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Dollar nach US-Notenbank-Bekanntgaben im Aufschwung während JPY weiter auf Talfahrt geht Drucken E-Mail
Freitag, 20. Februar 2009 um 05:44 Uhr

In Zeiten verstärkter Risikovermeidung wird der US-Dollar als Wunsch-Währung zunehmend dem japanischen Yen gegenüber bevorzugt. Die schrumpfende Weltwirtschaft verhilf dem Dollar gestern erneut zu Stärke, während der Yen beginnt seinen Status als Safe-Hafen-Währung zu verlieren.

Safe-Hafen-Handel lässt Dollar-Kurs steigen

Nach einem Tag mit relativ vielen negativen Nachrichten gelang es dem USD trotzdem, im Vergleich zu den meisten seiner Währungspartner, zuzulegen. Analysten sehen im Rückgang der Risikobereitschaft sowie der allgemeinen Marktunsicherheit die Ursachen. Das Ausbleiben der Risikofreudigkeit bedeutet, dass die meisten Händler auf eine etwas gefestigtere Marktlage warten, bevor sie bei höhere Erträge abwerfenden Währungen eine Position einnehmen.

Es besteht derzeit hinsichtlich der verschiedenen Konjunkturpläne noch eine große Unsicherheit. Dieser Faktor hat auf den Devisenmärkten eine gewisse „Abwarten-und-Tee-trinken“-Haltung hervorgerufen. Zusätzlich tragen dann noch negative Daten, wie beispielsweise die gestrigen über US-Baugenehmigungen, in widriger Weise zur Beeinflussung des Marktes bei.

Der Preisrückgang bei Rohöl und anderen Rohstoffen hat erneut die Befürchtungen einer Deflation angefacht. Im gestrigen Bericht des Offenmarktausschusses (FOMC) erklärten US-Notenbank-Offizielle, dass ihnen beim Versuch der deflationären Spirale entgegenzuwirken die Hände gebunden sind, da die Zinssätze bereits zu niedrig seien. Deflation wird von vielen als eine Gefahr für die Wirtschaft angesehen. Der sich ergebende Preisrückgang kann viele Verbraucher und Unternehmen dazu verleiten ihre Anschaffungen, in der Hoffnung auf eventuell noch niedrigere Preise, hinauszuschieben, was die Wirtschaft auf einen gefährlichen Abwärtskurs bringt. Obendrein ließ die Notenbank in ihrem bericht verlauten, dass sie den Leitzinssatz nahe dem 0% Wert belassen würde, um weiteren Schaden von der ohnehin schon geschwächten Wirtschaft abzuwenden.

Der USD-Handel könnte sich heute als besonders interessant herausstellen, da die Veröffentlichungen einer Anzahl verschiedener wichtiger Wirtschaftsdaten der USA erwartet werden. Ähnlich wie gestern beginnt es um 13:30 MGZ mit der Bekanntgabe diverser Wirtschaftsindikatoren wie dem Erzeugerpreisindex, der Arbeitsmarktlage und dem Konjunkturbericht des Fed-Distriktes Philadelphia. Erstaunlicherweise liegen die Erwartungen für all diese Indikatoren über denen der jeweiligen Vorwerte, was bedeuten könnte, dass auf den USD ein weiterer Tag der Stärke zukommt. Händler sollten heute eng am Markt bleiben, da eine große Chance besteht von den Kurs-Schwankungen zu profitieren, die wahrscheinlich nach den jeweiligen Veröffentlichungen eintreten werden.

Eurokurs von europäischer Bankenkrise in Mitleidenschaft gezogen

Im Vergleich zu den anderen Währungen erfuhr der EUR gestern kaum Veränderungen. Zwar setzte er seinen jüngsten Abwärtstrend fort, doch verlief das im Licht der neuesten Nachrichten vom Markt der Eurozone relativ ruhig. Zum USD fiel der EUR nunmehr den vierten Tag hintereinander und schloss um den Wert von 1,2500. Ähnlich verhielt sich die 16-Nationen-Währung zum GBP und sank von 0,8920 auf 0,8810 bei Handelsschluss.

