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USD verliert an Stärke im Vorfeld der Leitzins-Bekanntgabe Drucken E-Mail
Montag, 16. März 2009 um 23:22 Uhr

Nachdem er in den vergangenen Wochen konstant rückläufig war handelt der USD derzeit bei über 1,29 im Vergleich zum EUR und bei über 1,40 zum GBP. Am kommenden Mittwoch um 18:15 MGZ wird seitens der US-Notenbank eine Bekanntmachung erwartet, und es wird allgemein angenommen, dass der Leitzinssatz von 0,25% beibehalten wird. Jedoch kann Bernankes Rede von gestern dahingehend gedeutet werden, dass Zinssatzerhöhungen nicht länger tabu sind. Solch eine Entscheidung könnte allerdings großes Chaos unter den führenden Währungen verursachen, und Devisenhändler sollten entsprechend gewappnet sein.

USD im Absturz aufgrund Markterholungserwartungen für diese Woche

Während die Aktien- und anderen Märkte sich vergangene Woche erholten, mussten Händler mit ansehen, wie beim USD ein heftiger Abwärtstrend im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern einsetzte.

Mit Ausnahme des JPY verzeichnete der Dollar Verluste zu fast allen anderen Währungen, was an der Zunahme der Risikobereitschaft lag. Verglichen zum EUR handelte er am Freitag bei 1,2926 und bewegte sich zum Wert von 1,400 zum Britischen Pfund Sterling. Die Deckung der Verkaufsposition beim USD fügte der amerikanischen Währung jedoch großen Schaden zu.

Da die nur wenigen Publikationen dem EUR weder schaden noch nutzen konnten war es klar, dass der USD an Stärke abnehmen würde, da Händler sich für die Aufgabe von Long-Positionen entschieden, im Austausch für höhere Erträge abwerfende Anlagewerte. Beim heutigen frühen Handel gewann der USD etwas von seinem Momentum zurück und handelt derzeit um die 1,2886 zum EUR.

Da die europäischen Märkte erst später online gehen könnte die Liquiditätszunahme den USD zum EUR noch tiefer treiben, da die europäischen Indikatoren auf keinerlei bedeutende Änderungen schließen lassen, wohingegen die US-Regierung Zahlen veröffentlichen wird, von den prognostiziert wird, dass sie recht starke Aufwärtstendenz aufweisen werden. Unter normalen Umständen würde das dem USD einen positiven Schub verleihen, doch in den derzeitigen Tagen der Rezession und der Finanzkrise können positive Zahlen dazu beitragen, dass die Risikobereitschaft zunimmt und wir Ereignisse wie die der vergangenen Woche erleben. Der Dollar könnte nach den Kursgewinnen von heute morgen eine Kehrtwende machen und sich zum Ende des Tages ggf. am Wert von 1,3100 versuchen.

Händler sollten heute die Veröffentlichung des Berichts zu den TIC-Langzeit-Anschaffungen beachten, von dem angenommen wird, dass er eine Zunahme der Nachfrage für langfristige Wertpapiere aufweisen wird, was höchstwahrscheinlich zu gleichzeitiger Zunahme der Nachfrage für den USD führt. Da die Zinsen für amerikanische Wertpapiere steigen, steigt auch der Wert des Dollar, da Investoren diese Wertpapiere in USD kaufen müssen. Was auch immer geschehen mag, wir dürfen für heute eine heftige Volatilität beim Kurs des USD im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern erwarten.

Euro-Kurs ohne klare Ausrichtung; Wird sich die Zuversicht der Eurozone weiter abschwächen?

Nach einer Woche solider Kursgewinne verglichen zu vielen seiner Währungsrivalen scheint sich der EUR nunmehr zu nivellieren und in einigen Fällen im Vergleich zu anderen Währungen sogar abzuschwächen. Die Euro-Stärke der vergangenen Woche kann der Zunahme der Risikobereitschaft zugeschrieben werden, was mit der Auflösung der Safe-Hafen-Position des USD einher ging, und von dem der EUR profitierte. Da für die Eurozone vergangene Woche nur neutrale Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, dürfte dieses tatsächlich der Fall sein. Nachdem er die Woche bei 1,2926 zum USD und bei 0,9228 zum GBP schloss, verzeichnete der EUR Kursgewinne im Tauziehen mit seinen Haupt-Währungspartnern.

