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Europäische Leitzinssenkungen bestimmen den heutigen Tag Drucken E-Mail
Donnerstag, 05. März 2009 um 18:43 Uhr

Eines der wichtigsten Ereignisse für Devisenhändler sind die Entscheidungen der Zentralbanken was den Leitzinssatz betrifft. Heute wird nicht nur von einer sondern gar zwei Zentralbanken der Zinssatz höchstwahrscheinlich um 50 Basispunkte gesenkt. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Bank of England (BoE) werden gegen Mittag (MGZ) die Senkungen bekannt geben, was zu einer allgemeinen Abwertung des EUR und des GBP führen dürfte. Das wird heute zweifelsohne der marktbestimmende Faktor sein.

Dollar im Abschwung während sich Wall Street erholt

Der Kurs des US-Dollar fiel beim gestrigen Handel im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner.

Der Dow Jones stieg um 150 Punkte bzw. 2,5%. Die Erholung am amerikanischen Aktienmarkt wurde von positiven Wirtschaftsnachrichten aus China angefacht, die besagten, dass das chinesische Konjunkturpaket erheblich erhöht werden würde. Zur Erholung am Aktienmarkt trugen auch die Zahlen der US-Rohöllagerbestände bei, die um 700.000 Barrel abgenommen haben, statt der ursprünglich vorhergesagten Zunahme von 1 Mio. Barrel. Zudem wurde in den USA von einem Anstieg in der Nachfrage nach Öl berichtet, was die Zuversicht von Investoren wachsen ließ.

Als weiteren Pluspunkt gab das US-Finanzministerium gestern Einzelheiten über Präsident Obamas Konjunkturplan für den Immobiliensektor bekannt. Um es ganz offen zu sagen, es scheint, als wären Investoren dem Ratschlag Obamas gefolgt, indem sie unterbewertete Aktien kauften. Diese Abkehr vom Safe-Hafen-Dollar hin zu riskanteren Anlagen führte gestern zu einem dramatischen Einbruch des Dollar-Kurses.

Trotz der für heute erwarteten Leitzinssenkung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) fiel der USD im Vergleich zum EUR um über 120 Punkte. Auch das britische Pfund Sterling verzeichnete verglichen zum USD kräftige Gewinne, legte um etwa 140 Punkte zu und schloss bei 1,4155. Auch das eingedenk der möglichen Leitzinssenkung seitens der Bank of England (BoE) später am heutigen Tag. Verglichen zum japanischen Yen stieg der USD um beeindruckende 70 Punkte auf 99,16. Derweil wandten sich japanische Investoren gestern riskanteren Anlagewerten zu und ließen ihren Aktienmarkt sich ebenfalls erholen.

Für heute werden aus den USA wieder eine Anzahl interessanter Wirtschaftsdaten erwartet, die Händler mit großer Aufmerksamkeit verfolgen sollten. Das gleiche gilt für die Zinssatzentscheidungen in Großbritannien und der Europäischen Union (EU) gegen Mittag, da diese für den heutigen Handel zweifelsohne der Marktentscheidende Faktor sein werden.

EUR im Aufschwung im Vorfeld der heutigen Leitzinsentscheidung

Beim Handel am Mittwoch verzeichnete die europäische Währung im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern aufsteigende Tendenz. Das war größtenteils den Wall Street Aktivitäten zuzuschreiben, die erlebten, wie sich der amerikanische Aktienmarkt um mehrere Prozentpunkte erholte. Das führte zu ähnlicher Markterholung in Europa. Auslösende Faktoren für diese Aktienmarkterholungen in Europa und den USA waren die US-Rohöllagerbestände, große Hoffnungen für Chinas Wirtschaft, Obamas neuer Konjunkturplan für den Immobiliensektor und das Aufkaufen unterbewerteter Aktien durch Investoren. Das führte dazu, dass Anleger sich vom Safe-Hafen-Dollar abwandten und in riskantere Währungen wie den EUR und das GBP investierten.

Beim Handel am Mittwoch verzeichnete der EUR bemerkenswerte Gewinne verglichen zu den meisten seiner Währungspartner. Im Vergleich zum USD stieg die europäische Währung um 130 Punkte und schloss bei 1,2615. Zum JPY stieg der EUR beeindruckende 220 Punkte und schloss bei 125,12. In Erwartung der Leitzinssatzentscheidungen in Großbritannien und der Eurozone blieb der EUR/GBP-Kurs so gut wie unverändert und schloss bei 0,8910. Auch das Pfund Sterling verzeichnete ähnliche Gewinne verglichen zum USD und JPY. Sollten die Medien in den Morgennachrichten die aufsteigende Tendenz der beiden europäischen Währungen positiv bewerten, dürfte mit weiteren Gewinnen bei GBP und EUR im Vergleich zu ihren Haupt-Währungspartnern zu rechnen sein.