Westeuropäische Banken dürften von dem wirtschaftlichen Rückgang in Ost-Europa schwer betroffen sein. Diese Banken haben an Unternehmen in Ost-Europa Kredite vergeben, die auf festem Boden standen solange die osteuropäische Wirtschaft, wie in der Boom-Periode von 2003-2005, mit stabilen Zuwachsraten aufwartete. Jetzt droht die Gefahr, dass durch die Rezession in diesen Nationen Unternehmen ihren Schuldentilgungsverpflichtungen nicht nachkommen können, was den westeuropäischen Banken Schaden zufügt und sich auch auf den Kurs des EUR und GBP auswirkt.

Aus der Eurozone wird mit der Bekanntgabe der italienischen Handelsbilanz heute Vormittag, nur eine wichtige wirtschaftliche Veröffentlichung erwartet. Dieser Indikator hat jedoch nur einen relativ kleinen Einfluss auf das Marktgeschehen. Jedoch könnte ein Aufwärtstrend eine positive Wirkung auf den EUR haben. Händler sollten auch auf die Auswirkungen am Aktienmarkt achten, um über ihr weiteres Vorgehen beim EUR zu entscheiden.

Kurskorrektur des Yen da japanische Währung die Gunst der Händler verliert

Der Yen setzte seine Abwertung fort, da Investoren weiterhin den Dollar dem Yen als Safe-Hafen-Währung vorzogen. Zum USD verlor der JPY an Boden und schloss bei 93,65. Außerdem ging der japanische Yen im Vergleich zum EUR um fast 150 Pips zurück und schloss bei 117,70 und ließ zum GBP um etwa 200 Pips nach.

Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt schrumpfte im vierten Quartal mit dem größten Tempo seit der Ölkrise von 1974. Das Nachlassen der weltweiten Wirtschaft löste Rekordrückgänge bei Exporten und Produktionsmengen aus. Das Bruttoinlandsprodukt fiel im vergangenen Quartal, aufs Jahr bereinigt, um 12,7%, fast zweimal soviel wie in den USA und Europa. Die Wirtschaft könnte im laufenden Quartal sogar einen noch größeren Rückgang erleiden, was den JPY zusätzlich belasten dürfte.

Heute dürfte der japanische Markt einen kräftigen Einfluss auf den Kurs des JPY im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern haben, da der neue Leitzinssatz bekannt gegeben wird. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass der Zinssatz unverändert bleiben wird, doch sollten Händler der Pressekonferenz der BOJ große Aufmerksamkeit schenken, da dort Erwartungen hinsichtlich der Zukunft der japanischen Wirtschaft geäußert werden könnten. Für später wird auch noch der monatliche Aktivitäts-Index der Gesamtindustrie mit negativen Zahlen erwartet. Das dürfte dem Yen verglichen zu seinen Währungspartnern weiteres rückläufiges Momentum verleihen. Falls sich nach der Bekanntgabe der Rohölbestände der Rohölpreis drastisch ändern sollte, könnte das beim JPY größere Volatilität auslösen.

Rohölhändler erwarten Bekanntgabe der US-Bestandsdaten

Der Rohölpreis erlebte einen weiteren Tag des Rückgangs, und beim frühen Handel dieses viel gehandelten Rohstoffs war der Preis bereits unter $38 gefallen. Das ist jetzt schon der zweite Tag in folge, dass der Rohölpreis zurückgeht. Vieles beim rückläufigen Momentum des Rohölpreises kann der Befürchtung eines Rückgangs im Ölverbrauch, wegen der schlechten weltweiten Wirtschaftslage, zugeschrieben werden.

Aufgrund nachlassenden Wirtschaftswachstums in den USA und Europa, sowie sinkender Industriewerte, könnte Rohöl weiterhin an Wert verlieren. Heute werden in den USA die Zahlen der Rohölbestände veröffentlicht. Erwartungen sprechen von einem Rückgang auf 2,9 Mio. verglichen zu dem exzessiven Wert der Vorwoche von 4,7 Mio. Händler dürften um den 14:00 MGZ Bekanntgabetermin herum mit großer Markt-Volatilität rechnen, da der Rohölpreis jüngst unter den $40 Richtwert gesunken ist.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 20. Februar 2009 um 05:59 Uhr
 

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