und US-Aktienmärkten und dem wachsenden Vertrauen in den Bankensektor. Das überwog bei weitem die Entscheidung der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) die Fördermengen nicht weiter zu drosseln.
Das Kartell, welches sich am Sonntag traf, beschloss sich eher auf die bereits seit September laufenden Drosselungen von 4,2 Mio. Barrel pro Tag zu konzentrieren. Einige Experten meinen, OPEC's Festhalten an den bestehenden Drosselungen könne ausreichend genug sein um die sinkende Nachfrage und den Anstieg bei den Öl-Lagerbeständen, einschließlich den weltgrößten Ölverbraucher, den USA, wettzumachen. Im Licht der tristen US-Wirtschaftsdaten, welche klarstellen, dass die Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft alles andere als vorbei ist, könnte der Rohölpreis nach seinem jüngsten Hoch wieder unter $47 pro Barrel fallen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 17. März 2009 um 19:59 Uhr
 

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