Für heute werden sehr wichtige Wirtschaftsnachrichten aus Großbritannien und der Eurozone erwartet. Unter anderem sind da die britische und europäische Leitzinssatzentscheidung seitens der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB) die für 12:00 MGZ bzw. 12:45 MGZ erwartet werden. Beim britischen Leitzinssatz wird angenommen, dass er um 50 Basispunkte auf 0,50% gesenkt wird, wohingegen der Leitzins der Eurozone um 50 Basispunkte auf 1,50% fallen dürfte. Sollte entweder die Eurozone oder Großbritannien eine solche Leitzinssenkung nicht durchführen, könnte das ihren entsprechenden Währungen, innerhalb von 3-4 Stunden nach Bekanntgabe, zu erheblichen Gewinnen im Vergleich zu ihren Haupt-Währungspartnern verhelfen.

JPY-Kurs fällt da nicht länger vorrangige Safe-Hafen-Währung

Devisenhändler ließen den JPY gestern fallen und sahen sich kurzfristig nach riskanteren Anlagewerten um. Der japanische Aktienmarkt verzeichnete kräftige Gewinne, was auch durch die Aussage des chinesischen Premierminister Wen Jiabao ausgelöst wurde, dass China drastische Schritte unternehmen werde die chinesische Wirtschaft um 8% wachsen zu lassen, statt der ursprünglich prognostizierten 6%. Das dürfte möglicherweise auch eine Verdopplung des 4 Billionen Yuan ($600 Mrd.) Konjunkturpakets bedeuten. Folglich ergab sich gestern ein Aufschwung an den Aktienmärkten. Zudem ermutigte der schwache japanische Yen Vertrauen in stark Exportorientierte Aktien. Das gestrige rückläufige Verhalten des Yen muss der japanischen Regierung wie eine Erlösung vorgekommen sein, da der Yen seit Beginn der weltweiten Finanzkrise, im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern immer mehr an Stärke gewonnen hatte, was der japanischen Exportwirtschaft heftigen Schaden zufügte.

Der Yen fiel im Vergleich zum Dollar um 70 Punkte und schloss bei 99,16. Verglichen zum EUR stürzte der JPY um dramatische 220 Punkte ab und schloss bei 125,12. Auf das britische Pfund Sterling verlor die japanische Währung massive 240 Punkte um dann bei 140,39 zu schließen. Der Kurs des JPY könnte heute sogar noch weiter fallen, da negative japanische Wirtschaftsdaten vergangene Nacht bekannt gaben, dass Kapitalaufwand um mehr als die ursprünglich angenommenen -17,3% zurückgegangen ist. Das könnte Devisenhändler dazu verleiten sich vom Yen ab und anderen Währungen zu zuwenden.

Rohölpreis steigt bis auf $45 pro Barrel

Der Rohölpreis stieg beim gestrigen Handel um beeindruckende 9% und schloss bei $44,90 pro Barrel. Dieser Aufschwung beim Preis des schwarzen Goldes trat ein, nachdem die US-Rohölbestände einen Rückgang um 700.000 Barrel aufwiesen, statt eines ursprünglich prognostizierten Zuwachses von 1 Mio. Barrel. Desweiteren halfen dem Ölpreis Berichte darüber, dass in den USA der Bedarf für Rohöl in jüngster Zeit zugenommen habe. Das ließ viele Investoren zu dem Schluss kommen, dass die USA bereits dabei wären sich von der Rezession zu erholen. Jedoch zeigte der US-Markt gestern durchwachsene Ergebnisse.

Der andere Faktor der gestern dazu beitrug den Rohölpreis steigen zu lassen waren die positiven Nachrichten aus China, wonach China die Ausgaben für seinen Konjunkturplan verdoppeln und Ausgaben für Infrastruktur und Fertigung erheblich erhöhen will. Das ließ die Preise für Rohstoffe, wie beispielsweise Rohöl, dramatisch ansteigen. Es wird sich zeigen, ob bis zum Ende des heutigen Handels evtl. sogar der Wert von $46 erreicht werden kann. Eine Reihe weiterer positiver Wirtschaftsdaten könnten dazu beitragen. Deshalb sollten Händler jetzt versuchen Gewinne zu erzielen, da der Rohölpreis sich mittelfristig weiterhin volatil verhalten wird.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. März 2009 um 18:50 Uhr
 

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