Da das wirtschaftliche Leiden in Europa zunimmt, gerät die Europäische Zentralbank (EZB) mehr und mehr unter Druck den Leitzinssatz weiter zu senken, um dem Konjunkturabschwung zu begegnen und auch um zu verhindern, dass sich ein deflationärer Zyklus bildet. Da eine große Anzahl Länder die Europäische Währungsunion (EWU) bilden, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass in der Eurozone eine weitere Lockerung der Geldmarktpolitik stattfinden wird, doch dürfte eine weitere Leitzinssenkung inj naher Zukunft im Bereich des möglichen sein. Sollte so etwas eintreten, wird der EUR in den ko9mmenden Tagen wohl kaum an Stärke zulegen. Da der USD die Führungswährung an den Märkten ist, wird der EUR seine Stärke hauptsächlich aus der sich abschwächenden Dollar-Position beziehen und nicht aus der dem EUR selbst innewohnenden Stärke.

Für diese Woche werden eine ganze Anzahl von Wirtschaftspublikationen erwartet, die es gilt aufmerksam zu verfolgen. Für heute dürften Verbraucherpreise und Inflationszahlen den Ton angeben, was den EUR betrifft, doch noch größeren Einfluss werden die morgen veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone haben. Sollte sich das Verbrauchervertrauen weiter abschwächen, könnte eine Leitzinssenkung sehr viel schneller und sehr viel größer als erwartet stattfinden, was dazu führt, dass der EUR im Austausch für sicherere Investitionen verkauft wird. Wenn nicht diese Woche eine vertrauensbildende Maßnahme stattfindet könnte der EUR zum Freitag hin sich auf eine Talfahrt einstellen müssen.

Die Bank of Japan wünscht sich schwächeren Yen; Dürfen wir eine Lockerung der Geldmarktpolitik erwarten?

Nach einer kurzfristigen Erholung aufgrund der plötzlichen Schwäche des USD hat der JPY jetzt wieder seinen ursprünglichen Abwärtstrend im Vergleich zu vielen seiner Währungsrivalen aufgenommen. Der JPY schloss am Freitag bei 98,01 zum USD und bei 126,43 zum EUR. Diese Schwäche des JPY ist auf die unerfre uliche Konjunkturlage, die sich in Japan in den vergangenen Monaten zusammengebraut hat, zurückzuführen. Die Bank of Japan (BoJ) wird später in der Woche über eine mögliche weitere Leitzinssenkung beraten, doch bei dem ohnehin schon weltweit niedrigsten Zinssatz erscheint eine solche Maßnahme eher kontraproduktiv.

Die BoJ ließ verlauten, dass sie sich einen geschwächten Yen wünsche, da das dem Exportgeschäft dieser stark auf Handel angewiesenen Nation helfen würde. Da für diese Woche weitere negative Wirtschaftsdaten erwartet werden ist mit einer Fortsetzung des Abwärtstrends des JPY bis Freitag zu rechnen.

Förderdrosselungen sollen Resultate zeitigen

Die Organisation Erdölexportierenden Länder (OPEC) gab unlängst bekannt, die von ihr eingeleiteten Maßnahmen hätten begonnen Wirkung zu zeigen und der Rohölpreis wäre stabiler geworden. Der Preis pro Barrel Rohöl habe sich im Bereich von $40-50 eingependelt und, so das Kartell, weitere Förderdrosselungen würden nicht notwendig sein, da die Nachfrage in 2010 ohnehin wieder ansteigen würde.

Es gibt verschiedene Meinungen darüber was ein vernünftiger Rohölpreis wohl sei, und einige Ölminister aus dem Kartell würden sogar einen Preis im Bereich von $70 pro Barrel begrüßen. Es wird jedoch angenommen, dass der Rohölpreis sich im gegenwärtigen Bereich weiterhin solange bewegen wird bis die Rezession zurückgeht und der Bedarf wieder steigt. Sollte das dann der Fall sein könnte der Rohölpreis bis Anfang 2010 tatsächlich in den Bereich von $60-70 gestiegen sein. Ohne eine solche wirtschaftliche Kehrtwende jedoch wird der Preis wahrscheinlich noch mal fallen, und OPEC sollte eine weitere Förderdrosselung zum Jahresende in Erwägung ziehen. 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 16. März 2009 um 23:27 Uhr
 

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