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G-7 übernimmt Wiederaufbau der Weltwirtschaft Drucken E-Mail
Montag, 16. Februar 2009 um 18:55 Uhr

Die Finanzminister und Spitzen der Zentralbanken treffen sich heute Abend und morgen Vormittag zu Konsultationen. Sie werden dann morgen um etwa 14:30 Uhr Ortszeit ein Statement abgeben und mit der Presse sprechen. Als Tagesordnungspunkte stehen u. a. Themen wie: ‚Wie wirkt man Protektionismus entgegen?', ‚Revision der Finanzaufsichten' und ‚Wie setzt man dem ein Ende, was der Internationale Währungsfond einen „Konjunkturrückgang bei weitergehenden Einsparungen“ nennt?'

Erste gute Zeichen aus der US-Wirtschaft

Der Dollar fährt langsam aber sicher fort im Vergleich zu den Haupt-Währungen an Stärke zuzulegen und erreichte gestern verglichen zum EUR den höchsten Stand seit 10 Tagen. Zur Zeit scheint es, als würden die ständigen Berichte darüber wie die US-Regierung die Rezession bekämpft und die breite Akzeptanz der Schritte die sie dabei unternimmt, von Finanzexperten weltweit als ausreichend genug angesehen,

den Aufwärtstrend auszulösen, den wir in den vergangenen Wochen beobachten konnten.


Gestern wurden eine ganze Anzahl relativ positiver Daten veröffentlicht die den Aufwärtstrend des Dollar unterstützten. Die monatliche Kernrate der US-Einzelhandelsumsätze stieg im Januar um 0,9%, gegenüber einem vorhergesagten Rückgang um 0,5%. Diese Information ist außerordentlich bedeutsam, da zum ersten Mal seit 6 Monaten der monatliche Wert der Einzelhandelsumsätze (ausgenommen die Automobilindustrie) größer war, als der des Vormonats. In ein paar Monaten könnten wir zurückblicken und erkennen, dass dieses die ersten Anzeichen einer sich erholenden US-Wirtschaft waren.

Ein weiterer wichtiger Indikator der gestern veröffentlicht wurde ist der Arbeitsmarktbericht. Er wies aus, dass in der vergangenen Woche 623.000 Personen sich erstmalig arbeitslos meldeten. Wenn wir die Kernrate der US-Einzelhandelsumsätze als ein gutes Anzeichen betrachten, dann ist dieses sicherlich ein sehr beunruhigendes Zeichen. Es ist jetzt schon die zweite Woche in Folge, dass in den USA über 600.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, was die hinlänglich bekannte Tatsache bestätigt, dass sich die US-Wirtschaft in einem fortschreitenden Schrumpfungsprozess befindet.

Heute wird um 14:55 MGZ der vorläufige Bericht zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan veröffentlicht. Der Bericht gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzlage und hat demzufolge eine große Wirkung auf dem Markt. Derzeit wird ein Wert von 60,6 erwartet, was als positives Ergebnis zu betrachten ist. Händler sollten jedoch ihre Augen offen halten und nach möglichen Änderungen dieses Trends Ausschau halten.

Niedriger Rohölpreis hilft der Wirtschaft der Eurozone - sagt Trichet

Der gestrige Euro-Handel verlief im Vergleich zu den Haupt-Währungspaarungen recht unbeständig. Verglichen zum JPY stieg der EUR an, wohingegen er seinen Abwärtstrend zum USD fortsetzte.

Die gestrige Hauptnachricht aus der Eurozone betraf die Rede Jean-Claude Trichets, in der der Präsident der Europäischen Zentralbank erklärte, dass der weitreichende Einfluss des relativ niedrigen Rohölpreises und technologischer Fortschritt der Wirtschaft der Eurozone zu Hilfe kommen sollten. In seiner Rede brachte Trichet auch zum Ausdruck, dass er trotz der Herausforderungen der sich die Wirtschaft in 2009 stellen muss, optimistisch sei. Trichets Ansprache war wahrscheinlich auch der Hauptfaktor beim zum Stoppen des Abrutschen des EUR/USD-Kurses gestern Mittag, da es seine erste kämpferische Rede seit geraumer Zeit war. Es kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass gerade in Zeiten wie diesen, Investoren nach solchen Worten wirtschaftlicher Führungspersönlichkeiten geradezu dürsten. Ebenfalls gestern wurde der monatliche europäische Industrieproduktions-Indikator bekannt gegeben. Der Indikator weist aus, dass der um Inflation bereinigte Wert der Produktion im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,6% gesunken ist. Dieses ist bereits der vierte Monat in Folge in der es mit dem Wirtschaftsindikator abwärts geht, was zeigt, wie schlecht es um den Gesundheitszustand der Industrieproduktion der Eurozone derzeit gestellt ist.

Für heute wird um 10:00 MGZ die Bekanntgabe des europäischen Bruttoinlandsprodukts erwartet. Dieser Indikator misst den Wechsel in der Bewertung aller Waren und Dienstleistungen. Vorhersagen zufolge wird dieser Indikator anzeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im Dezember um 1,3% gesunken ist, was ein recht düsteres Bild der derzeitigen Finanzlage zeichnet. Händler sollten sich auch über die Nachrichten vom G-7 Gipfel, der in den kommenden Tagen stattfindet, informiert halten, da auch Meldungen von diesem Treffen den Lauf des Kurses der örtlichen Währungen beeinflussen könnten, bevor die Handelswoche sich ihrem Ende zuneigt.

Japanischer Yen scheint beste Kapitalanlage zu sein

Der JPY verzeichnete gestern einen äußerst volatilen Handel im Vergleich zu allen Haupt-Währungen. Während des frühen Handels fiel der JPY zu USD und EUR ab, drehte diesen Trend jedoch später um und kehrte zu seinem ursprünglichen Wert zurück.

Es scheint, als würden Investoren die japanische Wirtschaft als eine der sichersten oder zumindest als stabilste betrachten, der sie ihre Funds derzeit anvertrauen, da der JPY fortwährend an Stärke zulegt, obwohl alle Experten tagtäglich predigen, der JPY sei überbewertet und ein Abwärtstrend sei nur eine Frage der Zeit. Es kann jedoch gesagt werden, dass nun schon seit ein paar Monaten, die beste Währung die man kaufen kann der JPY ist, und gleich ob Sie ihn gegen USD, EUR oder GBP handelten, Sie haben ihre Gewinne erzielt und gute obendrein. Solange keine klareren Anzeichen dafür vorliegen, dass der JPY das Ende seines Aufwärtstrends erreicht hat, bleibt er in den momentanen wirtschaftlichen Turbulenzen ein der besten Anlagen.

Für heute werden keine maßgeblichen Daten aus der japanischen Wirtschaft erwartet, doch ist es wahrscheinlich, dass der G-7 Gipfel, der dieses Wochenende stattfindet, auch den Kurs des Yen beeinflussen könnte. Händlern wird geraten die Ergebnisse dieses Treffens genau zu betrachten, insbesondere solche, die die japanische Wirtschaft betreffen.

Rohölpreis folgt den Aktienmärkten

Der Ölpreis setzt seine andauernde Talfahrt fort und Rohöl wurde gestern bei $33,50 pro Barrel gehandelt.

Vorhersagen gehen davon aus, dass dieses Jahr der Welt-Ölverbrauch um 1,7% auf 84,3 Millionen Barrel pro Tag sinken wird, und dass insbesondere in den USA die Nachfrage nach Öl drastisch abnimmt. Es scheint, solange sich die Lage der US-Wirtschaft verschlechtert, solange wird der Rohölpreis mehr und mehr nachgeben. Wenn in der Vergangenheit davon ausgegangen wurde, dass der Ölpreis mit dem Kurs des USD gekoppelt war, so muss man heute annehmen, er sei mehr mit dem Dow Jones verbunden, denn solange die Aktienmärkte in den USA rückläufige Zeichen setzen könnte der Rohölpreis sogar bis auf unter $30 pro Barrel absinken.

Für heute sollten Händler weiter die Aktienmärkte in den USA beobachten, da sie offenbar die besten Zeichen dafür setzen, um zukünftige Entwicklungen vorherzusagen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 23. Februar 2009 um 06:14 Uhr
 

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